56-Stunden-Transport ohne Nahrung! So sehr leiden Kälber für Kalbfleisch

YouTube / Eyes on Animals

Die Recherche einer Tierschutzorganisation beweist erneut, welch unsagbare Tierquälerei hinter Kalbfleisch steckt. Eyes on Animals überprüfte Transportfahrzeuge, die Kälber von Irland auf das europäische Festland brachten, und stellte dabei schwerwiegende Verstöße gegen geltendes Recht fest. So wurden hunderte Kälber, die noch auf die Milch ihrer Mütter angewiesen waren, ohne Wasser auf einen 56 Stunden andauernden Transport zu einem niederländischen Kälberbetrieb geschickt. Derart lange Transporte sind nach EU-Recht untersagt. Und dies waren nicht die einzigen Kälber, deren Weg die Organisation nachverfolgen konnte.

Das ganze Grauen des Tiertransports

Insgesamt wurde eine Auslieferung von 5.000 Kälbern überprüft. Die Tiere wurden zuerst auf einer 19-stündigen Fährenüberfahrt von Irland nach Frankreich transportiert. Schon hier wurde die vorgeschriebene maximale Zeitspanne überschritten. Außerdem waren nur drei Begleitpersonen für das Wohl der Kälber anwesend – laut Gesetz hätten es 17 sein müssen, eine Person pro Fahrzeug. Das Gesetz besagt, dass Kälber, die noch gestillt werden, maximal neun Stunden am Stück transportiert werden dürfen. Doch nicht einmal diese völlig unzureichende Vorgabe wurde hier befolgt. Auch nach ihrer Ankunft in Frankreich hielten mindestens sechs der Lastwagen die vorgeschriebene Ruhezeit nicht ein.

Weder Wasser noch ausreichend Platz

Derartige Verstöße wurden nicht zum ersten Mal nachgewiesen und auch ein Fahrer gab zu, das Verhalten würde trotz entsprechender Meldungen an die irischen Behörden fortgesetzt. Der 56-Stunden-Transport von insgesamt 315 Kälbern in die Niederlande zeigte außerdem: Die Tiere hatten während der gesamten Zeit kein Wasser, da die Trinkvorrichtungen entweder kaputt oder falsch eingestellt waren. Auf der Strecke zwischen Frankreich und Holland wurde das Wassersystem komplett abgeschaltet. Die im obersten Teil des Transporters eingepferchten Kälber konnten nicht einmal richtig aufrecht stehen – sie berührten mit dem Rücken schon fast die Decke.
 
Die Trinkvorrichtungen waren entweder kaputt oder falsch eingestellt.

Tierquälerei für Kalbfleisch

Aus Tierrechtssicht sind all diese Vorgaben bereits völlig inakzeptabel. Denn Babys werden ihren Müttern entrissen und auf lange, beängstigende Fahrten geschickt, nur um dann in Kalbfleischbetrieben unter grausamen Bedingungen gemästet zu werden. Die Kälber waren erst zwei bis vier Wochen alt und gingen an belgische und niederländische Betriebe. Derart lange Transporte sind für die Tierkinder besonders dramatisch, da sie eigentlich alle paar Stunden von ihren Müttern versorgt werden sollten. In den Betrieben angekommen, werden die Kälber noch einige Wochen in engen Buchten auf harten, kotverdreckten und rutschigen Spaltenböden gehalten. Gefüttert werden sie überwiegend mit einer möglichst eisenarmen Flüssigkeitsmischung – damit ihr Fleisch besonders weiß bleibt und sich somit besser verkaufen lässt.

Was Sie tun können

Wenn Sie den Kälbern und ihren Müttern helfen möchten, steigen Sie bitte auf eine vegane Ernährung um. Die Fleisch- und Milchindustrie behandelt Tiere wie Ware, die man nach Belieben ausbeuten und entsorgen kann. Alle erforderlichen Informationen und wichtige Tipps für den Umstieg erhalten Sie in unserem kostenlosen Veganstart-Programm.

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Die Blogartikel zu den Themen Tierrechte und veganem Lifestyle sind von und mit den Mitarbeitern von PETA Deutschland e.V. und weiteren Co-Autoren.