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Latex Politessen verteilen Strafzettel in Hamburgs Innenstadt

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von Viola Möbius

Stand Oktober 2007
Es war an der Zeit, etwas zu tun. Handlungsbedarf für die „Fashion Police“ von PETA. Was in New York funktioniert hat, sollte hier auch gelingen. Ich war sofort dabei und meine zwei Modelkolleginnen Natalie und Marianna, mit denen ich auch befreundet bin, waren auch begeistert von der Idee.
Foto: Abi Schmidt
Unser Dresscode: Sexy Outfits, weibliche Reize, konzentrierter Blick, Aufklärung, Wahrheiten und Hoffnung. So gingen wir in Hamburgs Innenstadt auf Streife und begaben uns auf die Jagd nach Pelzträgern. Gemeint waren nicht unsere zotteligen, kuscheligen Vierbeiner, denen ihr Pelz so gut steht, sondern diejenigen, die den Eigentümern ihren Pelz rauben und zwar auf bestialische Weise. Wir zogen zu dritt durch die Straßen zu „einschlägigen Geschäften“. Schon auf dem Weg dorthin, sahen wir Kunden für die „tierischen Mäntel“.

1. Reaktion: Flucht.
2. Reaktion: sie bemerken, dass ich schneller bin. Ausflüchte, rote Köpfe, Gestammel. Ich habe mein Bild dabei, dass den „Rest“ vom Tier zeigt, ohne Pelz.
3. Reaktion: war bei allen gleich: der Anblick erschüttert.

Ich möchte sachlich und freundlich bleiben, obwohl mich der Anblick des Pelzmantels oder Kragens wütend macht. Ich frage: „Würden Sie das auch fertig bringen?“ Und halte ihr das Bild noch dichter unter die Nase und lege nach. „Damit kein Loch in Ihren Mantel kommt, werden je nach Größe die 40 bis 120 Tiere ertränkt, erschlagen, gehängt, mit Stromstößen getötet. Stellen Sie sich das bildlich vor. Könnten Sie das auch?“ Auch die Antwort ist die gleiche. „Oh Gott nein!“

Nächste Frage von mir: „Haben Sie einen Hund?“ Und lege beim stummen Nicken meines Gegenüber nach: „Warum erschlagen Sie den nicht und tragen ihn als Mütze?“ Entsetzt aufgerissene Augen, stumm geschüttelter Kopf. Ich lege wieder nach: „Warum nicht? Nur weil Fiffi einen Namen hat?“ Keine Antwort. Warum nicht? Weil es keine gibt.

 

Foto: Abi Schmidt
Am Schlimmsten: finde ich diejenigen, die weg gelaufen sind. Da fällt mir nur ein: armer Mensch.

Nicht weniger schlimm: diejenigen, die einen roten Kopf bekommen haben. Beschämung, Selbsterkenntnis?

Geistesarm und ignorant: zu denken, nur weil ich nicht selber töte, bin ich nicht Schuld.

Armselig, oberflächlich und verlogen: die vermeintliche Tierliebe der Menschen.

Wahre Tierliebe erstreckt sich nicht nur auf den Hund zu Hause und das niedliche Löwenbaby, das via TV uns mit Knopfaugen anguckt. Wahre Tierliebe heißt, alle Tiere zu achten, sie nicht zu unserem Vergnügen wie in Zirkussen zu missbrauchen und einer Spinne in der Wohnung auf ein Blatt Papier zu helfen und sie an die Luft zu setzen. Früher war ich nur wütend auf die Männer, weil sie es sind, die die Tiere töten. Heute bin ich es auch auf die Frauen, denn auch sie tragen die toten Tiere. Wir müssen ohne Pelz nicht frieren und sterben. Die Tiere frieren dann auch nicht mehr. Sie sind tot.

 

Foto: Abi Schmidt
Glücklich: macht hat mich die Tatsache, viele Menschen bei der Aktion getroffen zu haben, die chicen Kunstpelz tragen. Bei denen habe ich mich bedankt.
Ich selbst habe auch eine edle Pelzdecke zu Hause, nur meine kann man waschen und manchmal fusselt sie ziemlich, weil auch sie synthetisch ist.

Hoffnung: machen mir die Firmen, die solche Kunstpelze herstellen.

Zuversicht: geben mir die vielen Menschen - deren Zahl immer größer wird -, die wie ich unsere Tiere lieben und ihnen eine Stimme geben.

Bitte seien Sie auch einer von diesen Menschen und helfen Sie den Tieren!

Herzlichen Dank Ihre Viola Möbius