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Zurück in die Steinzeit: Tiere in Versuchslabors von EU im Stich gelassen

Bundestagsabgeordnete stimmen gegen Tierschutz

Stand: 23. April 2010

Gerlingen, 23. April 2010 – Die Tierrechtsorganisation PETA ist entsetzt über die neue EU-Richtlinie zum Schutz von Tieren in Versuchslabors (Directive 86/609/EEC). Für die im Tierschutz fortgeschrittenen EU-Länder ist sie eine regelrechte Katastrophe und eine verpasste Gelegenheit, die Wissenschaft und den Tierschutz in der EU voranzutreiben. Ein Triumph für die Pharmaindustrie, die sich nun weiterhin ungetrübt an der unwissenschaftlichen Quälerei so genannter „Versuchstiere“ bereichert. Dabei berücksichtigte der ursprüngliche Entwurf der EU-Kommission die Wünsche der Europäer, Tierversuche (www.stoptierversuche.de) zu reduzieren und gewährleistete moderate Fortschritte für einen besseren Schutz der Tiere. Die Tierexperimentindustrie betrieb jedoch intensive Lobbyarbeit und nutzte ihren Einfluss, Macht und Reichtum, um die Entwicklung tierversuchsfreier Methoden zu hintertreiben. Mittels Androhungen von bürokratischen Hürden gelang es ihnen, die EU-Abgeordneten zu beeinflussen. Das Ergebnis ist eine EU-Richtlinie, die die Wünsche der EU-Bürger umgeht und Forschern erlaubt, Tiere als zusätzliches Laborequipment zu nutzen. Welch ein Rückschritt: 1986 erließ die EU eine für die damalige Zeit fortschrittliche Direktive, 2010 führt sie uns entgegen den ständigen gegenteiligen Zusicherungen zurück in die Steinzeit.
„Den Bundestagsabgeordneten von CDU und FDP scheint die Linientreue zur Bundesregierung wichtiger zu sein als ein ethischer Tierschutz“, kritisiert Dr. Edmund Haferbeck, wissenschaftlicher Berater von PETA Deutschland e. V. So bleibt beispielsweise die Forschung an Primaten weiterhin grundsätzlich erlaubt und die Forderung der Anwendung von Alternativmethoden wurde abgeschwächt. Am gravierendsten wirkt sich aber laut PETA die Formulierung aus, nach welcher es den einzelnen Mitgliedsstaaten nicht erlaubt ist, strengere Tierschutzrichtlinien auf nationaler Ebene einzuführen. Lediglich Die LINKE stimmte dem Antrag zu, die SPD enthielt sich. PETA erklärt anlässlich des „Internationalen Tages zur Abschaffung von Tierversuchen“ am 24. April, sich weiterhin für eine bessere EU-Tierversuchs-Richtlinie einzusetzen und auf einen möglichst hohen Schutz der Tiere bei der Umsetzung in nationales Recht zu drängen. Weitere Informationen finden Sie auf www.stoptierversuche.de!


Interviewkontakt: Dr. Edmund Haferbeck, Tel. 07156 / 17828-28
Druckfähige Fotos: http://www.fotos.peta.de/categories.php?cat_id=20
Prominente engagieren sich gegen Tierversuche: http://www.peta.de/web/home.cfm?p=57
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