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PETA-Ermittler decken tierschutzwidrige Hundezucht auf

Leidvoller Handel mit der „Ware Tier“

Stand August 2013
Weihnachten ist das Fest der Liebe. Doch nicht allen Lebewesen wird Mitgefühl und Nächstenliebe entgegengebracht.
Alle Jahre wieder werden Tiere – wie Sachgeschenke – unter dem Weihnachtsbaum platziert, als Überraschung für die Lieben. Doch viele dieser Kaninchen, Katzen oder Hunde werden kurz danach von überforderten Haltern in Tierheimen abgegeben oder sogar einfach ausgesetzt.

Eine andere Kehrseite des schönen Scheins bleibt in der Regel gänzlich im Verborgen: das Leid der Tiere in der Zucht. Kleintiere, aber auch immer mehr Hunde, werden in tierschutzwidrigen Massenanlagen gezüchtet – denn die Nachfrage nach billigen Welpen besteht. Die Zustände in diesen Anlagen sind in der Regel katastrophal!

Die ängstliche Hündin Piwi © PETA
Die junge Hündin Piwi
Durch eine Missstandsmeldung wurde das PETA-Team über eine tierschutzwidrige Hundezucht in der Gemeinde Götzingen in Baden-Württemberg informiert. Auf dem Gelände einer Gärtnerei, in der auch mit Hunden gehandelt wird, konnten PETA-Ermittler erschreckende Zustände dokumentieren: Für interessierte Käufer werden junge Welpen in einem Wäschekorb aus einer Scheune geholt – ihre Mütter sind nicht zu sehen. Ohnehin bleibt Interessenten der Zutritt zur Scheune verwehrt.

Für einen Bericht des ARD-Wirtschaftsmagazins Plusminus über illegalen Welpenhandel entschieden sich unsere Ermittler, eine Hündin aus dieser Anlage zu kaufen – als Beleg für das Leid der Tiere. Denn es sind die Hunde, die bei dem Geschäft um den schnellen Euro auf der Strecke bleiben!

Piwi, die gerettete junge Hündin, zeigt nicht nur schwere Verhaltensstörungen, sondern leidet zudem an Zwingerhusten.
PETA Deutschland e.V. bereitet eine Strafanzeige gegen die tierschutzwidrige Hundezucht vor. Ein tierärztliches Gutachten über den Zustand des etwa sieben Monate alten Tieres wird diese stützen.


 

Beispiel einer Hundezucht unter schrecklichen Bedingungen © PETA
Der Handel mit der „Ware Hund“
Hundezucht bedeutet Tierleid: Kommerziellen Züchtern geht es nicht um das Wohl der Tiere, sondern um ihren persönlichen Profit. Die Bedürfnisse und die Gesundheit der Hunde werden ignoriert. Für die Welpen bedeuten diese Zustände eine Tortur von einigen Wochen – für die Mütter, die als Gebärmaschinen ausgebeutet werden, lebenslanges Leiden.
Jeder Kauf eines Hundes bei einem Züchter, in einer Zoohandlung, auf einem Markt oder bei einem Hundehändler kurbelt das Geschäft mit der „Ware Tier“ weiter an.

Woher stammen die Welpen?
Die meisten der "billigen Welpen", die in Deutschland verkauft werden, stammen aus ehemaligen Ostblockstaaten: In Polen, Tschechien oder Ungarn finanziert sich eine ganze Hundemafia von der oft tierschutzwidrigen Zucht und dem Verkauf der Welpen in „wohlhabende“ Länder wie Österreich oder Deutschland.

Doch auch in Deutschland züchten tausende Händler unter katastrophalen Bedingungen! PETA Deutschland konnte in umfangreichen Ermittlungen bereits mehrfach katastrophale Zustände in der Hundezucht dokumentieren – auch in Anlagen, die dem VDH angeschlossen sind.

Die Nachfrage bestimmt das Angebot
Piwi ist kein Einzelschicksal! Sie ist eine Stellvertreterin für das Leid aller Hunde aus Massenzuchten. PETA Deutschland appelliert an alle Tierfreunde, niemals Tiere zu kaufen – auch nicht aus Mitleid. Jeder Kauf unterstützt den Handel mit der „Ware Tier“.

Wer sich nach reiflicher Überlegung für die Aufnahme eines neuen Familienmitglieds entscheidet, sollte immer ein Tierheim besuchen. Dort warten unzählige Tiere auf ein neues Zuhause.

Weitere Informationen zum Thema finden Sie unter PETA.de/Tierheim.