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Wichtige Tipps zur Inspektion von Elefanten für Amtsveterinäre

PETA ist gegen die Benutzung von Elefanten in Zirkussen. Die Tiere sind dort grausamen Trainingsmethoden und dauernder Gefangenschaft ausgesetzt. „Positive Trainingsmethoden“ sind nicht mehr als ein Mythos der Zirkusindustrie. Trainer unterwerfen die Tiere mit schmerzhaften Bestrafungen, um sicherzugehen, dass sie ihre Tricks auch auf Abruf ausführen.

Längst sind sich Experten einig, dass ein Leben auf der Straße den Tieren keine angemessene körperliche und soziale Umgebung bieten kann. Das ständige Herumreisen in einem Lastwagen sowie tägliche und lang andauernde Einschränkungen (die Tiere werden häufig angekettet) und rigorose Trainingsmethoden und Disziplin führen zu Stress, Krankheiten und frühzeitigem Tod der Tiere.

Als Rahmengesetz für den Schutz der Tiere gilt das Tierschutzgesetz
Zusätzlich sind die Leitlinien für die Haltung, Ausbildung und Nutzung von Tieren in Zirkusbetrieben oder ähnlichen Einrichtungen für Tiere, mit denen regelmäßig täglich mehrmals gearbeitet wird sowie das Säugetiergutachten für Tiere, die als reine Schautiere mitgeführt werden, als Grundlage heranzuziehen.

Die gesetzlichen Grundlagen sind völlig unzureichend und es hapert gewaltig am Vollzug des Tierschutzgesetzes vor Ort. Der Zirkus ist in der Regel nur wenige Tage an einem Ort, dann zieht er weiter. Maßnahmen laufen ins Leere oder oft genug ist der Behörde nicht bekannt, dass ein Zirkus in der Stadt ist. In der Vergangenheit haben Zirkusse oft davon profitiert, dass Amtsveterinäre kein ausreichendes Wissen über exotische Arten, wie Elefanten, besaßen. Aufgrund des gesteigerten öffentlichen Bewusstseins und Beweisen über regelmäßige Misshandlungen in Zirkussen, prüfen lokale Überwachungsbehörden Zirkusse jedoch immer genauer.

Setzen Sie sich mit dem Zoo oder Tierärzten für Exoten in Verbindung, bevor der Zirkus in Ihre Stadt kommt. Ist es soweit, kommen Sie regelmäßig zu unangekündigten Inspektionen. Informieren Sie bei Ihrem ersten Besuch den Verantwortlichen vom Zirkus darüber, dass Sie eine Inspektion durchführen. Lassen Sie sich vom Zirkuspersonal nicht einschüchtern oder bedrohen. Fragen Sie nach allen Papieren, wie den Genehmigungen, Gesundheitszeugnissen und vorherigen Inspektionsberichten im Tierbestandsbuch. Nutzen Sie das Zirkuszentralregister, das seit 03/2008 in Kraft ist. Mit Hilfe des Registers können Tierschutz-Verstöße in Zukunft besser erfasst und konsequenter verfolgt werden.


Tipps zur Überprüfung:
- Haben die Tiere irgendwelche Verletzungen?
- Hören Sie sich unverfänglich beim Zirkuspersonal um, ob die Tiere irgendwelche Krankheiten haben.
- Kommen Sie zu verschiedenen Tageszeiten und machen Sie Fotos und Videoaufnahmen als Beweismittel möglicher Tierquälerei.


Tipps für Videoaufnahmen
- Sprechen Sie nicht, während Sie filmen. Nehmen Sie langsam den gesamten Körper des Tieres auf. Zoomen Sie dann zurück und filmen Sie den Körper insgesamt.
- Machen Sie Nahaufnahmen über einige Sekunden von den Füßen der Elefanten.

