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Zirkus Charles Knie: Tourauftakt in Einbeck

PETA übt heftige Kritik an der erneuten „Stresstournee“ / Strafanzeige erstattet

Stand Februar 2013
Einbeck / Gerlingen, 27. Februar 2013 – Am kommenden Freitag beginnt Zirkus Charles Knie seine neue Gastspielsaison in Einbeck. Angesichts der geplanten hohen Frequenz an Ortswechseln und den damit einhergehenden langen Standzeiten auf den Transportern wirft PETA Deutschland e.V. dem Zirkus einen rücksichtslosen und tierquälerischen Umgang mit den rund 100 Tieren vor. Insbesondere Wildtiere wie Elefanten, Zebras oder Seelöwen leiden nach Auffassung der Tierrechtsorganisation erheblich unter dieser „Tortour“. Bei den Gastspielen in Aachen, Krefeld und Remscheid im Juli und August 2012 dokumentierte PETA, dass die Elefanten bei den Ortswechseln bis zu 16 Stunden auf dem Transporter ausharren mussten – obwohl die reine Fahrtzeit nur etwa eine Stunde betrug. Nach Strafanzeige von PETA aufgrund dieser vermutlich regelmäßig stattfindenden Tierquälerei eröffnete die Staatsanwaltschaft Wuppertal ein Ermittlungsverfahren gegen den Zirkus und nimmt derzeit Zeugenbefragungen vor. Weiterhin appelliert die Organisation an die Bürger in Einbeck, Zirkusse mit Wildtieren zu meiden.

„Das stundenlange Einsperren der Elefanten auf einem engen Lkw-Transporter verursacht erhebliches Leiden für die Tiere und muss nach dem Tierschutzgesetz geahndet werden“, sagt Diplom-Zoologe Peter Höffken, Kampagnenleiter bei PETA. „Die Elefanten haben durch tierquälerische Zirkusbedingungen über Jahre hinweg bereits deutliche Verhaltensstörungen davongetragen.“

Diplom-Biologe Tobias Dornbusch vom Verein Elefanten-Schutz Europa, der die Elefantentransporte 2012 ebenfalls kontrollierte, ergänzt: „Die Elefanten kamen schon am Nachmittag nach der letzten Vorstellung auf den Transportwagen, doch das Stallzelt wurde am nächsten Ort erst am Morgen aufgebaut, weshalb die Elefanten die Nacht im Transporter ausharren mussten.“

Zirkus Charles Knie, der zuletzt erfolglos versuchte, PETAs Kritik mit juristischen Mitteln unterbinden zu lassen sowie sein derzeitiges Engagement mit dem Elefanten-Trainer Elvis Errani, stehen schon lange in der Kritik der Organisation. Der Zirkus hat auf seiner letztjährigen Tournee in nur acht Monaten 43 Städte besucht. Bei zurückliegenden Arrangements von Errani wurde zudem häufig das erforderliche Außengehege für die Elefanten nicht aufgebaut, sodass die Tiere angekettet im engen Stallzelt stehen mussten.

Neben PETA spricht sich mittlerweile auch die Bundestierärztekammer für ein Wildtierverbot im reisenden Zirkus aus, ebenso wie die Mehrheit der Bevölkerung in Deutschland. Drei repräsentativen Umfragen von 2010 und 2011 zufolge finden rund zwei Drittel der Befragten Wildtiere im Zirkus nicht mehr zeitgemäß. 2003 und nochmals Ende November 2011 hat der Bundesrat in zwei Entschließungsanträgen ein grundsätzliches Verbot von Wildtieren im Zirkus gefordert. Die Bundesregierung hat die Entschließungen bis heute nicht umgesetzt – im Gegensatz zu 14 anderen europäischen Ländern, die bereits sämtliche oder bestimmte Wildtierarten im Zirkus verboten haben.

Elefanten bei Zirkus Charles Knie / © PETA

Das Motiv schicken wir Ihnen gerne auf Anfrage zu.

Weitere Informationen:

PETA.de/Zirkus

Kontakt:
Bartek Langer, 07156 17828-27, BartekL@peta.de