2,8 Millionen (!) Tiere mussten 2017 für Tierversuche leiden

1.368.447 Mäuse.
255.449 Ratten.
239.350 Fische.
92.661 Kaninchen.
36.920 Vögel.
3.385 Affen.
3.300 Hunde.
718 Katzen.

Diese und 807.007 weitere Tiere wie Hamster, Pferde, Schweine, Schafe, Hühner und Reptilien wurden im Jahr 2017 „im Namen der Wissenschaft“ in Tierversuchslaboren missbraucht. Viele starben dabei oder wurden getötet.

Tierversuche 2017: Die offizielle Statistik des Bundeslandwirtschaftsministeriums

Pünktlich zu den Feiertagen am Jahresende wurde auch 2018 die offizielle Tierversuchsstatistik des Bundeslandwirtschaftsministeriums (BMEL) veröffentlicht. Wie schon in den Jahren zuvor stagniert die Zahl bei insgesamt 2,8 Millionen.

2,8 Millionen Tiere, die Giftstoffe einatmen, bis zum Beinahe-Ertrinken schwimmen, sich Löcher in den Schädel bohren lassen müssen. 2,8 Millionen Tiere, die zwangsernährt, unterernährt, mit Stromschlägen traktiert, durstig gehalten oder einfach nur für eine Organentnahme getötet werden.

Dabei lautet der Konsens des BMEL seit Jahren: „Langfristiges Ziel: Tierversuche komplett ersetzen“. Laut eigenen Angaben ist das Ministerium „bestrebt, die Anzahl verwendeter Tiere in Versuchen zu senken“ – ob auf diese schönen Worte auch Taten folgen? Fehlanzeige. Denn obwohl sich verschiedene Ministerien immer wieder selbst dafür loben, wie viel Geld sie zur Förderung von Forschung ohne Tierversuche ausgeben, wird beim genauen Hinsehen deutlich: Diese Gelder kann man nur als Almosen bezeichnen. Denn jährlich fließen Milliardenbeträge in Tierversuche, während nur wenige Millionen in tierversuchsfreie Forschung investiert werden; Förderanträge von Forschungsgruppen mit guten Ideen für Alternativmethoden werden immer wieder abgelehnt.

Die leeren Versprechen der Verantwortlichen hatten im Jahr 2017 zur Folge, dass vor allem die Zahl der Affen, die in Tierversuchen litten und starben, stark angestiegen ist: von etwa 2.500 auf etwa 3.400 Tiere. In Versuchen mit dem stärksten Schweregrad, also in besonders qualvollen Versuchen, litten außerdem fast 7.000 Fische mehr als 2016: Damals waren es etwa 15.000 Tiere, ein Jahr später schon etwa 21.000.

Tiere fühlen Angst und Schmerz genau wie wir Menschen

Die Torturen, die ihnen tagtäglich „im Namen der Wissenschaft“ angetan werden, sind durch nichts zu rechtfertigen. Außerhalb der Labormauern wäre das, was man den Tieren antut, strafbar. Beim Menschen würde man diese Dinge als Folter bezeichnen.

Doch ein Versuchslabor scheint ein straffreier Raum zu sein. Jüngstes Beispiel dieses katastrophalen Systems: die Absage des Gerichtsverfahrens im Fall der Tübinger Affenversuche. Die Forscher des Max-Planck-Instituts wurden 2014 durch erdrückendes Filmmaterial in Erklärungsnot gebracht. Im Februar 2018 wurde gegen drei Mitarbeiter Strafbefehl erlassen, ein Gerichtsprozess sollte im Januar 2019 folgen – doch im Dezember 2018 wurde der Prozess abgesagt.

So scheint der Umgang mit Tieren in unserer modernen Welt einer Art veraltetem Kastensystem zu folgen: Ein Affe, der in Freiheit geboren wird, bekommt – zu Recht – unseren Schutz vor Jagd und Wilderern. Ein Affe, der im Labor geboren wird, ist – völlig legal – einem Leben in Angst, Isolation und körperlichem Schmerz ausgeliefert.

Doch jedes Tier hat ein Leben in Freiheit, ein Leben ohne legalisierte Folter verdient, ganz gleich ob Affe, Ratte, Maus, Fisch, Kaninchen oder Hund. Sie alle fühlen Schmerz, sie alle wollen nur das, was wir Menschen auch wollen: das Recht, ihr eigenes Leben zu leben.

Forschung ohne Tierversuche: Unsere Zukunft

Unzählige Beispiele und Studien zeigen längst, dass Ergebnisse aus Tierversuchen nicht auf den Menschen übertragbar sind. Die Ergebnisse nützen der Heilung unserer menschlichen Krankheiten und Gebrechen so wenig wie ein Münzwurf, denn sie sind unzuverlässig und verschwenden Zeit und Steuergelder.

Echte Forschung ist auf den Menschen bezogen, sie verwendet humane Modelle, sogar ganze Organsysteme. Nur mit diesen tierfreien Forschungsmethoden können der menschliche Organismus erforscht und Heilmittel für menschliche Krankheiten gefunden werden: und zwar ethisch unbedenklich, effizient und effektiv!

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Die Blogartikel zu den Themen Tierrechte und veganem Lifestyle sind von und mit den Mitarbeitern von PETA Deutschland e.V. und weiteren Co-Autoren.