Das sind die vegan-freundlichsten Stadien 2018

Nach 34 Spieltagen, einer frühen Meisterschaft in der ersten Bundesliga und einer bis zum Schluss spannenden zweiten Bundesliga geht die Saison 2017/2018 zu Ende. Beim Fußball is‘ entscheidend auf’m Platz. Für hungrige Fans hingegen ist entscheidend neben dem Platz. Deswegen gibt es für diese Saison noch einen weiteren wichtigen Titel zu gewinnen – das vegan-freundlichste Fußballstadion 2018.

Zum dreizehnten Mal veröffentlicht PETA ein Ranking der veggie-freundlichsten Fußballstadien Deutschlands. Nach der Einführung eines Fairnesssiegers mit dem größten veganen Angebot im letzten Jahr wird für die diesjährige Saison ausschließlich das vegane Angebot bewertet. Außerdem werden erstmals die erste und zweite Bundesliga zusammen bewertet.

In der ersten Liga konnte sich Bayern München die vorzeitige Meisterschaft ohne große Konkurrenz sichern. Die zweite Liga war spannend wie lange nicht mehr. Zwischen Relegationsplatz zur ersten Bundesliga und dritten Bundesliga lagen nur wenige Punkte, und bis zum letzten Spieltag war der Klassenerhalt für viele noch nicht sicher. Wie groß die Punktedifferenz zwischen den vegan-freundlichsten Stadien ist sehen Sie hier:

 

Die Einzelergebnisse

Die Top-Vereine

Die beiden letztjährigen Fairnesssieger sichern sich in diesem Jahr in der Tabelle der vegan-freundlichsten Bundesligastadien die ersten beiden Plätze. Der FC Schalke 04 schafft mit 34 Punkten eine erfolgreiche Titelverteidigung. Punkte erzielen dabei veganes Schalker Tofu-Schaschlik, das pflanzliche Knusperschnitzel HongKong und ein asiatischer Tofu-Wrap. Den zweiten Platz in der Gesamtwertung sichert sich der FC St. Pauli. Wie im letzten Jahr punktet der FC St. Pauli mit drei veganen Burgern von Vincent Vegan, veganer Currywurst und veganen Bagel.

Auf Rang drei haben es sich die Leipziger Rasenballer gemütlich gemacht – und damit ihr Sortiment gegenüber dem Vorjahr ausgebaut. Mit einem Baguette „Vegano“ (Tomatenaufstrich, Rucola und eingelegter Tofu), veganer Brat- oder Currywurst und bunten Salatvariationen mit Quinoa oder Linsen kann das Spiel beginnen.

Auf Platz vier: Die Borussia aus Mönchengladbach verdrängt den Lokalrivalen aus Köln auf den fünften Platz. Auch in diesem Jahr können der Edamame Salat, der „Kartoffel-Wasabi“ Salat und „Brokkoli Quinoa und Bohnen“ Salat punkten. Hier gibt es eine breite Auswahl an kreativen Salatkreationen, unterfüttert mit den Klassikern Brezeln und Pommes Frites.

In der Bundesliga mit einer starken Aufholjagd, die nicht belohnt wurde, sichert sich der 1. FC Köln in diesem Jahr den fünften Platz der veganen Liga. Gebratene Nudeln mit Gemüse, Kokosmilchreis und ein Falafelsandwich sind nur eine kleine Auswahl von veganen Speisen, die es in Köln gibt.

Das Mittelfeld

Wir bleiben in der Region: Bayer Leverkusen sichert sich den sechsten Platz. Eine gute Basis aus Kartoffelprodukten sowie außergewöhnliche Gerichte wie Grünkohl-Hanf-Bällchen, Basilikum Tofu-Praline auf Dinkelsalat und ein Bulgur Cup mit Falafel komplettieren die vegane Auswahl. Gab es im letzten Jahr nur Pommes frites und Bretzeln für die veganen Fans, wurde in diesem Jahr am Kaderausbau gearbeitet.

Mit Avocado-Sandwiches, Couscoussalat und Karotten-Ingwer-Suppe erreicht der 1. FSV Mainz 05 einen europäischen Platz unter den vegan-freundlichsten Stadien. In der Liga mit einem Blick nach unten, geht es im PETA-Ranking nach oben.

