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Wissenschaftliche Untersuchungen beweisen, dass Hummer Schmerz empfinden

Lesen Sie hier Fakten über diese faszinierenden Tiere

Stand März 2016
Die Beweise für das Schmerzempfinden von Hummern sind erdrückend. Umso mehr ist es jetzt an der Zeit, dass wir den Hummern ihr Recht auf ein freies und unversehrtes Leben zugestehen und sie auch durch das Gesetz entsprechend vor Grausamkeit schützen.
 
Es ist wissenschaftlich belegt, dass Hummer Schmerz empfinden
Eine Studie der EFSA (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) von 2005 besagt, dass Hummer (sowie Krabben und Krebse) höhere kognitive Fähigkeiten aufweisen, über ein komplexes Verhaltensrepertoire, ein Bewusstsein, ein Gedächtnis und komplexe Gehirnstrukturen verfügen, („perhaps analogous to human cerebral cortex“) und dass sie Schmerz empfinden können. Krebstiere werden von der EFSA in der Kategorie 1 eingestuft – das bedeutet dass Hummer eindeutig Schmerz und Stress empfinden können und deshalb unseren Schutz verdienen. (1) Viele Wissenschaftler und Juristen halten die Tötungsmethode für Hummer durch Kochen bei lebendigem Leib für inakzeptabel, da sie dem Tier Schmerzen zufügen. (2)
 
Eine vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) geförderte Studie kam 2015 zu dem Ergebnis, dass bei Hummern in kochendem Wasser noch nach 1-2 Minuten Nervenreize messbar sind, und dass auch das Gehirn insbesondere in den ersten Sekunden starke Reaktionen zeigte, die die Forscher als Schmerz identifizierten. (3)

Auch ein Bericht der schottischen Organisation Advocates for Animals (4) liefert umfangreiche wissenschaftliche Beweise dafür, dass Hummer, wie alle anderen Tiere auch, fähig sind, Schmerz und Leid zu empfinden. Der Bericht stützt sich auf 15 Jahre Forschung und sagt aus, dass das Verhalten der Hummer darauf schließen lässt, dass sie Schmerz empfinden und über biologische Strukturen zur Übermittlung von Schmerz verfügen. Hummer können große kognitive Leistungen wie Lernen, Erinnern, Assoziieren und Verallgemeinern erbringen. Dabei können Hummer ein hohes Niveau an assoziativem Lernen erreichen und die Dinge in ihrer Umgebung unterscheiden. Sie können lernen, bestimmte chemische Signale mit Strafe und andere mit Belohnung in Verbindung zu bringen.
 
  • Hummer haben ein Gedächtnis. Sie erkunden neue Umgebungen, und erkennen solche wieder, die sie bereits zuvor erkundet haben. Sie bilden stabile soziale Hierarchien und erkennen Individuen wieder, mit denen sie in der Vergangenheit gestritten haben.
  • Messungen der Hirnaktivität bei dem eng verwandten Panzerkrebs zeigen, dass das Gehirn des Panzerkrebses unterschiedlich auf Interessantes bzw. Irrelevantes reagiert. Zudem zeigt es eine „Erwartungshaltung“, d. h. der Panzerkrebs sammelt bewusst Erfahrungen und ist auch in der Lage, diese geistig zu verarbeiten.
  • Hummer, die Negativereignissen wie z. B. Elektroschocks ausgesetzt sind, reagieren in ähnlicher Weise auf den Schmerz wie Säugetiere es tun würden.
  • Das Nervensystem von Hummern und Krabben produziert Opioide – also Chemikalien, die bei Säugetieren Schmerz leiten.
  • Studien an Krabben zeigen, dass ihre Verteidigungsreaktion auf Elektroschocks oder auf Schläge durch Betäubungsmittel reduziert wird, und dass dieser Effekt je nach verabreichter Menge unterschiedlich stark ausfällt.

Es ist nicht plausibel, dass Hummer zwar über die gleichen Anlagen zur Schmerzempfindung wie andere Tiere verfügen, den Schmerz jedoch nicht wahrnehmen können.
 
