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Wiederholungstäter und Tierquäler in Niedersachsen

 
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PETA zeigt Enten- und Schweinemäster erneut an

Stand Oktober 2017

Entenmast: 

Enten lieben das Wasser und pflegen intensive Beziehungen zu ihren Artgenossen und Familien. Die intelligenten Tiere können sogar schon als Küken abstrakte Konzepte erfassen. Zudem können Enten wie jedes andere Lebewesen eines – leiden!

In der intensiven Mast ist es den stark überzüchteten Wasservögeln kaum möglich, eine ihrer arttypischen Verhaltensweisen auszuleben, denn das für sie wichtigste Element fehlt – das Wasser. Zudem wurden den eigentlich schlanken Enten enorme Fleischmassen angezüchtet. Schon nach kurzer Zeit bewegen sich die Tiere kaum noch, denn aus dem schnellen Muskelwachstum resultiert in den meisten Fällen eine Bein- und Skelettschwäche. Dies kann im schlimmsten Fall dazu führen, dass die Tiere auf den Rücken fallen und aus eigener Kraft nicht mehr auf die Beine kommen. Sie verdursten oder sterben an Schwäche und Stress – ein langsamer und qualvoller Tod.

Rückblick: Im Jahr 2012 hatte PETA in einem der „Wiesenhof-Skandale“ aufgedeckt, wie Enten bei einem Wiesenhof-Vertragsmäster in Melle tagtäglich unter der Zucht und Haltung leiden. 2016 stellte das Amtsgericht Osnabrück das Verfahren, welches durch die Strafanzeige von PETA ins Rollen kam, gegen eine Zahlung einer Geldbuße in Höhe von jeweils 4000 Euro ein.
Wiesenhof trennte sich aufgrund der zutreffenden PETA-Recherchen von dem Mäster.

Realität: 2017 erhält PETA weitere Aufnahmen aus demselben Entenmastbetrieb in Melle. In den Ställen zeigt sich das gleiche trostlose Bild wie vor fünf Jahren: Tausende Enten in einer großen Halle, die teilweise auf ihrem eigenen Kot leben müssen. Von einer offenen Wasserfläche können die Wasservögel nur träumen. Stattdessen leiden sie offensichtlich schon nach wenigen Wochen unter Beinfehlstellungen. Einige Tiere liegen auf dem Rücken und kommen aus eigener Kraft nicht mehr auf die Beine. Das Federkleid ist oftmals schmutzig – normalerweise würden die Tiere es täglich in offenen Wasserstellen wie Seen oder Flüsse säubern.

Diese Ente leidet aufgrund der Zucht auf immer mehr Fleisch an einer Skelettschwäche – sie kommt von selbst nicht mehr auf die Beine und wird voraussichtlich einen langsamen Tod sterben
Tierschutzwidrige Tötung der Enten: Täglich werden tote, schwache und kranke Tiere aus der Gruppe aussortiert. Laut Gesetz müssten die Tiere mit einem Schlag auf den Kopf betäubt und dann mit einem Schnitt durch die Kehle ausgeblutet werden. Als seien diese rechtlichen Vorgaben nicht schlimm genug, werden sie in diesem Betrieb nicht eingehalten:  Die Tiere werden an den Flügeln festgehalten; teilweise tritt ein Mitarbeiter auf den Körper eines Tiers, damit es nicht fliehen kann, während er ein anderes Tier tötet. Er schneidet den Enten ohne jegliche Betäubung die Kehle durch und wirft sie teilweise noch flatternd in die Mülltonne. Dort werden sie höchstwahrscheinlich langsam verbluten oder ersticken an ihrem eigenen Blut.
Der Mann schneidet der Ente ohne vorherige Betäubung die Kehle durch und wirft das flatternde Tier in die Mülltonne – tierschutzwidrig und extrem grauenvoll.
Die Körper der toten Enten werden mittlerweile an Tomassen Duck-To B.V. geliefert. Dieses niederländische Unternehmen gehört zu BR Group, einem der weltweit größten Händler mit Entenprodukten. Tomassen rühmt sich auf seinen Internetseiten mit Versprechungen wie „einer optimalen Versorgung der Tiere bei den Entenzüchtern“ oder betont eine „nachhaltige Entenzucht“ mit „gesunden Tieren“. Sätze wie „Sie haben relativ viel Freiraum, leben auf Stroh und werden von sehr fachkundigen – und auch leidenschaftlichen Entenzüchtern – versorgt“ oder „…ist das Personal auch in puncto Wohlergehen der Tiere und Lebensmittelsicherheit gut ausgebildet“ sind reine Marketingstrategien und haben mit der Realität nichts zu tun.

