14. tote Giraffe in fünf Jahren: Giraffe Fleur stirbt im Zoo Magdeburg

Magdeburg / Stuttgart, 28. Dezember 2017 – Todesserie von Giraffen geht unvermindert weiter: Nach dem Tod der 14-jährigen Giraffendame Fleur im Magdeburger Zoo übt PETA scharfe erneut Kritik an der Giraffenhaltung in zoologischen Einrichtungen. Fleur war am gestrigen Mittwoch vermutlich nach einem Sturz im Gehege aufgefunden worden. Selbst mit Hilfe der Feuerwehr konnte sie nicht aufstehen; ihr Kreislauf versagte und sie wurde eingeschläfert. Allein in den vergangenen fünf Jahren sind in deutschen Zoos mindestens 14 Giraffen verfrüht gestorben. Die Tierrechtsorganisation fordert ein Nachzucht- und Importverbot für Giraffen.

„Der aktuelle Fall in Magdeburg zeigt erneut: Die empfindlichen Giraffen können in Gefangenschaft nicht tiergerecht gehalten werden und haben nichts im Zoo zu suchen“, so Peter Höffken, Fachreferent für Tiere in der Unterhaltungsbranche bei PETA.
 
Aufgrund ihrer empfindlichen Anatomie sind die langbeinigen Paarhufer in Zoos hohen Risiken ausgesetzt, die in den unzureichenden Gehegen immer wieder zu Stürzen und tödlichen Verletzungen führen. Enge Boxen, rutschige oder harte Böden sowie riskante Transporte und Narkotisierungen sind charakteristisch für eine tierschutzwidrige Haltung, die zu auffällig hohen Unfall- und Sterberaten bei Giraffen führt. Einen Beitrag zum Artenschutz leisten Zoos nicht, denn die Tierart kann grundsätzlich nicht ausgewildert werden.

Neben vier Todesfällen im Zoo Augsburg kamen in den vergangenen fünf Jahren auch in den Zoos Osnabrück und Leipzig Giraffen ums Leben. Zuletzt war Giraffe Jasho im Schweriner Zoo Juli 2016 tot in seinem Gehege aufgefunden worden, nachdem er vermutlich ausrutschte und sich das Genick brach. Einen Monat zuvor erwachte Mtoto im Zoo Karlsruhe nicht mehr aus einer Narkose. Im Mai 2016 verhakte sich Kibali im Tiergarten Nürnberg mit ihren Stirnzapfen in einem Gitter und verletzte sich so schwer an der Wirbelsäule, dass sie eingeschläfert werden musste. Im November 2015 hatte sich der sechsjährige Giraffenbulle Abasi im Berliner Zoo in einem Strick verheddert und stranguliert. Giraffenbulle Vuai wurde im Oktober nach einem missglückten Transportversuch im Dortmunder Zoo eingeschläfert. Zuvor musste das 14 Monate alte Giraffenbaby Rudo im Frankfurter Zoo euthanasiert werden, nachdem es sich im April 2015 schwer beim Spielen verletzte. Im Dezember 2014 wurde Giraffe Kibaya im Tierpark Berlin eingeschläfert – sie zog sich infolge eines Sturzes während der Nahrungsaufnahme erhebliche Verletzungen zu.

PETA setzt sich grundsätzlich für ein Haltungsverbot von exotischen Tieren ein. In zoologischen Einrichtungen weisen die Wildtiere durch die artwidrigen Haltungsbedingungen in der Regel schwere Verhaltensstörungen auf. Insbesondere bei bedrohten Tierarten wie Menschenaffen, Bären oder Großkatzen sind keine Auswilderungen möglich, weil die Tiere im Zoo keine überlebensnotwendigen Verhaltensweisen erlernen können. Zoobesucher erfahren darüber hinaus nichts über die natürlichen Bedürfnisse und Lebensverhältnisse der Wildtiere.

Weitere Informationen:
PETA.de/Zooirrtümer
PETA.de/Zoo-Hintergrund

Kontakt:
Denis Schimmelpfennig, +49 711 860591-528, DenisS@peta.de