Wieder unter den ganz Großen mischt die Fortuna aus Düsseldorf mit. Sowohl der Aufstieg in die erste Liga als auch der Abschluss in der veganen Tabelle zeigen die Ambitionen des Vereins. Zwei verschiedene vegane Wraps mit veganer Mayonnaise oder Falafel, veganes Lahmacun und diverse Smoothies geben Power zum Jubeln für die nächsten Erfolge.

Borussia Dortmund landet auf dem neunten Tabellenplatz. Falafelwraps, Glasnudelsalat mit Curry im Becher und gebratene Champignons mit Zwiebeln bringen den Dortmundern die wichtigen Punkte ein, um oben mitzuspielen. Bei der Größe des Stadions können vegane Fans allerdings etwas mehr erwarten.

Punktgleich dahinter positionieren sich zwei Vereine aus Niedersachsen. Bei Hannover 96 weht ein asiatischer Wind durch die Gerichte: Asiatische Gemüsenudeln, Frühlingsrollen und gebackenes Gemüse in Tempurah-Teig liefern eine gute Leistung. Wolfsburg punktet mit veganer Currywurst, einer Gemüse-Pilzpfanne und diversen Suppen. So kommen vegane Fans auf ihre Kosten, und Tiere müssen nicht leiden.

Das untere Mittelfeld

In der Liga dicht hinter Wolfsburg, in der veganen Abschlusstabelle auch: der Hamburger Sportverein. Ein veganer Hotdog und ein veganer Tofuspieß mit Soße bringen neben den in allen Stadien immer häufiger auftauchenden Süßkartoffelpommes Punkte ein.
Auch die Hertha aus Berlin kann mit Süßkartoffelpommes und einem veganen Burrito punkten und sich den dreizehnten Tabellenplatz sichern. Eine Suppenauswahl wärmt zusätzlich in den kalten Wintertagen. Punktgleich gesellt sich der FC Ingolstadt dazu, die Falafel mit Couscous und Chili sin Carne für feurige Fußballspiele anzubieten.

Der Sportclub aus Freiburg macht wie in der Liga das Beste aus seinen Möglichkeiten. Auch im Stadion wird mit einer typischen Spezialität – Knöpfle mit Sauerkraut – und einer veganen Bratwurst gepunktet. Freiburg ist immer für eine Überraschung gut.
Eintracht Frankfurt schloss in der Liga sehr stark ab. Als vegan-freundliche Gerichte finden sich im Stadion Pommes frites, eine Laugenbrezel und die fast zu den Klassikern zählenden Falafel. Hier kann in der neuen Saison einiges passieren. Mit neuem Trainer neuen Schwung bekommen, und mit neuen veganen Gerichten wieder oben angreifen.

Was wäre Nürnberg ohne Bratwurst? Deswegen punktet der 1. FC Nürnberg mit einer veganen Bratwurst und den Stadionklassikern Pommes frites und Laugenbrezel. Und was die Franken können, können die Bayern aus München auch. Moment? Die Bayern, die im letzten Jahr noch ganz oben unter den veggie-freundlichsten Stadien waren und sonst auch die deutschen Überflieger sind? Genau diese Bayern landen punktgleich mit Nürnberg auf dem 17. Rang. In den letzten Jahren konnte Bayern München mit vielen vegetarischen Gerichten Punkte holen. Doch Brezel, Pommes und ein veganer Wrap reichen für ein vegan-freundliches Stadion nicht aus. Ein Umbruch im Gastro-Kader sollte angestrebt werden. Angekündigte Neuverpflichtungen waren leider nur vegetarisch und floppten deswegen im vegan-freundlichen Stadienranking. Denn auch Milch und Eier verursachen Tierleid.

Auch die TSG aus Hoffenheim landet auf Rang 17. Mit einem veganen Gemüseburger gibt es ein veganes Gericht in ihrem Kader. Pommes frites und Brezel ergänzen das Sortiment, können aber auf lange Sicht nicht überzeugen. Wie auch in Nürnberg und München, kann hier einiges ausgebaut werden.

