Zwergschimpansen vor der Glotze – Armutszeugnis für Stuttgarter Zoo Wilhelma
Stand: 10. Mai 2011
Stuttgart, 10. Mai 2011 – Der Stuttgarter Zoo Wilhelma will seine Bonobos (Zwergschimpansen) zukünftig mit Fernsehen beschäftigen. Die Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e. V. stellt dem Stuttgarter Zoo jetzt ein Armutszeugnis aus, weil diese Maßnahme die ganze Misere der Haltung von Menschenaffen in zoologischen Einrichtungen deutlich macht. Die Diskrepanz zwischen ihrem freiheitlichen Leben in den Wäldern Afrikas und ihren paar Quadratmetern zwischen Beton und Glas im Zoo ist so enorm, dass die Vermenschlichung durch die TV-Beschäftigungstherapie nun groteske Züge annimmt. PETA fordert einen sofortigen Stopp weiterer Nachzuchten von Menschenaffen im Zoo Wilhelma, damit nicht zukünftige Generationen von Affen in Gefangenschaft leiden müssen.
„Zwergschimpansen werden wie vernachlässigte kleine Kinder vor den Fernseher gesetzt und ruhiggestellt. Bonobos als zukünftige TV-Junkies, deutlicher kann das armselige Leben eines Wildtieres in einer zoologischen Einrichtung nicht aufgezeigt werden. Der angebliche Bildungsauftrag, mit dem zoologische Einrichtungen das Einsperren der Tiere rechtfertigen, wird bei TV-sehenden Affen ad absurdum geführt. Was lernt ein Mensch über einen fernsehschauenden Schimpansen?“, so Bernd Hoffman, Wildtierexperte von PETA. Die Millionen an Steuergeldern, die für die Aufrechterhaltung der Zucht und Zurschaustellung von Menschenaffen in zoologischen Einrichtungen aufgebracht werden, sollten lieber in konkrete Projekte zum Schutz ihrer Lebensräume in den natürlichen Verbreitungsgebieten der Tiere fließen. Nur in der natürlichen Umgebung der Tiere ist das Wort Artenschutz überhaupt zulässig, da die meisten Tiere in Gefangenschaft nur ein zerstörtes Abbild ihrer in Freiheit lebenden Artgenossen darstellen. Bonobos sind vom Aussterben bedroht und kommen nur in der Demokratischen Republik Kongo vor. Um Streitigkeiten beizulegen, tauschen die sozialen Tiere Zärtlichkeiten wie innige Umarmungen oder Zungenküsse aus.
Interviewkontakt: Bernd Hoffmann, Tel. 07156 / 17828-18, Mobil 0162 / 6878847
Weitere Informationen:
www.zoo.peta.de