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Zwei American Staffordshire Terrier in Rüsselsheim erschossen: PETA fordert Abschaffung von Rasselisten

 
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Wurden die Hunde Opfer einer „Kampfhunde“-Hysterie?

Stand September 2014
Rüsselsheim / Stuttgart, 26. September 2014 – Am Dienstagmorgen tötete die Polizei auf dem Rüsselsheimer „Friedensplatz“ zwei American Staffordshire Terrier durch mehrere Schüsse. Die Beamten waren offenbar aufgrund der Rassezugehörigkeit der Hunde um die öffentliche Sicherheit besorgt, denn in Hessen werden die Terrier auf der Liste für gefährliche Hunderassen geführt. Die Tiere waren am Morgen nach draußen gelangt, nachdem Einbrecher nachts das Hintertür-Schloss einer von den Hunden bewachten Shisha-Lounge beschädigt hatten. Passanten verständigten die Polizei, welche die Tiere „präventiv“ erschoss. Bisher ist unklar, ob die Hunde zuvor zwei Menschen verletzt hatten, wie von Seiten der Polizei behauptet wurde, oder ob die Tiere lediglich mit Pizzaschachteln spielten, wie Augenzeugen berichteten. In der Nachbarschaft sollen die Hunde als brav und umgänglich bekannt gewesen sein und hatten bereits den Wesenstest bestanden. PETA Deutschland e.V. fordert nun erneut eine Abschaffung der sogenannten Rasselisten, die einzelne Hunderassen als grundsätzlich gefährlich stigmatisiert, sowie die gleichzeitige Einführung eines Sachkundenachweises für Hundehalter.
 
„Offenbar gerieten die Polizisten angesichts der sogenannten ‚Listenhunde‘ in Panik. Hätte es sich um Golden Retriever gehandelt – sie wären wohl kaum erschossen worden“, so Sabine Trebicky, Fachreferentin für Tierische Mitbewohner bei PETA Deutschland e.V. „Dieser Vorfall zeigt, dass nicht etwa sogenannte ‚Kampfhunde‘, sondern die gesetzlichen Rasselisten selbst eine große Gefahr bergen. Mit diesen Listen wurde in der Bevölkerung eine regelrechte Hysterie geschaffen.“
 
PETA und auch der örtliche Tierschutzverein bemängeln, dass zunächst hätte versucht werden müssen, die Tiere zu betäuben, bevor man zu solch drastischen Maßnahmen greift. Ob ihre Handlung Konsequenzen für die Beamten haben wird, ist noch offen.
 
Experten wie die renommierte Verhaltensforscherin und Kynologin Dr. Dorit Feddersen-Petersen sprechen sich gegen die Theorie einer genetisch veranlagten erhöhten Aggressivität bestimmter Hunderassen aus. Im Land Niedersachsen wurde deswegen bereits 2013 die „Rassenliste“ abgeschafft und stattdessen der verpflichtende Sachkundenachweis für Hundehalter eingeführt. Weitere Länder ziehen ähnliche Gesetzesänderungen in Betracht. Der sogenannte Hundeführerschein kann sicherstellen, dass Hundehalter sachkundig mit ihrem Tier umgehen und die Signale ihres Vierbeiners richtig deuten. Eine funktionierende Kommunikation zwischen Halter und Hund ist unerlässlich, um Beißvorfälle zu verhindern. Zudem werden Kenntnisse über die Anforderungen der Hundehaltung vermittelt, die für ein tiergerechtes Leben der Hunde unerlässlich sind.
 

Weitere Informationen:
PETA.de/Silke_Wechsung
PETA.de/Hundeführerschein
PETA.de/Wie_steht_PETA_zu_sogenannten_Kampfhunden
 
Kontakt:
Judith Stich, +49 (0) 30 - 68 32 666 04, JudithS@peta.d