11 Gründe, warum Fische genauso sind wie wir

Nach der Lektüre werden Sie Fische nicht mehr als Lebensmittel sehen, sondern als Freunde

Fische sind Freunde, kein Futter – das weiß der Hai im Kinofilm „Findet Nemo“. Sehen Sie das auch so oder betrachten Sie Fische noch als Lebensmittel?

Natürlich kann man den Goldfisch nicht mit ins Kino nehmen oder mit einem Igelfisch ein Gläschen Sekt trinken, aber mit Fischfreunden kann man sehr wohl einige lustige Abenteuer erleben. Warum im nächsten Urlaub nicht mal mit einer kleinen Sandgrundel oder Seezunge Verstecken oder mit einer neugierigen Goldstrieme Fangen spielen?
Fische haben tatsächlich viele Eigenschaften, die Sie an Ihrem besten Kumpel oder der besten Freundin schätzen: Die meisten Fische sind freundlich, neugierig, clever, gefühlvoll, haben ein gutes Gedächtnis, sind loyal und sorgen mit ihrem abwechslungsreichen Liebesleben für spannende Unterhaltung. Klar: Abweichungen und Ausnahmen gibt es immer – so wie bei uns Menschen. Schließlich sind wir alle Individuen, und jeder Mensch und jeder Fisch ist eine einzigartige Persönlichkeit.

Warum könnte ein Fisch auch Ihr Kumpel oder Ihre Kumpelin sein?

1. Fische sind gesellig und kommunikativ

Fische führen ein reiches soziales Leben. Heringe leben beispielsweise in Schwärmen von Zehntausenden Tieren und sind sehr kommunikativ. Da kann es bei Unterwassergesprächen schon mal lauter werden – sogar so laut, dass die schwedische Marine Heringsgespräche für russische U-Boote hielt.

2. Fische singen gerne im Chor

Einige tropische Korallenfische in Australien singen wie Vögel gerne in der Morgen- und Abenddämmerung gemeinsam im Chor. Hören Sie selbst.

3. Fische mögen und suchen Körperkontakt

Fische mögen Körperkontakt und suchen diesen zu ihrer eigenen Beruhigung. Das wissen nicht nur Taucher, die schon einmal Haie oder Lippfische gestreichelt haben. Studien zeigen, dass sich ängstliche Doktor-Fische beruhigen, wenn sie andere Fische berühren.

4. Fische mögen Teamarbeit

Fische, auch Individuen verschiedener Arten, jagen gemeinsam und verständigen sich hierbei mittels Körpersprache. So fordert der Zackenbarsch eine Muräne zur gemeinsamen Jagd auf, indem er sich vor ihrer Höhle platziert und schnell den Kopf hin und her schüttelt. Hat die Muräne gerade Hunger, kommt sie mit. Der Zackenbarsch verrät ihr dann, wo sich die Beute in einer Felsspalte versteckt hat, indem er sich auf den Kopf stellt und im Kreis dreht. Sehen Sie hier das Video.

5. Fische lassen Freunde nicht im Stich

Ein in einem Netz in Ufernähe gefangener Igelfisch wird von einem Schwimmer befreit, der mit einer Glasscherbe das Netz auseinanderschneidet. Währenddessen bleibt sein Freund oder seine Partnerin in unmittelbarer Nähe. Erst als der Fisch befreit wurde, schwimmen beide gemeinsam davon. Sehen Sie hier das wundervolle Video.

6. Fische haben ein hochinteressantes Liebesleben

Will ich heute männlich oder weiblich sein? Diese Frage stellen sich manche Lippfische mehrmals im Leben. Überhaupt können nicht wenige Fischarten ihr Geschlecht spontan wechseln, wenn es die Chancen zur Fortpflanzung erhöht. Je weniger Tiere einer Art in einem Gebiet leben, umso höher die Wahrscheinlichkeit, dass Männchen zu Weibchen werden. Je mehr Artgenossen da sind, umso mehr Weibchen werden zu Männchen.

Auch gleichgeschlechtliche Paare gibt es: Wussten Sie, dass viele Seepferdchen schwul sind? Oder dass Anglerfische bei der Paarung buchstäblich miteinander verschmelzen, so dass aus zwei Blutkreisläufen einer wird? Es wurde schon beschrieben, dass bis zu acht Männchen mit einem Weibchen verwachsen sind.

