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Zoobabies: Von Superstars zu Verlierern

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Wie ergeht es den Tieren in Zoos wirklich?

Stand Juni 2012
Nach Knut war Flocke in aller Munde. Kein Wunder: Sie ist putzig und wird geschickt vermarktet. Keine Zeitung, kein TV-Sender, der nicht über Flocke berichtet hatte. Die Bilder sind mit denen von Knut vergleichbar. Aber, wie die Nürnberger ja schon feststellten: "Knut war gestern!". Dieser Slogan ist symptomatisch für den medialen und kommerziellen Umgang mit Zoobabies.

 

 

Flocke oder Knut? Wissen Sie wer es ist?
Vor kurzem hat Knut weltweit die Herzen der Menschen für sich gewonnen – aber wann haben wir das letzte Mal etwas von dem Liebling der Zoobesucher gehört?

So sieht die Realität der Zooindustrie aus. Tiere werden gezüchtet, weil Babys die Kassen klingeln lassen. Umso größer sie jedoch werden, umso schneller schrumpfen die Besucherzahlen. Die Menschen verlieren das Interesse und gehen schnell weiter zum nächsten Tier, während Knut und andere Jungtiere in Zoos in ihren Gehegen versauern – sie werden dort „gelagert“, verkauft oder wie Mangelware umgetauscht.

Der Kuschelfaktor hält im Zoo nicht lange an. Obwohl Knut noch nicht einmal ein Jahr alt ist, hat er seinen Pfleger – seine „Ersatzmutter“ – bereits verloren, weil er zu groß geworden ist, um so engen Kontakt mit ihm zu pflegen. Alle Babys wollen jedoch geliebt und umsorgt werden und so kann man Knut in seinem Gehege heulen hören, weil er den einzigen Gefährten verloren hat, den er jemals kannte. Es gibt bereits Pläne für Knuts Verlegung in einen anderen Zoo, wo er als Zuchtmännchen eingesetzt werden soll. Man kann förmlich die Eurozeichen in den Augen der Zoodirektoren sehen, die sich auf Knut II, III und IV freuen.

 

Sehen Sie die traurige Realität von Eisbären in Zoo-Gefangenschaft:

 

Lebenslang: Dieser Affe wird nie frei sein
Erwachsene Tiere werden in Zoos routinemäßig wie der Müll von gestern aussortiert. Der Brillenbär, der vorher in Knuts Käfig lebte, musste Platz machen, als das Baby da war und wurde in einen anderen Zoo abgeschoben. Hierfür wurde kein Pressetermin einberaumt. Man hörte auch recht wenig über einen Schweizer Zoo, der vor kurzem zwei gefährdete Löwenbabys umbrachte, nur weil nicht genug Platz da war.

In den USA wurde eine Schimpansendame namens Edith ihrer Familie im Zoo von Saint Louis entrissen, als sie erst 3 ½ Jahre alt war. In den darauf folgenden 37 Jahren wurde sie von den verschiedensten Einrichtungen weitergereicht. Jetzt siecht Edith in einem privaten Reisezoo in Texas vor sich hin. Der Orang-Utan Rusti wurde im Woodland Park Zoo in Seattle geboren und durchlebte jahrelang seine private Hölle in New Jersey bevor irgendjemand einschritt.

Die Gier, die diese Zuchtprogramme antreibt, verurteilt unzählige Tiere zu ähnlich furchtbaren Schicksalen.

Der Cape May County Zoo in New Jersey, verdiente $6.000 an dem Verkauf von Twiggs und Jeffrey, zwei Giraffen, an einen Tierhändler, der die beiden dann an einen kitschigen Wanderzirkus weiterverkaufte. Die Besitzer der Bearcat Hollow in Minnesota wurden angeklagt, weil sie vorhatten, gefährdete oder bedrohte Tiger, Grizzlybären, Leoparden und andere Tiere im Wert von $200.000 zu verkaufen – dies verstößt gegen staatliche Gesetze. Die Staatsanwaltschaft erhob Klage in vier Fällen gegen die sog. „Armarillo Auffangstation“ wegen dem Versuch, zwei Nebelparder und einen weißen Tiger zu verkaufen und dem Fälschen der zum Verkauf nötigen Papiere.
Viele Tiere sind tot mehr wert als lebendig. Ausgemusterte Zootiere enden manchmal in speziell eingerichteten Jagdgebieten, wo sie eine leichte Beute für die Jäger auf der Suche nach einer neuen Trophäe sind. Die Organe exotischer Tiere werden häufig zur Herstellung traditioneller chinesischer Medizin und die Köpfe und Felle an Sammler verkauft. Eine Untersuchung des U.S. Fish and Wildlife Service in einem Zoo in Dakota mit dem Namen Bear Country USA, deckte den Verkauf von Bärenpfoten, Gallenblasen und anderen Körperteilen im Wert von über $26.000 auf – sie stammten alle von den Bären des Zoos.

Solange Jungtiere noch zahlreiche Besucher anziehen, wird dieser Teufelskreis weitergehen. Anstatt Zoos zu lobpreisen, können tierfreundliche Menschen Gruppen unterstützen, die sich für die Erhaltung natürlicher Lebensräume einsetzen oder wahre Auffangstationen betreiben, wo gerettete Tiere aufgenommen werden und den Rest ihres Lebens verbringen dürfen – ohne gezüchtet oder ausgemustert zu werden, sobald sie nicht mehr klein und süß sind.