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Wegweiser zum Briefeschreiben

Briefe zu schreiben kann ein sehr effektiver Weg sein, wenn es um die Verbreitung des Tierrechtsgedankens geht. Indem wir uns an Tageszeitungen, Zeitschriften und die übrigen Medien sowie an Gesetzgeber und Firmen wenden, können wir auf andere erzieherisch einwirken und damit sogar die Politik beeinflussen. Als beispielsweise der Staat Virginia eine Prämie auf Coyoten aussetzen wollte, erhielt der Gouverneur derart viel Post von Menschen, die sich dagegen aussprachen, daß er sich schließlich veranlaßt sah, sein Veto gegen diese Gesetzesvorlage einzulegen.


Alles in Briefform
Um einen guten Eindruck zu machen, sollten Sie nach Möglichkeit nur maschinengeschriebene Briefe senden. Falls Sie nicht über eine Schreibmaschine oder einen PC verfügen, schreiben Sie bitte leserlich, in Druckbuchstaben. Denn wenn niemand Ihre Schrift entziffern kann, haben Sie ihre Zeit mit dem Briefeschreiben verschwendet. Vergewissern Sie sich, daß Sie grammatikalisch und orthographisch korrekt schreiben und lesen Sie den Brief nochmals korrektur, bevor Sie ihn absenden. Falls möglich, lassen Sie noch eine andere Person gegenlesen. Doch bevor Sie schreiben, verschaffen Sie sich Gewißheit über korrekte Fakten und Zahlen und nutzen Sie dafür ggf. eine Bibliothek als Informationsquelle. Verwenden Sie bitte kein Schmuckbriefpapier. Die Briefe sollten ganz zielgerichtet und direkt sein und gleich zu Anfang den Grund, warum Sie schreiben, erkennen lassen. Bitte vermeiden Sie persönliche Anekdoten, es sei denn, Sie hätten dafür einen ganz bestimmten Grund (z.B. wenn Sie einen Brief schreiben, um sich für ein Verbot von Tellereisen auszusprechen, nachdem Ihr Hund in eine solche Falle geraten ist). Unterlassen Sie Beleidigungen und Schimpfwörter, denn diese würden Sie und damit Ihr Anliegen unglaubwürdig machen. Schreiben Sie lieber einen Brief statt einer Postkarte; falls Ihnen die Zeit für einen Brief fehlt, ist natürlich eine Postkarte besser als gar nichts.


Leserbriefe
Falls Sie einen Leserbrief an eine Zeitung oder Zeitschrift schreiben wollen, berücksichtigen Sie bitte ggf. die Hinweise des Herausgebers bezüglich der Länge des Textes, Angaben zur Person etc. Manchmal verlangen Verlage die Angabe Ihrer Telefonnummer, damit sie sich vor der Veröffentlichung vergewissern können, daß Sie tatsächlich der Autor des Schreibens sind. Leserbriefe als Antwort auf erschienene Artikel oder auf andere Leserbriefe sollten möglichst bald geschrieben werden, am besten innerhalb von ein oder zwei Tagen. Dann ist es nicht nur wahrschein licher, daß Ihr Leserbrief von der Zeitung abgedruckt wird, sondern die Leser werden sich auch noch besser an das genaue Thema erinnern. Bei Widerlegungen ist es das beste, sich auf ein oder zwei Punkte zu konzentrieren und diese klar und deutlich vorzubringen. Bringen Sie den Lesern gegenüber solche Punkte zum Bewußtsein, die ihnen gewöhnlich nicht offensichtlich sind, wie z.B. die Hintergründe der Hühneraufzucht und -haltung in Legebatterien zur Produktion von Eiern, und ermutigen Sie die Leser nach Möglichkeit, selbst die Initiative zu ergreifen, wie z.B. den Eier- Konsum zu verringern. Doch Leserbriefe müssen keine Widerlegungen sein. Sie können Ihre Anliegen zu jedem Thema Ausdruck verleihen. Halten Sie Ihre Schreiben kurz. Im allgemeinen reicht eine Seite. Schreiben Sie, falls dies angebracht erscheint, mit Humor, aber opfern Sie dabei nicht den strengen, seriösen Wortlaut. Sie können auch an Radio- und Fernsehsender schreiben oder diese anrufen, wann immer es darum geht, Ihrem Protest gegen Tiermißbrauch kund zu tun. Natürlich können Sie auch Ihr Lob aussprechen, wenn es z.B. um ein Programm zur Unterstützung der Tierrechte o.ä. geht.


Briefe an den Gesetzgeber
Genauso wie die Briefe an Herausgeber von Zeitungen sollten auch die an den Gesetzgeber kurz sein und auf den Punkt kommen. Befassen Sie sich pro Brief nur mit eine oder zwei Gesetzesvorlagen. Fordern Sie den Gesetzgeber nicht einfach nur dazu auf, Gesetze für die Rechte der Tiere zu unterstützen. Nur wenige Bundestags- oder Landtagsabgeordnete werden zugunsten aller Gesetzesvorlagen im Sinne des Tierschutzes stimmen, denn bei jedem Gesetz geht es um verschiedene Themen. Lassen Sie Ihre Schreiben niemals einen drohenden oder beleidigenden Tonfall gegenüber dem Gesetzgeber annehmen. Denn genauso wie die Gesetzgeber Ihre Stimme brauchen, so brauchen auch die Tiere die Stimmen der Politiker.


Briefe an Unternehmen
Nutzen Sie Ihre Macht als Verbraucher, indem Sie an Firmen schreiben, die Tiere ausbeuten, vor allem solche, deren Produkte Sie verwendet haben. Schreiben Sie z.B. Kosmetikfirmen an, deren Produkte an Tieren getestet wurden, und teilen Sie ihnen mit, daß Sie diese Marke nicht mehr kaufen werden, bis die Firma humanere Testmethoden für ihre Sicherheitstests verwendet. Drohen Sie in Ihren Schreiben nicht, und werden Sie nicht ärgerlich. Schreiben Sie einfach nur, wogegen Sie protestieren und warum, und schlagen Sie Alternativen vor, falls vorhanden. Sollte eine Firma z.B. ein Preisausschreiben veranstalten, in dem es einen Pelzmantel zu gewinnen gibt, dann teilen Sie dieser Firma einfach mit, warum Sie gegen Pelze sind, und schlagen Sie dem Veranstalter vor, lieber einen Preis zu wählen, der keine Tierausbeutung darstellt, wie z.B. eine Reise oder ein Schmuckstück. Dem Briefeschreiben kann eine wichtige Bedeutung bei der Tierrechtsarbeit zukommen, und je informierter Sie in bezug auf die einzelnen Themen sind, umso überzeugender wird Ihr Brief ausfallen.


Online-Leserbriefe
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Manchmal wird ein Online-Leserbrief sogar in der gedruckten Zeitungsausgabe veröffentlicht, sodass ihn noch mehr Menschen lesen.
Bedenken Sie dabei bitte Hinweisezu der Länge Ihres Briefes bzw. der maximalen Anzahl an Zeichen, die Sie verwenden können. Meist sind es 500 Zeichen, sodass Sie sich kurz, aber dennoch ausdrucksstark und präzise fassen sollten. Wie ein Leserbrief im Allgemeinen geschrieben sein sollte, entnehmen sie bitte dem Punkt „Leserbriefe“.