Sehen Sie sich zuerst die Elefanten an. Fragen Sie das Zirkuspersonal, ob die Tiere irgendwelche Verletzungen oder Krankheiten haben. Schauen Sie sich die Elefanten genau an und besuchen Sie sie jeden Tag, solange der Zirkus in der Stadt ist. Kommen Sie mindestens 30 Minuten vor der Aufführung und beobachten Sie die Tiere während der Show und bei den Elefantenritten, sowie nach der Vorstellung. Lassen Sie sich in Ihrer Arbeit nicht stören oder die Zirkusleute Ihre Bewertungen beeinflussen. Machen Sie Fotos und Videoaufnahmen als Beweismittel möglicher Tierquälerei.
Das Abladen
Beobachten Sie die Elefanten, wenn Sie abgeladen werden und achten Sie besonders darauf, ob die Elefanten lahmen. Sie erkennen dies an einem unebenen Gang, steifen oder unbiegsamen Beinen oder Hinken. Elefanten in Zirkussen leiden häufig an Arthritis oder behindernden Verletzungen. Das Herumreisen und die dauernden Auftritte können diese Zustände noch verschlimmern und zu starken Schmerzen führen. Elefanten mit diesen Erkrankungen, sollten nicht mehr im Zirkus auftreten müssen.

Prüfen Sie, ob sich in Transportwägen übermäßig viele Ausscheidungen und Urin angehäuft haben. Oft sind die Tiere über mehrere Stunden oder sogar Tage fixiert und bewegungsunfähig, bevor sie an ihrem Zielort ankommen. Dauernde Nässe, sowie unhygienische Zustände und unzureichende Bewegung sind oft die Hauptgründe für potentiell tödliche Abszesse und Verwesungen an den Füßen der Tiere.
Suchen Sie nach Verletzungen durch Elefantenhaken hinter den Ohrklappen und an anderen empfindlichen Stellen, wie durch die roten Punkte aufgezeigt. Spitze Metallhaken können leicht zu Verletzungen führen.
Körperliche Gewalt
Sehen Sie nach, ob Sie Anzeichen für die Verwendung von Elefantenhaken, Narben oder trockene, sich schälende Haut, finden können. Normalerweise verbergen sich Verletzungen von Elefantenhaken hinter den Ohren. Fordern Sie den Pfleger auf, die Ohrenklappe des Elefanten umzuschlagen, so dass Sie diesen Bereich auf Wunden prüfen können. Die Haut eines Elefanten ist sehr sensibel und fängt leicht an zu bluten. In Zirkussen werden die Elefantenhaken benutzt, um die Tiere zu bestrafen und zu kontrollieren. Oft stechen die Trainer den Haken in die weiche Haut hinter den Ohren, in die Ohren oder in den Mund, in und um den Anus, an die empfindlichen Stellen am Rüssel, unter das Kinn der Tiere oder in die Füße. Einige Elefantenhaken sind sogar unauffällig zu Elektrostäben umfunktioniert worden – das eine Ende hat einen scharfen Metallhaken, das andere hat versteckte Zacken, die elektrische Schläge übertragen.

Sehen Sie hellgraue Stellen, wurde dort vermutlich "Wunderstaub" aufgetragen, um blutige Wunden zu verbergen. An diesen Stellen an den Hinterbeinen haken und stechen die Trainer Elefanten, um sie voranzutreiben.
Ein Puder namens "Wunderstaub" wird häufig verwendet, um blutige Wunden der Elefantenhaken zu verdecken. Schon einige Stunden nach dem Einsatz eines Elefantenhakens, entsteht häufig eine Quaddel oder Eiterbeule. Wenn sich die Wunde entzündet, kann sie innerhalb kurzer Zeit an Größe gewinnen. Heftige Schläge können das Gewebe beschädigen, was zu einem Absterben und Ablösen der Haut führt.

