»  »  »  »  » Wildtier-Notfälle

Wildtier-Notfälle

Jahr für Jahr erhalten wir bei PETA zahlreiche Anfragen von mitfühlenden Menschen, die ein verletztes oder verwaistes Wildtier gefunden haben und nach einem geeigneten Platz dafür suchen. Wir freuen uns sehr, dass es Menschen gibt, die gerne helfen möchten – die Tiere können jede Hilfe gut gebrauchen!

Leider gibt es immer wieder Menschen, die es nur gut meinen, und junge Tiere „retten“, obwohl es diesen Babyvögeln und Säugetieren in Wahrheit gut geht und ihre Eltern vielleicht einfach ganz in der Nähe auf Futtersuche sind. In den meisten Fällen, sollte man Jungtiere alleine lassen. Sollten Sie jedoch Zweifel haben, halten Sie sich bitte an die folgenden Tipps, um herauszufinden, ob ein Tier Hilfe braucht und wenn ja, was zu tun ist.

Seien Sie vorbereitet!
Haben Sie folgende Gegenstände immer in Ihrem Auto, so dass Sie im Notfall sofort reagieren können:

Transportbox (mittelgroß), Pappe oder Plastik
  • Handtuch oder Decke (ohne Fäden und Haken)
  • Netz
  • Leine
  • Besen (Sie können damit ein Wildtier sanft in die Transportbox leiten und aus der Gefahrenzone entfernen)
  • Nass- und Trockenfutter für Katzen
  • Beschreibung, wie Sie zum nächsten Tierheim oder Tierschutzverein kommen, zu einer Tierklinik oder Auffangstation für Wildtiere.
  • Entscheiden Sie, ob das Tier wirklich Ihre Hilfe braucht!

    Wenn Sie ein Jungtier sehen, ist es wichtig, der Versuchung zu widerstehen, helfen zu wollen, außer natürlich, das Tier ist ganz eindeutig krank, verletzt, verwaist oder in direkter Gefahr. Oft schadet man dem Tier, wenn man es von seinen Eltern trennt. Die höchsten Überlebenschancen hat ein Tier in der Obhut seiner Eltern!

    Sollte sofortige Hilfe allerdings notwendig sein, sind hier einige Tipps, zur Vorgehensweise:

    Nestlinge

    Es ist nicht wahr, dass Vogeleltern ihre Kinder verstoßen oder töten, wenn sie von Menschen berührt wurden. Jungvögel, die aus dem Nest gefallen sind – Vögel ohne Federn, Flaum oder Federkiel – können zurück ins Nest gesetzt werden, wenn sie nicht verletzt oder sehr schwach sind. Vielleicht müssen Sie sanft ein Tuch über die Tiere werfen und sie dann behutsam zurück ins Nest setzen. Wenn Sie kein Tuch zur Hand haben, reiben Sie Ihre Hände mit etwas Erde ein, heben Sie die Babys auf und setzen sie ins Nest.
  • Eltern von Jungvögeln werden ihre Kinder weiterhin mit Futter versorgen, wenn das Nest nicht vollkommen zerstört und an seinem ursprünglichen Platz ist. Muttervögel füttern ihre Jungen normalerweise ungefähr alle 5 Minuten und es ist höchst ungewöhnlich, wenn eine Vogelmutter dem Nest länger als 15 Minuten fern bleibt. Beobachten Sie aus einiger Entfernung mehrere Stunden lang das Nest; nehmen Sie die Jungvögel nur mit, wenn sie ganz klar von der Mutter verlassen wurden, verletzt sind oder sich in direkter Gefahr vor Katzen oder anderen Tieren befinden.
  • Wenn Sie das eigentliche Nest weder sehen noch erreichen können, können Sie den Jungtieren ein Ersatznest aus einem kleinen Körbchen, Küchensieb oder einer kleinen Plastikschüssel mit in den Boden gestanzten Löchern bauen. Legen Sie das „Nest“ mit Taschentuchstreifen aus – benutzen Sie keine Baumwolle, Gras, Heu oder Stroh (das kann zu Atemnot führen). Hängen Sie es an einem geschützten Ort, ganz in der Nähe des ursprünglichen Platzes (wenn möglich weniger als 1 ½ Meter entfernt) auf. Begeben Sie sich außer Reichweite und beobachten Sie das Nest, um sicherzustellen, dass die Eltern zurückkehren.
  • Wenn die Jungtiere nicht in ein solches Ersatznest gesetzt werden oder in das eigentliche Nest zurückgebracht werden können oder im Falle, dass die Eltern nicht zurückkehren, müssen sie in einen weichen, gemütlichen, tassenförmigen Behälter gesetzt werden, wie z.B. einen Margarinebehälter. Wärmen Sie unterkühlte Babys in Ihren Händen auf, setzen sie in den mit Taschentuchstreifen ausgelegten Behälter und stellen Sie diesen auf ein Heizkissen (niedrige Stufe) oder unter eine Lampe. Passen Sie auf, dass es den Jungtieren nicht zu heiß wird! Wenn sie sich ausstrecken und röcheln, müssen Sie die Hitzeeinwirkung sofort verringern. Stellen Sie das Nest in eine größere, luftdurchlässige Box (stechen Sie kleine Löcher hinein, wenn nötig) und platzieren Sie diese an einem warmen, ruhigen, sicheren Ort.
  • Fassen Sie die Vögel nur wenn unbedingt notwendig an. Am nötigsten brauchen sie Wärme, Ruhe, Dunkelheit und Nahrung. Wenn Sie zu oft nach ihnen sehen (wozu man sich leicht verleiten lässt), sind sie unnötigem Stress ausgesetzt. Erlauben Sie niemals Kindern mit den Tieren zu spielen!
  • Küken