7. Fische haben ein gutes Gedächtnis

Dr. Ashley Ward, Fischbiologe an der Universität Sydney, erklärte in der Fachzeitschrift „Science“, dass wir heute zahlreiche Fischarten mit erstaunlichen Gedächtnisfähigkeiten kennen. Ward bezieht sich dabei unter anderem auf folgende Begebenheit: Professor Charles Eriksen aus den USA hatte mehrere Monate lang die Fische in einem Teich gefüttert und beim Füttern stets „Fisch Fisch“ gerufen. Als Eriksen fünf Jahre später an den gleichen Teich zurückkehrte und wieder „Fisch Fisch“ rief, schwammen einige der noch lebenden Fische sofort an die Wasseroberfläche und warteten darauf, gefüttert zu werden. Laut Ward hat der Frillfin-Gobie, der bei Ebbe in Gezeitenbecken lebt, ein erstaunliches Erinnerungsvermögen. „Wenn der Fisch bei Ebbe von einem Vogel gejagt wird, springt er von einem Gezeitenbecken ins nächste. Dazu muss er sich bereits bei Flut alle späteren Becken merken können.“ Für uns Menschen wäre eine solche Aufgabe zu schwierig.

8. Fische sind emotional

Ähnlich wie Menschen und andere Tiere erleben Fische eine Reihe von Emotionen, einschließlich Angst, Freude, Entspannung und Verspieltheit. Bei starken Gefühlen wie Angst oder Stress haben Wissenschaftler sogar eine Erhöhung der Körpertemperatur nachgewiesen und sprechen von „emotionalem Fieber“.

9. Fische sind auch mal schlecht drauf

Wie schwedische Forscher vor Kurzem herausgefunden haben, können Fische an einer Depression erkranken, wenn sie schlecht behandelt werden. Die Wissenschaftler untersuchten Lachse, die in Aquafarmen gezüchtet werden, wo sie in stark überfüllten Becken ein miserables Leben führen. Die Tiere sind ständigen Aggressionen durch Artgenossen ausgesetzt und leiden unter Futterkämpfen sowie einer sterilen Umgebung.
 

10. Fische sind clever

Beobachtungen zeigen, dass viele Fische ausgesprochen lernfähig sind. So war es beispielsweise möglich, Buntbarschen, die seit Generationen in Gefangenschaft aufwachsen und daher keine natürlichen Fressfeinde kennen, beizubringen, ihre natürlichen Fressfeinde wieder als solche zu erkennen.

Rochen lernten in Versuchen, an Futter aus einem Rohr heranzukommen und nutzten dabei unterschiedliche Strategien: Die weiblichen Rochen erzeugten mit ihren Flossen eine Strömung, sodass das Futter im Rohr angesaugt wurde. Die männlichen Tiere wiederum nutzten ihren scheibenartigen Körper als Saugnapf, um an das Futter zu gelangen.
Schützenfische „schießen“ Insekten mit einem Wasserstrahl von Uferpflanzen herunter, die sich über der Wasseroberfläche befinden. Forscher haben herausgefunden, dass die Fische dazu erst in der Lage sind, wenn sie etwa 1.000 solche Versuche von älteren Schützenfischen beobachten haben.

11. Fische fühlen Schmerz

Studien der Biologin Lynn Sneddon haben gezeigt, dass Fische nicht nur Schmerzrezeptoren aufweisen, sondern ihren Schmerz auch durch ihr Verhalten zeigen, indem sie die verletzte Körperstelle reiben, aufhören zu essen und sich ruckartig bewegen. Verabreicht man ihnen Schmerzmittel, stellen sie dieses Verhalten ein. Ein anderer Versuch zeigte, dass Fische sogar bereit sind, ungeliebte Dinge zu tun, wenn sie dadurch von ihren Schmerzen befreit werden. Fische, denen Essigsäure in die Lippen gespritzt worden war, bevorzugten den sonst ungeliebten Aufenthalt im kahlen Bereich des Beckens, wenn hier Schmerzmittel im Wasser gelöst waren. Wurde keine Schmerzmittel in den kahlen Beckenbereich gegeben, hielten sich die behandelten Fische wie die Fische aus der Kontrollgruppe in dem mit Pflanzen und Gegenständen dekorierten Teil des Beckens auf. Wissenschaftler schließen daraus, dass Fische sogar Opfer bringen, um sich von Schmerz zu befreien.

Auch wenn wir Fische über Wasser nicht schreien hören können, so heißt das nicht, dass sie nicht leiden.
 

Wie können wir unseren schuppigen Freunden helfen?

Der beliebte Schriftsteller und Dichter George Bernard Shaw sagte einmal:

„Tiere sind meine Freunde und ich esse meine Freunde nicht.“ 


Indem wir Fische von unserem Speiseplan streichen, können wir Zigtausenden Milliarden Freunden das Leben retten. Es ist so leicht, tierfreies Essen zu probieren und zu genießen – fangen wir am besten gleich heute damit an! Hier geht es zum Veganstart-Programm.