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Wie steht PETA zu sogenannten Kampfhunden?

Stand Januar 2013
Jeder Hund kann in schlechter Haltung und durch gewalttätige Erziehung aggressiv werden – verantwortlich ist in der Regel der Halter. Auch die Beißstatistiken werden nicht von den sogenannten Kamphunden angeführt. (1) Dennoch sind bestimmte Hunde besonders häufig Opfer von Missbrauch durch ihre Halter – denn aufgrund ihrer optischen Erscheinung sind sie auch für dubiose Menschen besonders interessant.

Die sogenannten Kampfhunde wurden zum Kämpfen gezüchtet. (2) Vielen Menschen ist nicht bewusst, dass auch in Deutschland nach wie vor illegale Hundekämpfe im Verborgenen stattfinden. Im Frühjahr 2012 wurde ein groß angelegter Hundekampf-Ring im Baden-Württembergischen Ettenheim aufgedeckt: Pit Bulls wurden hier „scharf gemacht“ und im Anschluss vor Publikum aufeinander gehetzt. Das Bolzenschussgerät für sterbende, schwer verletzte oder einfach unterlegende Tiere lag im Nebenzimmer bereit. (3)

Wie steht PETA zu einer speziellen Gesetzgebung für „Kampfhunde“?
PETA möchte keinen Pit Bull oder anderen sogenannten Kampfhund aus einem schönen Zuhause reißen! Doch wir möchten vermeiden, dass noch mehr Tiere gezüchtet werden. Genau wie wir uns für eine rechtliche Verpflichtung zur Kastration von allen Hunden (und Katzen) einsetzen, solange die Tierheime dauerüberfüllt sind – da dies der effektivste Weg ist, die Überpopulation sogenannter Haustiere und ihre tragischen Konsequenzen zu bekämpfen – unterstützt PETA ein Zuchtverbot von „Kampfhunden“. Wir befürworten also Gesetze, die es allen Hunden, die kastriert in einem guten Zuhause leben, ermöglichen, dort weiterhin bleiben zu können. Es sollen aber keine neuen Hunde mehr gezüchtet werden – und schon gar nicht diejenigen Tiere, die verstärkt potentiellem Missbrauch ausgesetzt sind.

Sollten rassespezifische Gesetze gelten?
PETA bittet jeden Menschen, der einem Hund langfristig ein gutes Zuhause bieten kann und möchte, einen heimatlosen Hund aufzunehmen und sich so gegen jegliche Form der Zucht auszusprechen. In deutschen Tierheimen warten unzählige Hunde auf ein neues Zuhause; oftmals sterben sie dort, ohne jemals wieder bei einer liebevollen Familie gelebt zu haben. Aus Tierschutzsicht ist es daher höchst kontraproduktiv, die Reduzierung der Population von Pit Bulls oder anderen „Zuchthunden“ durch entsprechende tierfreundliche Zuchtgesetze oder Zuchtverbote verhindern zu wollen. „Kampfhunde“ werden zudem häufig missbraucht, vernachlässigt, gequält und vom Menschen erst zu gefährlichen Hunden gemacht – teilweise aufgrund ihrer „Rasse“. Sofern die rassespezifischen Gesetze also die Tiere, die bereits in einem guten Zuhause leben, nicht negativ betreffen, können diese Gesetze zum Schutz der Tiere beitragen.

Auch andere Tiere werden misshandelt. Warum vertritt PETA nicht bei allen Tieren den gleichen Standpunkt?
Solange es noch Tiere im Tierheim gibt, würde PETA ein komplettes Zuchtverbot für alle Tiere uneingeschränkt unterstützen! Wäre es nicht so einfach, Tiere zu züchten sowie zu kaufen und würde die Adoption und der Verkauf von Tieren mit dem nötigen Ernst der Lage gehandhabt, würden wesentlich weniger Tiere „ausrangiert“ und in Tierheimen abgegeben.

Wir setzen uns zudem für einen allgemeinen Hundeführerschein für zukünftige Halter aller Hunde sowie generell für entsprechende Sachkundenachweise von Tierhaltern ein. Als erstes deutsches Bundesland hat Niedersachsen solch einen Hundeführerschein ab dem Sommer 2013 verbindlich vorgeschrieben, in der Schweiz und in Liechtenstein existieren ähnliche Regelungen bereits. So kann sichergestellt werden, dass sich Menschen vor Aufnahme von tierischen Mitbewohnern ausführlich mit den Bedürfnissen der Tiere und ihrer Verantwortung als Halter auseinandersetzen. Zudem müssen Tierfreunde auch ihre finanziellen Mittel prüfen, um sicherzugehen, dass sie für eine gute Haltung sowie Tierarztkosten aufkommen können.

Manch ein Halter wählt einen sogenannten Kampfhund allein um ein Status- bzw. Machtsymbol zu besitzen – und nicht, weil er ein tolles Leben mit einem vierbeinigen Gefährten verbringen möchte. Zudem werden gerade „Kampfhunde“ besonders häufig Opfer von Tierquälerei und Missbrauch – durch ihre Halter!

In unserer heutigen Gesellschaft sind „Kampfhunde“ vielfach zu einem Gebrauchsgut geworden und die Konsequenzen sind für sie häufig entzündete Wunden, die nicht behandelt werden, mit Blut und Eiter angeschwollene Augen, gebrochene oder abgerissene Gliedmaßen und Ohren, die in „Heimarbeit“ kupiert werden – alles Zustände, die Tierschützer tagtäglich zu sehen bekommen.

Jeder Tierfreund sollte aufmerksam sein und die Polizei informieren, sofern der Verdacht auf illegale Hundekämpfe vorliegt.

Quellen:
(1) Berliner Zeitung, www.bz-berlin.de/aktuell/berlin/welche-hunde-am-meisten-bei-szlig-en-article1440136.html (9.1.2013)
(2) Steinfeldt, Andrea: „Kampfhunde“. Geschichte, Einsatz, Haltungsprobleme von „Bull-Rassen“. Eine Literaturstudie. INAUGURAL – DISSERTATION zur Erlangung des Grades einer Doktorin der Veterinärmedizin (Dr. med. vet.) durch die Tierärztliche Hochschule Hannover. Hannover 2002, S. 155
(3) Badische Zeitung, www.badische-zeitung.de/ettenheim/kampfhundearena-und-drogenlabor-in-ettenheim-altdorf-entdeckt (9.1.2013)

 Quellen:
(1) Berliner Zeitung, www.bz-berlin.de/aktuell/berlin/welche-hunde-am-meisten-bei-szlig-en-article1440136.html (9.1.2013)
(2) Steinfeldt, Andrea: „Kampfhunde“. Geschichte, Einsatz, Haltungsprobleme von „Bull-Rassen“. Eine Literaturstudie. INAUGURAL – DISSERTATION zur Erlangung des Grades einer Doktorin der Veterinärmedizin (Dr. med. vet.) durch die Tierärztliche Hochschule Hannover. Hannover 2002, S. 155
(3) Badische Zeitung, www.badische-zeitung.de/ettenheim/kampfhundearena-und-drogenlabor-in-ettenheim-altdorf-entdeckt (9.1.2013)