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Wissenschaftler fordern Verbot von Terraristikbörsen in Deutschland und der EU

 
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Invasive Arten stellen eine der größten Bedrohungen für die natürliche Biodiversität in Europa dar und verursachen Schäden in Milliardenhöhe

Stand Juli 2012
Gerlingen, 2. Mai 2012 – Eine heute veröffentlichte wissenschaftliche Untersuchung (1) fordert ein europaweites Verbot von Terraristikbörsen – zum Schutz von Menschen, Tieren und der Umwelt. Die von europäischen Tierschutzorganisationen (2) in Auftrag gegebene Untersuchung wird Politikern aus den Mitgliedsstaaten und der Europäischen Kommission zur Verfügung gestellt.

„Dieser wissenschaftliche Bericht zeigt deutlich, welche gravierenden Missstände auf den Börsen herrschen“, so Nadja Kutscher, Kampagnenleiterin bei PETA. „Terraristikbörsen sind nicht nur Tierquälerei, sondern auch eine ernstzunehmende Gefahr für Mensch und Natur.“

Für die Untersuchung besuchte ein Team von internationalen Wissenschaftlern im vergangenen Jahr Terraristikbörsen in Deutschland, Spanien und Großbritannien. In Deutschland nahmen die Wissenschaftler die seit Jahren in der öffentlichen Kritik stehende Terraristikbörse „Terraristika“ in Hamm (NRW) in Augenschein. Laut dem Bericht zeigten viele der angebotenen Tiere Anzeichen von Stress. Zudem wurde nach Auffassung der Wissenschaftler die Mehrheit der Reptilien und Amphibien in einer Weise behandelt, die Tierquälerei gleichkommt. Veterinäre, die für die Kontrolle der Veranstaltungen zuständig gewesen seien, hätten tierschutzrelevante Missstände nicht erkannt.

Die Untersuchung hebt zudem das gesundheitliche Risiko, das von solchen Veranstaltungen für die Besucher ausgeht, hervor. Reptilien und Amphibien sind Träger von Bakterien, wie Salmonellen, die sie auf ihre Umgebung und auch auf Menschen übertragen können. Daher ist besonders für Kinder der Besuch einer Terraristikbörse mit einem hohen Infektionsrisiko verbunden.

Des Weiteren kommen die Autoren zu dem Schluss, dass von Terraristikbörsen ein erhebliches Risiko von sogenannten Neozoen (gebietsfremde, durch menschliche Einflussnahme eingeschleppte Arten), ausgeht. Neben Klimawandel, Umweltverschmutzung und der Zerstörung natürlicher Lebensräume stellen die invasiven Arten eine der größten Bedrohungen für die natürliche Biodiversität in Europa dar und verursachen Schäden in Milliardenhöhe.

Weitere Informationen und vollständiger Bericht:

www.peta.de/exotenboersen
www.terraristika-info.de/
www.peta.de/salmonellen

Kontakt:
Bartek Langer, 07156 17828-27, BartekL@peta.de

(1) Phillip C Arena, Catrina Steedman, Clifford Warwick: „AMPHIBIAN AND REPTILE PET MARKETS IN THE EU: AN INVESTIGATION AND ASSESSMENT“

(2) Animal Protection Agency (United Kingdom), Animal Public (Germany), Eurogroup for Animals (Belgium), Eurogroup for Wildlife and Laboratory Animals (Belgium), Fundación para la Adopción, el Apadrinamiento y la Defensa de los Animales (Spain), International Animal Rescue (United Kingdom) and People for the Ethical Treatment of Animals (Germany).