Das Leid, das den Hummern widerfährt...
Lebendfallen auf dem Meeresboden locken die Hummer in den sicheren Tod. Auch in Fallen, die nicht kontrolliert werden, kommen die auf sich allein gestellten Hummer durch Verhungern, Dehydrierung, Hitze oder Kämpfe mit Artgenossen zu Tode. Während des Transports und der Lagerung leiden sie aufgrund der extremen Beengtheit an Dehydrierung sowie an Bakterien- und Schalenerkrankungen. Außerhalb des Wassers können sie nicht richtig atmen und es kommt zu Konflikten mit anderen Hummern. Daneben leiden sie unter plötzlichen Temperaturschwankungen, schlechter Wasserqualität und physischen Verletzungen. Eine kanadische Studie kam zu dem Ergebnis, dass bei 19 Prozent der Hummer bei Ankunft in den Fabriken und Packstationen eine Schere fehlte. In Australiens Western Rock Hummerfischerei kommen im Schnitt ganze 20 Prozent der Hummer so geschwächt in der Fabrik an, dass sie für den Lebendtransport für ungeeignet betrachtet werden. (4) Die Sterblichkeitsrate beträgt häufig zwischen10 und 15 Prozent. Magee & Elwood konnten 2013 aufzeigen, dass Krabben nicht nur Schmerz empfinden sondern sich an diesen später auch zurückerinnern. (5)
 
In Deutschland angekommen, erwartet die Hummer ein langsamer und schmerzhafter Tod. Sie werden in den meisten Ländern, so auch in Deutschland, lebend in kochendes Wasser geworfen und teilweise minutenlang grausamen Todesqualen ausgesetzt.

In Anbetracht der klaren Beweislage, dass es sich bei Hummern um fühlende Wesen handelt, die leiden, wenn sie falsch behandelt werden, kann die einzig ethische Schlussfolgerung darin bestehen, den Tieren die großen Leiden zu ersparen. Grausame Praktiken wie sie beim Fang, der Handhabung und Tötung von Hummern üblich sind, sollten verboten werden.
 
Was Sie tun können
  • Essen sie bitte keinen Hummer.
  • Informieren Sie Ihre Freunde und Verwandten über die Qualen der Hummer beim Transport, der Halterung und beim Lebendkochen.
  • Sprechen Sie mit den Geschäftsführern von Restaurants und Supermärkten und teilen Sie ihnen mit, dass Sie nicht länger Kunde sein werden, solange hier Hummer verkauft wird.
  • Schreiben Sie an den Landwirtschaftsminister und bitten Sie ihn um eine Gesetzesnovellierung, die das Kochen lebender Tiere sowie den Import lebender Hummer nach Deutschland verbietet.
  • Bestellen Sie sich hier Flugblätter und verteilen Sie diese Flugblätter vor Restaurants, Hotels und Supermärkten, die Hummer verkaufen.
     

Quellen
  1. The EFSA Journal (2005) 292, 1-46 - Opinion on the „Aspects of the biology and welfare of animals used for experimental and other scientific purposes“, S. 16, abgerufen unter http://www.efsa.europa.eu/en/efsajournal/doc/292.pdf
  2. Hirt, Almuth/Maisack, Christoph/Moritz, Johanna (2016): „Tierschutzgesetz. Kommentar“, S. 1011f
  3. Bickmeyer, Dr. Ulf-Georg (2015): Vergleichende Untersuchungen zur tiergerechten Betäubung oder Tötung von Krustentieren, abzurufen unter https://service.ble.de/ptdb/index2.php?detail_id=32099&site_key=145&stichw=krustentiere&zeilenzahl_zaehler=1#newContent
  4. Advocates for Animals (2005): Cephalopods and decapod crustaceans: their capacity to experience pain and suffering, abzurufen unter https://www.onekind.org/uploads/publications/cephalopods-decapod-crustaceans.pdf
  5. Magee, B. & Elwood, R. W.: Shock avoidance by discrimination learning in the shore crab (Carcinus maenas) is consistent with a key criterion for pain. In: The Journal of Experimental Biology 216, 2013, S. 353-358