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Wo ist Elefantin Sarah?

 
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In unzumutbaren Verhältnissen gehalten, immer wieder spurlos verschwunden, kuriose Lügengeschichten - Was passiert beim Zirkus Kaiser?

Stand März 2010
Sarah ist ein weiblicher Elefant des Zirkus Edmund Kaiser. Obwohl Elefanten in großen Sozialverbänden leben, bekam der Zirkus von der Behörde in Dachau eine Genehmigung zur Einzelhaltung von Sarah. Seit ihrer Kindheit lebt das bedauernswerte Tier ohne Artgenossen. Für Tiere mit einem ausgeprägten Sozialverhalten ist diese Haltungsform schlimmste Tierquälerei.

 

Immer wieder findet man Sarah in diesem Wagen und ohne Auslauf gehalten.

Es kommt noch schlimmer

Im Januar 2010 alarmieren uns Anwohner aus einer Stadt im Schwarzwald und berichten von einem Elefanten, der in einem Transportwagen gehalten werde. Wir fahren sofort hin, das Thermometer zeigt -5°C an, es ist eisig kalt. Von Sarah ist nichts zu sehen. Doch wir finden den Transportwagen, in dem das Tier eingesperrt ist. Sarah steht in völliger Dunkelheit und extrem beengt. Wie lange schon? Aus dem Wagen trieft Urin. Die eisige Kälte verwandelt den Urin in gelbe Zapfen.

Wir informieren das Veterinäramt und treffen auf einen engagierten Veterinär, denn am nächsten Tag steht Sarah in einem neu aufgebauten Stallzelt, verwaltungsrechtliche Maßnahmen wurden ergriffen. Das Thermometer zeigt jedoch eine Stalltemperatur von nur 8°C an. Viel zu kalt für Elefanten, die aus tropischen Gebieten kommen und eine Mindesttemperatur von 15° C benötigen. Wir haben Informationen, wonach Sarah aus vergangenen Zeiten unter Erfrierungen an den Ohren leidet und sind besorgt. Außerdem gibt es im Stallzelt keine Äste, kein Beschäftigungsmaterial, keine Nahrung, kein Wasser. Dafür: Eine webende Sarah, endlos schaukelt sie ihren Körper hin und her. Ihr Blick traurig, wieder ist es dunkel. Aufgrund der Kälte muss das Stallzelt geschlossen bleiben. Schemenhaft erkennen wir Sarah. Sie macht auf uns einen verwahrlosten und unterernährten Eindruck. Wir rufen die Polizei, um die miserablen Haltungsbedingungen offiziell festzuhalten.

Am nächsten Tag ist Sarah mitsamt ihrem Wagen verschwunden – zurück bleiben die Zirkusleute mit ihren Kamelen, Watussirindern, Lamas, Eseln, Pferden, Kängurus, Straußenvögeln. Sarah ist bis Ende März für ein Engagement beim Zirkus Belly Wien in Holland, so die Zirkusleute zu den Behörden und zu PETA. Dies entpuppt sich rasch als Lüge. Sarah bleibt wochenlang spurlos verschwunden. Den Behörden ist es nicht möglich, in Erfahrung zu bringen, wo der Zirkus Sarah versteckt hat. Wochen des Bangens um Sarah vergehen.

Sarah wird gefunden
Am 19. Februar finden Tierfreunde aus Wangen im Allgäu das Tier und benachrichtigen uns. Es ist eisig kalt, es gibt kein Stallzelt für Sarah, wieder nur den Wagen und Bewegungslosigkeit. Als wir eintreffen, steht die Türe offen. Wir erkennen Sarah und zwei abgemagerte Ponys, die ebenso im Elefantenwagen eingepfercht sind. Das zuständige Veterinäramt in Wangen hat den Zirkus Belmondo (direkte Verwandtschaft von Zirkus Kaiser) zwar kontrolliert, einen Elefanten allerdings nicht zu Gesicht bekommen. Wie auch, wenn er im Wagen versteckt wird! Zuverlässige Zeugen berichten uns, dass Sarah schon länger in Wangen ist. Das Veterinäramt in Wangen aber lässt sich von Zirkus Belmonda belügen. Sarah komme gerade aus Holland, habe einen Zwischenstopp in Wangen eingelegt, um sich vom Transport erholen zu können, bevor man nach Villingen-Schwenningen zurückfahre. Geographische Kenntnisse der Veterinärin? Fehlanzeige!

 

Video: Lebensraum von Sarah in Wangen im Allgäu

Sarah verschwindet erneut

Am 20. Februar ist Sarah erneut verschwunden. Entgegen der Behauptung des Zirkus wird sie nicht nach Villingen-Schwenningen gebracht. Dort nämlich müsste sie der Zirkus ausladen, in ein beheiztes Stallzelt stellen – und das kostet Geld. Sarahs Leidensweg geht weiter.

Die Zeiten sind schlecht, klagt der Zirkusdirektor. Man habe kein Geld für Nahrung, kein Geld für Heizung, kein Geld für Benzin. Wie – so fragen wir uns – sollen die Tiere satt werden? Warum steht ein Zirkus mit exotischen Tieren während der kalten Jahreszeit auf einer Wiese und nicht in einem festen Winterquartier? Wieso darf dieser Zirkus so viele Tiere mitführen (laut einer Meldung vom Oktober 2009 mehr als 80 Tiere), wenn er diese nicht pflegen, ernähren und ordnungsgemäß unterbringen kann?

Uns liegen Informationen vor, wonach der Zirkus bereits im November 2000 nicht zurück ins Winterquartier nach Dachau konnte, da ihm das Benzingeld fehlte. Schon damals bat er um Futter- und Geldspenden für die Heizung des Elefanten. Doch das Drama für Sarah begann schon früher: 1996 soll eine Amtstierärztin bei einer Kontrolle einen reduzierten Ernährungszustand, einen sehr schlechten Pflegezustand sowie Symptome von Erfrierungen an den Ohrrändern sowie der Schwanzspitze festgestellt haben, ebenso eine schmerzhafte Fistel unter dem abgebrochenen linken Stoßzahn.

Nahrungs- und Geldspenden für den Zirkus sind keine Lösung. Vielmehr aber energisches und vor allem nachhaltiges Eingreifen der Behörde.

 

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