7 Aussagen von Forschern, denen Sie nicht glauben sollten!

Tierversuche werden von Forschern regelmäßig verharmlost. Wir haben nachfolgend die gängigsten ihrer Aussagen gesammelt und auf den Prüfstand gestellt.

Behauptung Nr. 1: „Kein Forscher führt gerne Tierversuche durch! Wir machen das nur, weil sie notwendig sind!“

Was in der Forschung als notwendig gilt oder nicht, ist Auslegungssache. Für den medizinischen Fortschritt sind Tierversuche jedenfalls NICHT nötig – im Gegenteil! Sie führen auf falsche Fährten und verhindern vermutlich sogar die Erforschung von Medikamenten, die für den Menschen nützlich wären. Ergebnisse von Tierversuchen sind nicht auf den Menschen übertragbar: Sie zeigen uns lediglich, wie der Körper einer bestimmten Spezies reagiert! Aber klar: Wenn ich Forschungsgelder bekomme, weil ich wissen will, wie sich ein blind und taub gemachtes Rotkehlchen in einem starken Magnetfeld verhält, sobald ich es in eine Box stopfe – dann ist so ein Versuch natürlich „notwendig“.

Tierversuche werden aus folgenden Gründen durchgeführt: aus Tradition, um Forschungsgelder zu generieren, und weil sie Forschern helfen, die Karriereleiter zu erklimmen.

Behauptung Nr. 2: „Den Tieren geht es gut, sonst wären unsere Ergebnisse ja wertlos!“


Ergebnisse von Tierversuchen sind ohnehin nicht auf den Menschen übertragbar. Was Tierversuche hervorbringen, sind Daten. Daten bedeuten Publikationen, Publikationen bedeuten Karriere – ob die Ergebnisse jemals relevant für den Menschen sein werden, spielt dabei keine Rolle. Deshalb ist es für Forscher auch weitgehend egal, ob es den Tieren schlecht geht. Mehr noch: Oftmals werden sie mit Absicht hungrig und durstig gehalten, bekommen weniger Nahrung als gesetzlich vorgeschrieben ist. [1] Warum? Damit sie bei den Experimenten mitmachen, da sie sich nach der „Belohnung“ Wasser sehnen. Wasser- und Nahrungsentzug gehören noch zu den vergleichsweise harmlosen Dingen in der Tierversuchsindustrie. Obwohl es schwierig ist, Dokumentationen aus Laboren zu erhalten, konnten Recherchen immer wieder schreckliche Zustände beweisen: Die Tiere werden getreten, angeschrien und natürlich im Rahmen der schmerzhaften und angsteinflößenden Versuche schlichtweg misshandelt.

Behauptung Nr. 3: „Sie sind nur gegen Tierversuche, weil Sie nicht genug darüber wissen!“

Experimentatoren und Mitarbeiter in Tierversuchslaboren versuchen oft, Tierversuchsgegner zu diskreditieren, indem sie sie als unwissend darstellen. Wer nicht als uninformiert oder gar dumm gelten will, wird so ganz leicht dazu gebracht, sich auf Stammtischparolen wie „Es geht nun mal nicht ohne Tierversuche!“ einzulassen. Dass Studien, Pharmaskandale und zahlreiche Wissenschaftler ein anderes Bild zeichnen, sorgt langsam aber stetig für ein Umdenken.

Behauptung Nr. 4: „Unsere Forschung dient dem Artenschutz!“

Immer wieder werden vermeintlich gute Gründe vorgeschoben, die jeden noch so grausamen Versuch mit wehrlosen Lebewesen rechtfertigen sollen. Doch wenn man genauer hinsieht, wird klar: Tierversuche werden nicht durchgeführt, um Menschen, Tieren oder der Umwelt zu helfen. Sie werden nur deshalb gemacht, weil sie eine riesige Lobby hinter sich haben.

Wer unverbesserlich weiter behauptet, seine Tierversuche dienten einem guten Ziel, dem entgegnet man am besten mit Albert Schweitzers Worten:

„Wer mit Tieren experimentiert, sollte sein Gewissen niemals damit beruhigen, dass diese Grausamkeiten einen lobenswerten Zweck hätten.“

Behauptung Nr. 5: „Das Wohlergehen der Tiere liegt uns am Herzen. Wir tun alles, damit sie so wenig wie möglich leiden!“

Wie wenig der körperliche und seelische Zustand den Mitarbeitern in Laboren am Herzen liegt, kann man immer wieder in dokumentierten Recherchen über Missstände selbst beurteilen.

