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Wenn ihre Katze verschwunden ist...

Stand April 2006
Jedes Jahr erreichen uns unzählige Anrufe von besorgten Menschen, deren Katzen plötzlich verschwunden sind. Was passiert mit diesen Tieren? Es ist gerade diese Ungewissheit, die die Frauchen und Herrchen fast zur Verzweiflung treibt. Ist sie von einem Auto überfahren worden? Landet sie im Labor und wird für Tierversuche benutzt? Wird sie zur Rheumadecke oder anderem Pelzutensil verarbeitet? Hat der Fuchs sie geholt oder der Jäger abgeschossen?
Da es keine genauen bundesweiten Erhebungen gibt, wie viele Katzen von Jägern erschossen werden, gibt es keine offiziellen Zahlen darüber. Es gibt keine bundesweite Meldepflicht über abgeschossene Katzen. Dort wo es sie gibt wird nicht kontrolliert, ob die Jäger auch alle Abschüsse melden.

Schätzungsweise werden jährlich etwa 400.000 Katzen von Jägern erschossen. Das Bundesland Nordrhein Westfalen meldete in einem Jagdjahr 17.895 getötete Katzen, allerdings ist davon auszugehen, dass nicht alle Jäger ihre Abschüsse melden.

Warum schießen Jäger auf Katzen? Anscheinend haben Jäger Angst, Katzen könnten jagdbares Wild reißen und dadurch könnte die Strecke der Jäger um einige Wildtiere geschmälert werden. Es scheint hier der Beuteneid vorzuherrschen, denn was die Katze tötet kann der Jäger nicht mehr abschießen. Auch wird immer wieder behauptet, man müsse wildernde Katzen töten um den Bestand der Singvögel zu retten. Seltene Singvögel leben hauptsächlich in Gärten und Parks. In Berlin leben z.B. 2/3 aller Vogelarten die es in Deutschland gibt. Gleichzeitig gibt es nach Angaben des dortigen Tierschutzvereins zwischen 40.000 und 100.000 streunende Katzen. Bisher belegt keine wissenschaftliche Untersuchung, den negativen Einfluss von streunenden Katzen auf Singvögel.

Eine Katze gilt bereits dann als wildernd, wenn sie je nach Bundesland 200 oder 300 Meter vom nächsten Haus entfernt ist. Ob sie tatsächlich einem Wild nachjagt ist dabei völlig egal.
Da das Töten von Katzen durch Jäger in der breiten Bevölkerung auf Ablehnung stößt, teilen die Jäger in der Regel auch nicht mit, ob, wann und wo sie eine Katze erschossen haben. Stattdessen lassen sie die toten Tiere verschwinden. Ein legales Verschwinden lassen wäre z.B. das Tier 50 cm tief zu vergraben oder in der Tierkörperbeseitigungsanstalt abzugeben. Stattdessen wird das Tier am Straßenrand „entsorgt“ oder vielleicht wird auch nochmals mit dem Auto darübergefahren um so einen Tod durch Überfahren vorzutäuschen. Manche Jäger geben die Katze einem Falkner, der das Tier spurlos verschwinden lässt.

Andere wiederum benutzen die Felle zum Eigenbedarf um sich z.B. eine Katzenfellhose daraus zu fertigen.

Beim Jagen von Katzen und Hunden geht es den Jägern nicht um Wild-, Arten-, Umwelt- oder Tierschutz sondern rein um den Schutz der Jagd. Dies zeigt schon die Tatsache, dass das Töten von Haustieren im Bundesjagdgesetz unter „Jagdschutz“ aufgeführt ist.


Was Sie tun können:

Schreiben Sie an

Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft
Wilhelmstrasse 54
10117 Berlin
E-mail: poststelle@bmvel.bund.de


und fordern Sie, dass die Jagd auf Katzen und Hunde sofort verboten wird.

Lassen Sie Ihr Haustier niemals unbeaufsichtigt herumstreunen.
Melden Sie uns, dem örtlichen Tierschutzverein oder der Presse umgehend, wenn Sie Fallen im Wald gefunden haben oder Ihr Tier in einer Falle gefangen oder vom Jäger ab- bzw. angeschossen wurde.
Informieren Sie Freunde, Verwandte und andere Haustierbesitzer über die Gefahren in Feld, Wald und Flur.