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Zirkus Apollo

Erhebt nicht den Anspruch auf Vollständigkeit.
Ergänzungen/Änderungen bitte bei PETA Deutschland e.V. einreichen unter Nennung von Quellenangaben. Achtung: Diese Chronik ist eine Zusammenstellung von Informationen aus Sekundärquellen, Presseveröffentlichungen und behördlichen Dokumenten. Diese liegen bei PETA vollständig vor. Eigene Recherchen und Erkenntnisse werden konkret benannt.

Die Chronik wird laufend fortgesetzt.

Stand: Juni 2010



Zirkusdirektor verurteilt, April 2008
Wie die Ruhrnachrichten am 15. April 2008 berichteten, wurden der Direktor des Zirkus Apollo und seine Frau vom Dortmunder Amtsgericht wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz jeweils zu einer Geldstrafe von 900 € auf Bewährung und einem dreijährigen Elefantenhalteverbot verurteilt. Nach Ansicht der Richter hatten die Verurteilten ihre beiden Elefantenkühe Indra und Rekka nicht artgerecht gehalten.
Quelle: Ruhrnachrichten (Lokales) vom 15. April 2008

Juli 2007, Beschlagnahmung zweier Elefanten des Zirkus Apollo
Das Kreisveterinäramt Soest (Antragsgegner) hat die zwei Elefanten Indra und Rekka des Zirkus Apollo beschlagnahmt. Der Frau des Zirkusdirektors (Antragsstellerin) , in deren Verantwortung die Elefantendamen waren, wurde vorgeworfen, die Tiere nicht ihrer Art entsprechend ernährt, gepflegt und verhaltensgerecht untergebracht zu haben. Die Mitbetreiberin legte daraufhin Widerspruch ein. Bei Kontrollen vor Ort erhärtete sich der Tatbestand. Die Elefanten wurden mit großen Mengen an Brötchen und verpilzter Silage gefüttert. Ebenso verhielt es sich mit dem Pflegezustand der Tiere, der erhebliche Defizite aufwies. So stellte die Fachtierärztin für Zoo-, Wild- und Gehegetiere fest, dass bei beiden Elefantenkühen die Haut rissig und urinverkrustet war. Die Fußsohlen beider Tiere waren stark zerklüftet, mit Löchern durchsetzt und faulig. Die Füße zeigten unterschiedliche Sohlendicken auf. Rekka hatte sogar Dekubitusstellen. Die Ursachen hierfür liegen darin begründet, dass die Tiere auf einem Steinboden mit Teilholzpodest stehen mussten, auf dem der Urin schlecht ablaufen konnte. Zudem stellte die Tierärztin noch fest, dass beide Tiere erhebliche Probleme beim Ablegen und Aufstehen hatten. Ursächlich hierfür ist unter anderem eine ausgeprägte Muskeldystrophie. Dies lässt den Schluss zu, dass die Möglichkeit der Tiere zu artgemäßer Bewegung über längere Zeit so eingeschränkt wurde, dass ihnen Schmerzen und vermeidbare Leiden zugefügt wurden. Die in der Örtlichkeit vorgefundenen Verhältnisse lieferten zumindest keine Hinweise auf einen Geländebetritt durch Elefanten.

Da das Verwaltungsgericht Arnsberg zu der Überzeugung gekommen ist, dass es an der fehlenden Bereitschaft der Ehefrau des Zirkusdirektors liegt, festgestellte Missstände zu beseitigen und die Einhaltung des §2 TierSchG nicht erwartet werden kann, ist die Anordnung, die Elefantenkühe dem Zirkus zu entziehen und die Kosten für eine anderweitige Unterbringung zu tragen, rechtens. Schließlich lässt der bedenkliche gesundheitliche Zustand der Tiere keinen weiteren Verbleib im Zirkusbetrieb Apollo zu. Das Gericht kommt zudem noch zu der Einschätzung, dass es nicht nur um Versäumnisse in der praktischen Umsetzung geht, sondern die Zirkusdirektorin erhebliche Wissenslücken in den theoretischen Kenntnissen der Elefantenhaltung aufweist.

Darüber hinaus haben sich die Antragsstellerin und ihr Ehemann häufig einer Inaugenscheinnahme und verschiedenen Ordnungsverfügungen entzogen, indem sie schnell in den Zuständigkeitsbereich einer anderen Behörde weiter gezogen sind, ohne die bisher zuständige Tierschutzbehörde zu informieren. Von einer Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit den Behörden kann daher keine Rede sein.

Die anderweitige Unterbringung der Elefantendamen (Zoo in Arnheim) ist geeignet, eine den Anforderungen des § 2 TierSchG entsprechende Haltung zu gewährleisten.
Quelle: Beschluss des Verwaltungsgericht Arnsberg, 14. Kammer vom 2. Juli 2007