30 Rinder sterben bei Stallbrand in Wurmsham – PETA erstattet Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Landshut

Wurmsham / Landshut / Stuttgart, 9. November 2017 – Kein Entkommen: Einem Medienbericht zufolge starben am 29. Oktober schätzungsweise 30 Rinder bei einem Stallbrand in Wurmsham – die Tiere konnten nach Ausbruch des Feuers nicht rechtzeitig evakuiert werden. Gegen den Betreiber der Stallanlage hat PETA nun Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Landshut erstattet. Der Vorwurf: Durch unzureichende Brandschutzmaßnahmen wurde möglicherweise billigend in Kauf genommen, dass die Rinder qualvoll im Feuer ersticken oder bei vollem Bewusstsein verbrennen. PETA dankt den am Einsatz beteiligten Feuerwehrleuten sowie allen Helferinnen und Helfern, die sich für die Rettung der Tiere eingesetzt haben.
 
„Jedes Tier, das bei einem Brand im Stall stirbt, wurde grob fahrlässig getötet“, so Lisa Wittmann, Agrarwissenschaftlerin und Fachreferentin für Tiere in der Ernährungsindustrie bei PETA. „Der Brandschutz wird bei Tierställen oft nicht ernst genommen. Außerdem: Wenn tausende Tiere in einem Stall eingesperrt sind, ist es schlicht unmöglich, sofort Hilfe zu leisten – dieses Risiko wird billigend in Kauf genommen.“
 
PETA kritisierte in der Vergangenheit wiederholt die bestehenden Brandschutzverordnungen, da der Schutz der Tiere nur unzureichend geregelt ist. Zudem werden selbst diese minimalen Schutzmaßnahmen in der Praxis meist nicht umgesetzt. Durch eine kritische Lage der Löschwasserversorgung kommt es bei derartigen Bränden häufiger zu Zeitverzögerungen, die die Rettung der Tiere verhindern. Es ist noch zu klären, ob dies auch beim aktuellen Einsatz der Fall war.
 
Für die Ernährungsindustrie sind Tiere lediglich ein Produktionsgut. Verbrennen oder ersticken Rinder, Schweine oder Hühner in einem Stall, wird allein der entstandene Sachschaden berechnet. In der landwirtschaftlichen Tierhaltung bedeutet jedoch nicht nur ein Brandfall Leid und Tod. Ganz gleich, ob sie aus konventioneller oder ökologischer Haltung stammen: Tiere als leidensfähige Lebewesen werden anhand ihrer Leistung und ihres Nutzens für den Menschen beurteilt. Für Fleisch, Milch und Eier werden sie ausgebeutet und getötet, obwohl sie ihr natürliches Lebensalter nicht annähernd erreicht haben. Im Schlachthaus ist das Leiden noch nicht beendet: Kopfüber an einem Bein aufgehängt wird ihnen die Kehle durchtrennt; Millionen Tiere sind dabei nicht ausreichend betäubt [1].
 
PETA vertritt die Ansicht, dass Tiere nicht dazu da sind, für die menschliche Ernährung ausgebeutet zu werden. Veganer führen nicht nur ein gesünderes Leben, jeder Einzelne bewahrt auch bis zu 50 Tiere pro Jahr vor dem Tod in Tierfabriken, Schlachthöfen oder auf Fischerbooten. Mit dem kostenlosen Veganstart-Programm der Tierrechtsorganisation gelingt der Umstieg auf eine rein pflanzliche Ernährung spielend leicht. PETA Deutschland e.V. ist die größte Interessenvertretung vegan lebender Menschen in Deutschland.
 
Die Tierrechtsorganisation setzt sich für eine moderne Definition der Grundnahrungsmittel ein: Bislang wurden hierzu unter anderem Fleisch und andere tierische Produkte gezählt und dementsprechend günstiger besteuert. Doch sollten aus ernährungsphysiologischer, ökologischer und tierrechtlicher Sicht keine tierischen Produkte, sondern pflanzliche Eiweißquellen die Proteine für die menschliche Ernährung liefern. PETA fordert die Politik auf, tierische Produkte aus der Liste der Grundnahrungsmittel zu streichen und dafür gesunde Lebensmittel mit einem verminderten Steuersatz zu belegen.
 
[1] http://dipbt.bundestag.de/doc/btd/17/100/1710021.pdf.
 
Weitere Informationen:
Veganblog.de/2015/04/Warum-PETA-bei-Braenden-in-Tierstaellen-Anzeige-erstattet
PETA.de/Lifestyle
PETA.de/Themen/Ernährung
Veganstart.de

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Judith Stich, +49 30 6832666-04, JudithS@peta.de