Behauptung Nr. 6: „Tierversuche werden nicht leichtfertig durchgeführt, die Hürden sind hoch!“

99 Prozent der beantragten Tierversuche werden genehmigt – wie hoch können die Hürden also sein? Der Ablauf sieht folgendermaßen aus: Wer einen Tierversuch durchführen will, muss eine 30-seitige Ausarbeitung vorlegen. 30 Seiten, auf denen steht, was gemacht wird, warum es gemacht wird, und was man sich davon erhofft. Dieser Antrag wird bei der zuständigen Genehmigungsbehörde eingereicht, welcher eine sogenannte „Ethikkommission“ zur Seite steht. Oftmals wird behauptet, Tierschutzbeauftragte aus dieser Kommission könnten grausame und ethisch fragwürdige Versuche verhindern – leider können sie das nicht. Denn was verschwiegen wird, sind zwei entscheidende Punkte: Erstens besteht die Ethikkommission nur zu einem Drittel aus Tierschutzbeauftragten – die übrigen zwei Drittel bestehen aus Veterinären, Ärzten und Wissenschaftlern, die meist selbst in Tierversuche verstrickt sind. Und zweitens hat die Ethikkommission nur eine beratende Funktion: Selbst wenn sie von einem Versuch abrät, hat das keinerlei bindende Funktion für die zuständige Behörde! Diese Punkte und die Tatsache, dass die Personalstellen auf den Behörden unterbesetzt sind und Anträge daher selten gut kontrolliert werden, führen dazu, dass 99 Prozent der Anträge durchgewunken werden – von angeblichen Hürden kann also keine Rede sein. [2]

Behauptung Nr. 7: „Tierversuche sind teuer, deswegen machen wir nur die nötigsten.“

Tierversuche sind teuer, ja – aber kein Forscher bezahlt sie selbst. Müssen sich Forscher zwischen Tierversuchen und Alternativmethodenentwicklung entscheiden, fahren sie stets günstiger mit Tierversuchen. Denn diese werden leicht bewilligt, Milliarden an Forschungsgeldern werden in diesen Sektor gepumpt. [3] [4] [5] [6] Im Gegensatz dazu wurden seit 1980, also in sage und schreibe 38 Jahren (!) nur 560 Projekte mit 180 Millionen Gesamtfördervolumen zur Tierversuchsfreien Forschung gefördert [7]. Kurzum: Tierversuche sind die einfachste Möglichkeit, die Karriereleiter hoch zu klettern – trotz hoher Kosten!

Forscher Microchip
Wer an Alternativmethoden forscht, braucht einen langen Atem und eine hundertprozentige Überzeugung, denn man muss viele Hürden überwinden – im Gegensatz zu Tierversuchen werden nämlich einige Anträge für innovative Alternativmethodenforschung abgelehnt!

Auch die Industrie hat deutliche finanzielle Interessen, welche die stets angeführten „hohen Kosten“ von Tierversuchen schnell wieder relativieren. Denn mit dem Verkauf von Produkten, für deren Entwicklung „teure“ Tierversuche herangezogen wurden, lässt sich ein hoher finanzieller Gewinn erwirtschaften. Somit werfen Tierversuche am Ende des Tages durchaus Profit ab – die Tiere leiden für menschliche Gier.

Was Sie tun können

Im Rahmen dieser Blogserie veröffentlichen wir in regelmäßigen Abständen Informationen zu Argumenten, die gegen Tierversuche sprechen. Bitte helfen Sie mit Ihrer Unterschrift die tierleidfreie Alternativmethodenforschung zu stärken und die finanzielle Umverteilung zugunsten der Alternativmethodenforschung anzustoßen.





Quellen:
[1] https://www.stern.de/tv/strafbefehle-beantragt--was-die-berichterstattung-ueber-affen-versuche-am-max-planck-institut-noch-nach-sich-zieht-7872856.html
[2] https://www.aerzte-gegen-tierversuche.de/de/infos/allgemein/1518-tierschutzgesetz
[3] https://www.bundesbericht-forschung-innovation.de/de/Ausgaben-und-Personal-fur-Forschung-und-Entwicklung-2538.html
[4] https://www.aerzte-gegen-tierversuche.de/images/pdf/forschungsfoerderung.pdf
[5] https://www.aerzte-gegen-tierversuche.de/de/infos/allgemein/269-was-kosten-tierversuche
[6] https://www.aerzte-gegen-tierversuche.de/de/neuigkeiten/2570-skandaloes-milliarden-steuergelder-fliessen-in-tierversuche-nur-geringe-betraege-in-tierversuchsfreie-forschung

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