Der Tabellenkeller

In den Stadien von Werder Bremen, VfB Stuttgart, dem FC Kaiserslautern, dem VfL Bochum und dem FC Augsburg findet man nur die Grundlagen und kleinere Optionen. In Bremen gibt es Pommes frites, Bratkartoffeln und Brezeln. Stuttgart bietet als Snack immerhin vegane Cookies neben den Langos Natur und Pommes frites. Hier wird das Falafel der letzten Saison schmerzlich vermisst. Bei Bochum und Augsburg sind Pommes frites und Brezeln zu finden. Um bei Veganern punkten zu können, sollten neue Stars verpflichtet oder alte Bekannte zurückgeholt werden: Falafel, vegane Bratwurst und ausgefallene Salate sind Möglichkeiten, sich in der Breite besser aufzustellen.

Noch dahinter befindet sich die Union aus Berlin mit einer Brezel. Die vegane Ration ist ziemlich eisern. Wenn die Spiele spannend sind wie in der zweiten Liga und man nicht nur an das Essen denkt, ist dies auch kein Problem. Auch der SV Darmstadt punktet lediglich mit einer Portion Pommes frites.

Fazit

Die Zukunft in den Stadien ist tierfreundlich und vegan!

Mit der Neuausrichtung auf die veganen Stars der Stadionangebote wurde das Feld bunt durchmischt. Alte Top-Vereine finden sich am Ende der Tabelle wieder und müssen ihren Kader im Hinblick auf die neue Saison neu zusammenstellen. Klassiker wie Brezeln und Pommes frites sind eine gute Basis für zukünftige Star-Ensembles. Falafel ist und bleibt eines der Top-Gerichte und findet sich in vielen Stadien.

Mit ausgefalleneren Gerichten wie Gemüseburgern, Veggie-Schnitzeln und Würstchen können die Vereine besonders punkten. Guter Geschmack kommt ohne Tierleid aus – Fleischalternativen sind ein guter Start, um „Noch-Nicht-Veganer“ zu überzeugen.

Vor allem in kleineren Stadien ist die Auswahl an veganen Optionen aufgrund der Stadiongröße sehr beschränkt. Allerdings lassen sich viele vegane Gerichte ganz einfach in das Gastronomiekonzept einbinden und schmecken keinesfalls nur Veganern. Die klassische Stadionwurst gibt es auch vegan und somit tierleidfrei.

Was Sie tun können

Probieren Sie beim nächsten Stadionbesuch eine der zahlreichen rein pflanzlichen Alternativen – Sie werden merken wie lecker diese Entscheidung ist. Weiterhin tun Sie etwas für Ihre Gesundheit, die Umwelt und vor allem für die Tiere.

Ist die Auswahl in Ihrem Stadion vor Ort noch ausbaufähig? Dann fragen Sie gezielt nach veganen Gerichten und schlagen Sie Gerichte aus anderen Stadien oder den Einsatz einer Veggie-Bude vor.

Sie wissen ja:

Die Nachfrage bestimmt das Angebot.


Weitere Informationen zu den Vorteilen einer veganen Ernährung erhalten Sie in unserem kostenlosen, unverbindlichen Veganstart-Programm. Sie sind selbst gerne sportlich aktiv? Ganz gleich, ob Freizeit, Amateur oder Profi: Hier finden Sie passende Informationen rund um die gesunde vegane Ernährung.

Hintergrund

Analog zur Drei-Punkte-Regel in der Bundesliga erhielten Stadien für einfache Snacks wie Pommes, Brezeln und Smoothies 1 Punkt. Für vegane Gerichte wie Falafel-Wraps, gebratene Nudeln und ausgefallene Salate gab es 3 Punkte. Dafür wurden Vereine, Caterer und Stadionbetreiber gebeten, eine Liste der für alle Besucher (ohne VIP-Bereich) angebotenen veganen Speisen einzusenden. Hierbei vertrauen wir auf die Richtigkeit der Angaben und vergleichen diese mit den Vorjahresergebnissen. Nicht berücksichtigt werden dabei Knabbereien wie Chips, Eis, Popcorn oder Schokoriegel. In diesem Jahr wurde der Sieger erstmals anhand des größten veganen Angebots ermittelt.