Nach eigenen Angaben des Unternehmens ist Deutschland der größte Abnehmer seiner Entenprodukte. Bei der EDEKA-Gruppe entdeckte PETA Fleisch von Tomassen in der Tiefkühltruhe. Ebenso wurden Entenprodukte in verschiedenen Onlineshops wie beispielsweise „BOS FOOD“ und in asiatischen Supermärkten ausfindig gemacht. Da das Fleisch auch in den Großhandel gelangt, kann es auch in Restaurants, wie zum Beispiel Asia-Restaurants, angeboten werden.

Tomassen schreibt auf seiner Website: „Und wenn Ihr Kissen mit Entendaunen gefüllt ist, dann schlafen Sie vielleicht sogar auf unseren Federn ...“ Die Tiere werden im Schlachthaus vollautomatisch gerupft und anschließend an Daunenhändler und -verarbeiter weiterverkauft. Über die tierquälerische Haltung und Tötung der Enten erfahren die Käufer von Daunen nichts.


Schweinemast:

PETA wurden zudem Bilder aus der Schweinemastanlage des Mästers zugespielt. Teilweise verletzte Schweine liegen auf harten Spaltenböden in völlig verdreckten und engen Buchten. Einige Tiere leiden unter geschwollenen Gelenken, Abszessen oder angenagten Ohren sowie den zuvor kupierten Ringelschwänzen. Eine für die intelligenten und reinlichen Schweine derart schmutzige und reizarme Haltung führt in den meisten Fällen zu Bissverletzungen – so auch im Stall des Mästers in Niedersachen. Aufgrund des im Kot und Urin enthaltenen Ammoniaks muss die Luft im Stall in den Lungen und Augen der Tiere brennen. Anzeichen dafür sind viele Tiere im sogenannten Hundesitz (eine Schonhaltung bei Atemwegs- oder Gelenksproblemen) sowie die teilweise entzündeten Augen der stark vernachlässigten Tiere.
Ein völlig verdickter und entzündeter Fuß – diesem Schwein muss jeder Schritt Schmerzen bereiten.
Eine Umfangsvermehrung so groß wie ein Fußball – nicht selten werden Schweine trotz ähnlicher Erkrankungen im Schlachthof getötet.
Abgeschnittene Ringelschwänze, harter Spaltenboden und eine enge kotverdreckte Bucht: Alltag für diese und die allermeisten anderen Schweine in Deutschland.

Anzeige:

PETA hat erneut Anzeige gegen den Betreiber der Enten- und Schweinemastanlage in Melle (Niedersachsen) erstattet. Wegen erneutem Verdacht des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz, die Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung sowie die tierschutzwidrige Tötung fordern wir eine sofortige Schließung der Mastbetriebe und ein Tierhalteverbot für die Verantwortlichen.


Kontrollen:

In diesem Fall zeigt sich erneut: Kontrollen werden nicht durchgeführt oder versagen. Bei der Häufung der Skandale in der landwirtschaftlichen Tierhaltung und vor allem der Wiederholungstäter stellt sich die Frage, ob ein System, das in den meisten Fällen nicht einmal die minimalen gesetzlichen Regelungen einhält, wissentlich unterstützt wird.

Was Sie tun können

Enten und Schweine sind intelligente Tiere mit vielen Bedürfnissen, die in der intensiven Mast niemals artgerecht gehalten und getötet werden können. Bitte kaufen Sie keine tierischen Produkte wie Schweinefleisch, Entenbrust und Entendaunen. Hinter all diesen Erzeugnissen steckt großes Tierleid. Melden Sie sich noch heute bei unserem unverbindlichen und kostenlosen Veganstart-Programm an und erhalten Sie 30 Tage lang leckere vegane Rezepte und viele Tipps und Tricks, die den Einstieg in ein gesundes und tierfreundliches Leben erleichtern.