2018 erneut viele Pferdekutschenunfälle: Zehn Tote und 62 Verletzte bei 33 Vorfällen in ganz Deutschland

PETA fordert angesichts tragischer Bilanz Verbot
 

Stuttgart, 11. Januar 2019 – Traurige Bilanz: Die Tierrechtsorganisation PETA veröffentlicht heute die Pferdekutschunfallstatistik für das vergangene Jahr. 2018 kam es deutschlandweit zu 33 Unfällen, bei denen zehn Menschen getötet und 62 verletzt wurden – viele von ihnen schwer. Darüber hinaus starben vier Pferde, vier weitere Tiere wurden verletzt. Im Vorjahr waren 41 Unfälle mit drei Toten und 67 Verletzten zu verzeichnen. Die mit Abstand häufigste Unfallursache war ein Erschrecken eines oder mehrerer Pferde im Straßenverkehr oder auf einem Wald- oder Feldweg.
 
„Die Risiken bei Pferdekutschfahrten sind extrem hoch. Während für Kraftfahrzeuge höchste Sicherheitsstandards gelten, dürfen Kutschen noch wie im Mittelalter über Straßen traben. Wir fordern ein Verbot von Pferdekutschen als Beförderungsmittel – zum Schutz von Mensch und Tier“, so Jana Hoger, Fachreferentin bei PETA. „Es ist geradezu absurd, Pferde im Straßenverkehr einzusetzen. Als Fluchttiere erschrecken sie oft schon durch geringe Störungen und ein simples Hupen kann eine Tragödie auslösen.“
 
Auch in Österreich kam es 2018 wieder zu mehreren Unfällen mit Pferdekutschen: Bei fünf Vorfällen wurden 29 Menschen verletzt. In der Schweiz gab es bei vier Unfällen einen verletzten Menschen und zwei verletzte Pferde. Angesichts der wiederholt tragischen Bilanz von 42 Unfällen im deutschsprachigen Raum mit zehn toten und 92 verletzten Menschen sowie vier toten und sechs verletzten Pferden fordert PETA vom Bundesverkehrsministerium als ersten Schritt ein Verbot von Pferdekutschen auf Kraftfahrstraßen.
 
Die Tierrechtsorganisation wies darauf hin, dass die häufig schweren Verläufe der Unfälle vor allem auf fehlende Sicherungsvorrichtungen wie Gurte und Airbags sowie mangelhafte Beleuchtung und unzureichende Bremssysteme zurückzuführen sind. Daher ist ein Vergleich mit den Unfallzahlen aus dem Kraftfahrzeugbereich nicht zielführend: Die Sicherheit motorisierter Fahrzeuge wird im Gegensatz zu Pferdekutschen ständig weiterentwickelt und aktuellen Standards angepasst. Rothenburg ob der Tauber beschloss 2010 nach einem schweren Pferdekutschenunfall ein Kutschverbot im Innenstadtbereich, das der Bayerische Verwaltungsgerichtshof bestätigte.
 
PETAs Motto lautet in Teilen: Tiere sind nicht dazu da, dass sie uns unterhalten. Die Tierrechtsorganisation setzt sich auch aus Tierschutzgründen für ein Verbot von Pferdekutschen ein. Insbesondere für Touristengespanne müssen die Tiere oft stundenlang bei Winterkälte oder Sommerhitze im lauten und gefährlichen Straßenverkehr auf hartem Asphalt stehen oder die schweren Kutschen ziehen – häufig bis zum Zusammenbruch. Eine tiergerechte Lebensweise wird Pferden vor Kutschen verwehrt.
 
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Pferdekutschunfälle fordern immer wieder Opfer bei Mensch und Tier. / © 112-magazin.de
 
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Weitere Informationen
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