Jährlich werden 600.000 Mäuse für Botox getötet

Auch wenn von Tierversuchs-Befürwortern immer wieder das Gegenteil behauptet wird, werden Tierversuche oftmals aus Profitgründen und durch eine lasche Gesetzgebung durchgeführt. Dass jeder Versuch zur Beschönigung der Realität nur fadenscheinige Ausreden für Tierquälerei beinhaltet, zeigt das Beispiel Botulinumtoxin. Trotz vorhandener Alternativen leiden weltweit jedes Jahr 600.000 Mäuse.

Botox: Der Todeskampf der Mäuse dauert drei Tage

Die Qualen, denen die kleinen Nagetiere ausliefert sind, sind entsetzlich.
Für jede neue Charge, die auf den Markt kommt, muss die Menge des Gifts aufs Neue ermittelt werden. Wie genau das passiert, ist grausamer, als man sich vorstellen mag: Den kleinen Nagern wird das Nervengift in den Bauch gespritzt – dann wird gewartet, wie viele Tiere daran sterben. Das wird so oft wiederholt, bis die Dosis ermittelt wurde, an der genau 50 Prozent der Mäuse ersticken. Meist dauert es drei Tage, bis die Atemmuskulatur der Tiere so stark gelähmt ist, dass sie sterben.

Drei Tage Atemnot, drei Tage Angst und Panik, drei Tage Todeskampf.
 

Es gibt Alternativen ohne Tierleid

Noch barbarischer erscheint einem diese Praxis, wenn man sich vor Augen hält, dass es eigentlich tierfreundliche Alternativen zu den sogenannten LD50-Tests an Mäusen gibt. Dennoch leiden und sterben für die Herstellung von Botox aus politischen und gewinnorientierten Gründen weltweit jeden Tag 1.644 Mäuse.

Die Gründe für diese Quälerei sind haarsträubend

Es gibt verschiedene Alternativen zu dem grausamen Erstickungstod der kleinen Nager. Trotzdem: Sechs Hersteller vertreiben das Nervengift, aber nur zwei davon arbeiten bisher mit tierfreien Testmethoden. Die Firmen Allergan und Merz haben ihre Alternativmethoden selbst entwickelt, und zwar schon 2011 und 2015. Doch dabei gibt es mehrere Probleme.

Erstens: Die Verfahren sind nur bei speziellen Arten von Botulinumtoxin anwendbar, die ausschließlich von den Herstellern Allergan und Merz vertrieben werden. Außerdem nutzen diese Firmen tierfreie Testmethoden nur bei einem Teil ihrer Produkte.

Zweitens: Die Firmen halten ihre Verfahren geheim und verhindern somit die Anwendung und Weiterentwicklung durch andere Anbieter – aus puren Profitgründen!

Drittens: Für die Verfahren werden Antikörper benötigt, für deren Herstellung – aus Kostengründen – Tiere leiden und sterben.

Doch es gibt eine gute Nachricht: Es existiert eine weitere Testmethode, die jedes dieser Probleme lösen kann. Prof. Dr. Gerhard Püschel von der Universität Potsdam hat 2015 ein Verfahren komplett ohne Tierleid entwickelt! Sein Verfahren ist bei jeder Art von Botulinumtoxin anwendbar, benötigt keinerlei Nutzung von Tieren und wäre auch nicht patentiert, was es für alle Entwickler und Hersteller zugänglich macht.

Das Problem: Der Förderantrag für das neue Verfahren wurde vom Bundesminsterium für Bildung und Forschung abgelehnt. Daher mussten zunächst finanzielle Förderer für die teure Validierungsstudie gefunden werden, die für eine offizielle Anerkennung der Methode nötig ist. Das Verfahren dauert nun weitere Jahre bis zur Zulassung.

Der qualvolle Erstickungstod von hunderttausenden Mäusen könnte eigentlich längst Geschichte sein – wenn die Förderung der Alternativmethoden endlich ausreichend finanziell unterstützt würde, und Hersteller ihre Entwicklungen nicht aus Profitgründen geheim halten dürften. Und natürlich, wenn nur noch Produkte von Herstellern vertrieben werden dürften, die tierfreie Testmethoden anwenden.

Doch aufgrund von Profitgier und dürftigen Gesetzen geht das Leid der Mäuse weiter.
Prof. Gerhard Püschel und sein Team hatten Glück, denn sie konnten für ihr Wissenschaftsprojekt weitere Förderer finden. Aber den meisten Wissenschaftlern, die an Alternativmethoden von Tierversuchen arbeiten, geht nach den ersten Entwicklungsphasen das Geld aus – denn die staatliche Förderung in diesem Bereich ist absurd gering. Und so landen immer wieder innovative Ideen, die das Leid von Millionen Tieren beenden könnten, vor den letzten Schritten in der Schublade.
 

Was Sie tun können

  • Informieren Sie Freunde und Bekannte über diese sinnlosen Tests.
  • Wenden Sie sich mit der dringenden Bitte an die entsprechenden Hersteller, Entwicklung und Validierungsverfahren von Alternativmethoden zu finanzieren
  • Unterschreiben Sie die Petition, die Nestlé dazu auffordert, aus dem grausamen Geschäft auszusteigen und Ersatzmethoden zu entwickeln.
  • Beugen Sie Faltenbildung durch einen gesunden Lebenswandel und eine pflanzliche Ernährung vor.

Unsere Autoren

PETA Team

Die Blogartikel zu den Themen Tierrechte und veganem Lifestyle sind von und mit den Mitarbeitern von PETA Deutschland e.V. und weiteren Co-Autoren.