Der „Todeszoo“ von Surabaya muss schließen

Wer den Zoo von Surabaya in Indonesien schon einmal besucht hat, weiß, welch großem Leid die in diesem Zoo gefangenen Tiere Tag für Tag ausgesetzt sind. Sie sind gezwungen, in vermüllten, kahlen und engen Käfigen zu leben, die nicht das Geringste mit ihrem natürlichen Lebensraum zu tun haben und ihnen keinerlei Beschäftigungsmöglichkeiten bieten. Für die Tiere ist dieser Zoo die wahre Hölle auf Erden. Ein ehemaliges Mitglied der Zooleitung sagt, dass im Zoo von Surabaya allein in den letzten drei Monaten 50 Tiere starben – und das ist nur ein Bruchteil der unzähligen Tiere, die in dieser heruntergekommenen Einrichtung bislang gelitten und den Tod gefunden haben.
 


Hintergrundinformation


Orang-Utan im Zoo von Surabaya © Franziska Heinl

Eine Giraffe namens Kliwon starb, nachdem sie fast 20 Kilo Müll gegessen hatte, der in ihrem Gehege lag. Rozek, ein 13-jähriger Sumatra-Tiger, verhungerte – sein Verdauungstrakt war durch den Verzehr von Fleisch, das mit Formaldehyd belastet war, zerstört worden. Für den Tod eines Gnus und eines jungen Orang-Utans namens Betty wurden schlechte Wetterbedingungen verantwortlich gemacht. Erst vor Kurzem wurde der Löwe Michael tot in seinem Käfig aufgefunden: Er hatte sich in den Kabeln der Türöffnung verfangen und erstickte. Fotoaufnahmen der verheerenden Zustände im Zoo von Surabaya wurden in diesem Zeitungsartikel veröffentlicht. Selbst wenn es nur einen Vorfall dieser Art gegeben hätte, würde das auf ein ernstzunehmendes Problem bei der Zooleitung hinweisen. Die Vielzahl der inakzeptablen Vorfälle hingegen erfordert umgehende und drastische Maßnahmen.
 
Auch wenn es für viele Tiere bereits zu spät ist, leiden noch immer Hunderte weitere Tag für Tag unter den katastrophalen Bedingungen im Zoo von Surabaya. Der Zoo muss umgehend geschlossen und die Tiere in Auffangstationen oder andere Einrichtungen überführt werden, wo sie besser versorgt werden. Die Welt blickt auf den Zoo von Surabaya und wartet darauf, dass die Verantwortlichen ihrer Pflicht im Sinne des Tierschutzes endlich nachkommen.



Deutsche Übersetzung des Protestbriefs:

Bitte schließen Sie den Zoo von Surabaya
 
Sehr geehrte Damen und Herren,
 
mit Entsetzen habe ich vom großen Leid der Tiere im Zoo von Surabaya erfahren. Internationale Medien haben über die erschreckende Zahl von Tieren berichtet, die in diesem Zoo ums Leben gekommen sind. Zu ihnen gehörten auch der Löwe Michael, der erhängt an den Kabeln der Türöffnung seines Käfigs aufgefunden wurde, und der Tiger Rozek, der verhungerte, weil sein Verdauungstrakt durch den Verzehr von Fleisch, das mit Formaldehyd belastet war, zerstört wurde.
 
Dem Zoo von Surabaya fehlen offensichtlich die Ressourcen und das nötige Wissen, um den Tieren eine angemessene tiermedizinische Versorgung zukommen zu lassen. Dies schadet zweifellos dem Ruf Indonesiens. Bitte machen Sie Ihren Einfluss geltend und sorgen Sie dafür, dass diese heruntergekommene Einrichtung geschlossen wird und die Tiere in Auffangstationen oder andere Einrichtungen überstellt werden, in der sie besser versorgt werden.
 
Die Weltöffentlichkeit blickt auf Surabaya und wartet darauf, dass die indonesische Regierung endlich die nötigen Maßnahmen ergreift. Vielen Dank für Ihr Verständnis.
 
Mit freundlichen Grüßen