Spenden
 »  »  » Wenn das Zwitschern zum Hilfeschrei wird - PETAs Undercover-Recherche auf Vogelbörsen bringt Erschütterndes zutage

Wenn das Zwitschern zum Hilfeschrei wird - PETAs Undercover-Recherche auf Vogelbörsen bringt Erschütterndes zutage

 
Banner
 
 
Empfohlene Beiträge
Stand März 2012
Gerlingen, 14. März 2012 – Enge, verdreckte Käfige, unausstehlicher Lärm und Tierschutzmissstände wohin man blickt – an Wochenenden finden in ganz Deutschland regelmäßig Vogelausstellungen und -börsen statt, die nicht nur dem Tierschutz widersprechen, sondern Tiere zu Prestigeobjekten und Waren degradieren. Die Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e.V. hat zahlreiche Vogelbörsen und Vogelausstellungen besucht, darunter die Internationale Vogelbörse Straubing und die Meisterschaft des Deutschen Kanarien- und Vogelzüchterbunds, und teils erschreckende Missstände dokumentiert. PETA fordert ein Verbot von Vogelausstellungen und -börsen und appelliert an die Städte und Gemeinden, die ihrer Vorbildfunktion nachkommen sollten, einschlägigen Veranstaltungen keine Räume zur Verfügung zu stellen. Ein sofortiges Umdenken kann unzähligen Vögeln Leid ersparen.

„Unsere Recherche hat gezeigt, dass die Vögel unter unwürdigen Bedingungen zur Schau gestellt werden“, so Charlotte Köhler, Kampagnenleiterin bei PETA. „Sie sind Spielball von profitorientierten Hobbyzüchtern und werden wie Ware verramscht. Für die Vögel bedeuten diese Veranstaltungen erheblichen Stress und Leid. Die Städte und Gemeinden sollten ihre Hallen nicht mehr länger für diese tierquälerischen Veranstaltungen bereitstellen.“

PETA-Ermittlern ist es trotz eines aus Furcht vor Beanstandungen auferlegten Film- und Fotografierverbots gelungen, auf mehreren renommierten Vogelbörsen und Ausstellungen eindeutige Verstöße gegen den Tierschutz zu dokumentieren. Bereits der Transport ist mit enormem Stress für die sensiblen und intelligenten Vögel verbunden. In engen Behältnissen werden die Tiere auch bei eisigen Temperaturen über teils weite Strecken transportiert, häufig ohne Nahrung und Wasser.

Am Zielort angekommen werden die Vögel in winzige, verdreckte und überfüllte Ausstellungskäfige gezwängt, die häufig nicht den Tierschutzmindestanforderungen entsprechen. In den Ausstellungsräumen herrscht ein permanent extrem hoher Lautstärkepegel. Besonders bei Märkten drücken sich die Besucher direkt an den aufgetürmten Käfigreihen vorbei – für die Vögel eine besondere Stresssituation. Das PETA-Rechercheteam dokumentierte immer wieder monotone und stereotype Verhaltensmuster bei den Tieren. Die Präsentation von Qualzuchten ist die Regel. Viele Kanarienvögel können aufgrund angezüchteter Federhauben nichts sehen, sogenannte Korkenzieherkrallen bergen ein Verletzungsrisiko und bei den „gebogenen Positurkanarien“ experimentieren verantwortungslose Züchter mit der Haltung der Vögel.

Auch werden verletzte und kranke Vögel dargeboten, die auf Nachfrage vom PETA-Rechercheteam nicht in den Quarantäneraum gebracht wurden, was für die betroffenen Vögel tödlich enden kann und der Verbreitung von Krankheitserregern Tür und Tor öffnet. So sind die PETA-Ermittler bei ihrer Recherche mehrfach auf Vögel gestoßen, die apathisch in der Ecke der Käfige auf der Seite lagen und auch auf sanftes Klopfen nicht reagierten. Vom alarmierten verantwortlichen Börsenpersonal wurden die Tiere jeweils als „schlafend“ abgetan.

Das Geschäft mit der „Ware Tier“ ist lukrativ. 3,5 Millionen „Ziervögel“ leben in deutschen Haushalten. Mehrere Millionen Euro werden jedes Jahr allein in Deutschland umgesetzt. Die Vögel bleiben in dieser auf Gewinn orientierten Branche folglich auf der Strecke.

PETA appelliert an die Bevölkerung, einschlägige Ausstellungen zu meiden und niemals Tiere auf Vogelmärkten zu erwerben – auch nicht aus Mitleid.


Fotos in druckfähiger Auflösung:
http://fotos.peta.de/categories.php?cat_id=103

Videomaterial:
www.peta.de/videoportal

Weitere Informationen:
www.peta.de/vogelleid
www.peta.de/web/voegel_in_der.176.html

Kontakt:
Bartek Langer, 07156 17828-27, BartekL@peta.de
Tiere zu Ware degradiert / © PETA
Falsch bei Menschen, falsch bei Tieren / © PETA