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Zirkus Charles Knie in Stendal – PETA übt heftige Kritik an „Stresstournee“ und erstattet Strafanzeige

Stand September 2012
Stendal / Gerlingen, 10. September 2012 – Angesichts des am morgigen Dienstag beginnenden Gastspiels von Zirkus Charles Knie in Stendal wirft die Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e.V. dem Zirkus einen rücksichtslosen und tierquälerischen Umgang mit den rund 100 Tieren vor. Insbesondere Wildtiere wie Elefanten, Zebras oder Seelöwen leiden erheblich unter den in dieser Gastspielsaison extrem häufigen Ortswechseln und den damit einhergehenden langen Standzeiten auf den Transportern. Bei den Gastspielen in Aachen, Krefeld und Remscheid im Juli und August 2012 dokumentierte PETA, dass die Elefanten bei den Ortswechseln bis zu 16 Stunden auf dem Transporter ausharren mussten – obwohl die reine Fahrtzeit nur etwa eine Stunde betrug. Die Organisation erstattete daraufhin bei der Staatsanwaltschaft Wuppertal Strafanzeige gegen die Zirkusverantwortlichen aufgrund dieser vermutlich regelmäßig stattfindenden Tierquälerei. Weiterhin appelliert PETA an die Bürger in Stendal, Zirkusse mit Wildtieren zu meiden.

„Das stundenlange Einsperren der Elefanten auf einem engen Lkw-Transporter verursacht erhebliches Leiden für die Tiere und muss nach dem Tierschutzgesetz geahndet werden“, sagt Diplom-Zoologe Peter Höffken, Kampagnenleiter bei PETA. „Die Elefanten haben durch die tierquälerischen Zirkusbedingungen über Jahre hinweg bereits deutliche Verhaltensstörungen davongetragen.“

Diplom-Biologe Tobias Dornbusch vom Verein Elefanten-Schutz Europa, der die Elefantentransporte ebenfalls kontrolliert hat, ergänzt: „Die Elefanten kommen schon am Nachmittag nach der letzten Vorstellung auf den Transportwagen, doch das Stallzelt wird am nächsten Ort erst am Morgen aufgebaut, weshalb die Elefanten die Nacht im Transporter ausharren müssen.“

Zirkus Charles Knie, der zuletzt erfolglos versuchte, PETAs Kritik mit juristischen Mitteln unterbinden zu lassen sowie sein derzeitiges Engagement mit dem Elefanten-Trainer Elvis Errani, stehen schon lange in der Kritik der Organisation. Der Zirkus hat auf seiner diesjährigen Tournee in nur fünf Monaten bereits 30 Städte besucht. Bei zurückliegenden Arrangements mit Errani wurde häufig das erforderliche Außengehege für die Elefanten nicht aufgebaut, sodass die Tiere angekettet im engen Stallzelt stehen mussten.

Neben PETA spricht sich mittlerweile auch die Bundestierärztekammer für ein Wildtierverbot im reisenden Zirkus aus, ebenso wie die Mehrheit der Bevölkerung in Deutschland. Drei repräsentativen Umfragen von 2010 und 2011 zufolge finden rund zwei Drittel der Befragten Wildtiere im Zirkus nicht mehr zeitgemäß. 2003 und nochmals Ende November 2011 hat der Bundesrat in zwei Entschließungsanträgen ein grundsätzliches Verbot von Wildtieren im Zirkus gefordert. Die Bundesregierung hat die Entschließungen bis heute nicht umgesetzt – im Gegensatz zu 14 anderen europäischen Ländern, die bereits Einschränkungen bezüglich der im Zirkus genehmigten Tierarten erlassen haben.

 

Elefanten bei Zirkus Charles Knie / © PETA Das Motiv schicken wir Ihnen gerne auf Anfrage zu.

 

Weitere Informationen:
PETA.de/Zirkus

Kontakt:
Bartek Langer, 07156 17828-27, BartekL@peta.de