Im Zirkuszelt reagiert ein Elefant auf verbale Anweisungen von einem Trainer, der einen Elefantenhaken bei sich trägt, sowie auf moderaten Druck des Hakens – das Tier weiß nach den zahlreichen Trainingseinheiten, dass eine Verweigerung im Zelt später hart bestraft wird. Viele Trainer geben den Tieren noch einige schmerzhafte Schläge mit dem Haken, bevor sie in das Zirkuszelt und vor die Augen der Öffentlichkeit treten, um den Elefanten daran zu erinnern, wer der Boss ist und um sicherzustellen, dass die Tricks auch auf Befehl ausgeführt werden.
Abnormale Verhaltensmuster
- Elefanten, die ihren Rüssel hinter sich herschleifen, leiden vielleicht an einer teilweisen Lähmung des Rüssels, verursacht durch einen zu kalten Boden oder ein Trauma. Für diesen Zustand sollte es eine Aufzeichnung einer tierärztlichen Behandlung geben.
- Atmet ein Elefant mit offenem Mund, hat er wahrscheinlich Schmerzen.
- Klappen Elefanten die Ohren nach vorn und strecken sie vom Kopf, verspritzen sie Wasser oder Dreck oder nutzen sie ihre Rüssel, um mit Gegenständen nach Menschen zu werfen, kann das ein Anzeichen für Aggressionen sein.
- Halten Sie nach Anzeichen für stereotypes Verhalten Ausschau – hin- und herschaukeln, schwingen, den Kopf auf und ab bewegen und andere sich wiederholende Verhaltensweisen. Stereotypes Verhalten steht für psychologische Qualen.
- Elefanten legen sich bei normaler Verfassung niemals vor einem Fremden hin. Ein Tier, das einfach liegen bleibt, ist wahrscheinlich krank.
- Das Verkreuzen der Beine ist vielleicht auf eine Irritation oder ein Kratzen, verursacht durch Angekettetsein, Bauchschmerzen und/oder Gelenkschmerzen zurückzuführen.

Suchen Sie nach Verletzungen durch Elefantenhaken hinter den Ohrklappen und an anderen empfindlichen Stellen, wie durch die roten Punkte aufgezeigt. Spitze Metallhaken können leicht zu Verletzungen führen.

Sehen Sie hellgraue Stellen, wurde dort der “Wunderstaub” aufgetragen, um blutige Wunden zu verbergen. An diesen Stellen an den Hinterbeinen haken und stechen die Trainer Elefanten, um sie voranzutreiben.
Ein Beispiel für einen entzündeten Elefantenfuss.
Fußerkrankungen
Prüfen Sie, ob die Tiere eingerissene, entzündete oder zu lange Fußnägel, Nagelhäute und Fußunterseiten haben. Schwellungen, Verfärbungen und sich schälende Haut über den Nägeln, können Anzeichen für Entzündungen sein. Mindestens die Hälfte aller Elefanten in Gefangenschaft leiden unter Fußerkrankungen, die zu schwerwiegenden Behinderungen oder sogar zum Tod führen können. Fußentzündungen und Arthritis sind die häufigsten Gründe für das Einschläfern von Elefanten in Gefangenschaft. Fehlende Bewegung, das stundenlange Stehen auf hartem Untergrund und Vergiftungen durch das Stehen in ihren eigenen Ausscheidungen, tragen einen Großteil zu diesen Fußerkrankungen bei. Häufig benötigen gefangene Elefanten regelmäßige Fußpflege.
Druckstelle an einem Elefanten
Krankheiten und unhygienische Bedingungen
In freier Wildbahn nehmen Elefanten täglich Staubbäder und reiben sich an Bäumen, Sand und Felsen, um abgestorbene Haut zu entfernen. In Gefangenschaft sollten Pfleger die Tiere täglich waschen, um für gesunde Haut zu sorgen. "Zirkuselefanten" haben häufig abgestorbene Hautansammlungen, wegen unzureichender Pflege und fehlender Bäder. Einige Zirkusse reiben die Partie um die Augen bei Elefanten mit auf Erdöl basierender Vaseline ein, um zu vermeiden, dass sich Tränen ansammeln, erhärten und dann nur schwer zu entfernen sind, ohne die empfindliche Haut abzureißen. Tägliche Bäder würden diese Maßnahme ersparen.

Schläfendrüsen befinden sich auf halbem Wege zwischen Auge und Ohr. Geringer und klarer Ausfluss ist normal. Schwellungen oder Eiterausfluss können eine Störung der Drüsen andeuten und müssen von einem Tierarzt untersucht werden.
Die Druckstellen sind so ähnlich wie Wundliegegeschwüre/Druckgeschwüre bei Menschen. Sie sind schmerzhafte Hautgeschwüre, hervorgerufen durch das Liegen auf unnatürlich hartem Untergrund, wie Beton, Asphalt oder hartem, festgetretenem Boden.