    Küken, oder flügge Vögel, die meist schon Federn haben und gerade das Fliegen lernen, können ein Stück weiter in einen Baum oder ein dichtes Gebüsch gesetzt werden, wo sie sicher vor Straßenverkehr und Katzen sind. Ihre Eltern sind normalerweise ganz in der Nähe, versuchen Sie also nie, sie zu retten, außer sie befinden sich in direkter Gefahr. Ihre Eltern können ihnen schließlich am Besten beibringen, wie man in der Natur überlebt.
  • Wenn ein Küken gerettet werden muss, benötigt es einen sicheren, geräumigen Käfig, der mit Ästen ausgestattet ist, die fest angebracht sind. Ein abgedeckter Pappkarton, in dem Stöckchen befestigt sind, sollte vollkommen ausreichen. Kücken benötigen normalerweise keine zusätzliche Wärmequelle, dafür aber viel Ruhe.
  • Wahrscheinlich werden die Küken zuerst viel mehr Angst vor Ihnen haben, als die Nestlinge. Sie sollten deshalb, genau wie die Nestlinge, so wenig wie möglich berührt werden. Geben Sie Küken keine Flüssigkeit – die schadet ihnen mehr, als es hilft.
  • Eichhörnchen

    Es kommt oft vor, dass ein Sturm das Nest eines Eichhörnchens vom Baum bläst und die Jungtiere dann gefunden werden. Das Beste, das Sie tun können, um die Jungen wieder mit ihrer Mutter zu vereinen, ist, sie in einen Karton am Fuß des Baumes abzustellen. Die Mutter wird ihre Babys im Normalfall wiederfinden und an einen sicheren Ort bringen – allerdings nur, wenn sie sich sicher fühlt. Widerstehen Sie deshalb unbedingt der Versuchung, regelmäßig nach den Jungen zu sehen und stellen Sie sicher, dass die Jungen vor Hunden, Katzen und Kindern sicher sind. Vielleicht müssen Sie die Jungen über Nacht ins Haus bringen, um der Wiedervereinigung am nächsten Tag noch eine Chance zu geben. Es ist aber in jedem Fall das Beste, Ihren örtlichen Tierschutzverein oder das Tierheim um Rat zu Fragen.

    Versuchen Sie in keinem Fall, selbst für die Jungen zu sorgen, sobald es ihnen besser geht! Rufen Sie in Ihrem örtlichen Tierheim oder einer Auffangstation für Wildtiere an und bringen Sie die Tiere unverzüglich dort hin.
    Zurück zur Reise-Startseite