Sie können anfangen zu eitern und müssen tierärztlich behandelt werden. Ältere asiatische Elefantenweibchen entwickeln in Gefangenschaft häufig Myome oder fibröse Tumore am Geschlechtsteil. Dieser Zustand ist nicht normal. Es muss Aufzeichnungen über eine tierärztliche Behandlung der Tumore geben.
Zu kurze Fußketten.
Das Umfeld
Prüfen Sie, ob den Tieren sauberes Trinkwasser, Heu und frisches Obst und Gemüse zur Verfügung stehen. Sollte Wasser gereicht werden, beobachten Sie, ob die Tiere mehrere Minuten am Stück trinken. Dies ist ein Anzeichen für unverhältnismäßigen Durst.
Halten Sie nach Anzeichen Ausschau, dass die Elefanten angekettet sein könnten, wie Fußketten und Halterungen am Boden oder den Wänden. Die Ketten sollten mindestens 3 ½ Meter lang sein und dem Elefanten ermöglichen, sich hinzulegen und aufzustehen.

In freier Wildbahn verbringen Elefanten die meiste Zeit damit, nach Futter zu suchen, umherzustreifen und zu baden. Ganz im Gegensatz dazu, sind Elefanten im Zirkus die meiste Zeit angekettet. Das darf nicht sein bzw. sollte lediglich während der Pflegemaßnahmen stattfinden. Achten Sie darauf, wie lange die Pflegemaßnahmen tatsächlich dauern.

Es ist besonders grausam, weibliche Elefanten alleine zu halten. Stellen Sie sicher, ob Elefanten mindestens zu zweit gehalten werden. Elefanten haben ein ausgeprägtes Sozialverhalten, sind sehr emotional und bilden enge Freundschaften zu anderen. Sie empfinden Freude, Zufriedenheit und Mitgefühl, sowie Traurigkeit und Trauer. Das wichtigste physische und körperliche Bedürfnis eines Elefantenweibchens, ist die Freundschaft mit anderen Elefanten.

Überprüfen Sie, ob es ausreichend Schattenplätze gibt. Elefanten erleiden leicht einen Hitzschlag oder Sonnenbrand. Sie müssen Zugang zu schattigen Plätzen haben.
Dieser völlig abgemagerte Elefant ist an Tuberkolose erkrankt.
Ansteckende Tuberkulose
Schützen Sie sich. Ein tödlicher und höchstansteckender menschlicher Tuberkuloseerreger (Mycobacterium tuberculosis oder TB) infiziert und tötet Elefanten in Gefangenschaft. TB wird durch die Luft übertragen und verbreitet sich durch winzige Tröpfchen. Dr. John Lewis der International Veterinary Group meint dazu: „Wenn ein Elefant mit Tuberkulose diagnostiziert wird, hat das definitiv Auswirkungen auf die Öffentlichkeit, da die Krankheit durch Kontakt mit infizierten Tieren und Menschen übertragen werden kann.“ Elefanten sind besonders empfänglich für Tuberkulose, aufgrund der zahlreichen Transporte, die sie in Kontakt zu anderen infizierten Tieren bringen und durch den enormen Stress, ausgelöst durch harte Bestrafungen, eine extreme Art der Gefangenschaft, wechselnde Wasserqualität und Futterversorgung, sowie eine schlechte Ernährung. Infizierte Elefanten zeigen nicht zwangsläufig Symptome der Krankheit auf oder leiden unter chronischem Gewichtsverlust, schwindendem Appetit, sondern Nasensekret aus, Husten und machen sich nichts aus der ihnen angebotenen Bewegung. Es ist schwierig, TB bei Elefanten festzustellen. Sie sind zu groß für ein Röntgenbild, Hautuntersuchungen sind nicht verlässlich genug und die Rüsselkulturen verraten ausschließlich, ob der Elefant aktive TB hat. Kein Test zeigt an, ob ein Elefant das TB Bakterium in sich trägt. Zirkusse könnten außerdem absichtlich die Proben von infizierten Tieren mit denen von TB-negativen Tieren vertauschen.
Diese Liste (erstellt von dem international bekannten Dr. Fred Kurt †) können Sie ausdrucken und zur Überprüfung mitnehmen.