Afrikanische Schweinepest: Das hat „Ihr Schnitzel“ damit zu tun

Afrikanische Schweinepest
Seit einigen Jahren geht in Deutschland die Angst vor der afrikanischen Schweinepest um. Bisher gibt es jedoch kein einziges Schwein in Deutschland, das an der Seuche erkrankt ist. (1) Dennoch werden zahlreiche Wildschweine „vorbeugend“ getötet. Erfahren Sie hier, wieso dies so ist und was „Ihr Schnitzel“ mit der Seuche zu tun hat.

Landwirte fürchten wirtschaftliche Verluste durch die Schweinepest

Eins vorab: Für Menschen und andere Tiere, wie beispielsweise Hunde, ist die Schweinepest keine Gefahr. (2) Man kann sich weder durch Tierkontakt noch über den Verzehr von Fleisch anstecken. Aber für Schweine endet eine Infektion früher oder später meist tödlich.

Nun haben gerade die Menschen Angst vor der Schweinepest, die die Schweine sowieso töten lassen: Schweinehalter. Denn wenn ihnen die Schweinepest zuvorkommt und sich ein Tier ihres „Bestandes“ mit der Krankheit infiziert, müssen alle Tiere vorzeitig getötet werden. Ein Verlustgeschäft für die Landwirte, die nur durch den Tod im Schlachthaus Geld mit den Schweinen verdienen, die dann als Schnitzel auf den Tellern landen.

Afrikanische Schweinepest

Wildschweine werden brutal gejagt

Eigentlich sind es Reisende aus Osteuropa, die die Erreger der Schweinepest an den Schuhen, Autoreifen oder durch weggeworfenes Essen (Fleisch oder Wurst von infizierten Schweinen) bis nach Deutschland bringen können. Da diese Erreger dann aber wiederum von heimischen Wildschweinen aufgenommen und möglicherweise bis zu einem Schweinestall geschleppt werden könnten (letztendlich bringt sie dann aber wieder der Mensch IN den Stall, denn die meisten Schweine sehen heute keinen blauen Himmel mehr in ihren engen Betonbuchten), wird jetzt „vorbeugend“ eine brutale Hetzjagd auf Wildschweine betrieben. Programme in Millionenhöhe sollen Jäger animieren, vermehrt auf die Tiere zu schießen. Diese Jagd ist aber nicht nur grausam, sondern schlicht kontraproduktiv. Denn: Je mehr Wildschweine der Mensch tötet, desto mehr vermehren sich die Tiere.

Nun weiß man schon seit etwa 2008, dass die afrikanische Schweinepest im nicht ganz so weit entfernten Kaukasus festgestellt wurde. Von Programmen in Millionenhöhe, die die Krankheit auf wirksame und tierfreundliche Art ausrotten hätte können, haben wir aber noch nichts gelesen.

Afrikanische Schweinepest

Fleisch und die Schweinepest

Durch die Tierhaltung können sich Seuchen rasend schnell verbreiten. Das hat auch schon die Vogelgrippe gezeigt. (3) In diesem Fall müssen jetzt auch noch die unschuldigen Wildschweine herhalten, damit „Ihr“ Schnitzel weiterhin erst im Schlachthaus getötet werden kann.


Unser Fazit: Anstatt Wildschweine vorbeugend zu erschießen, könnte man sich ehrlich mit den wahren Problemen beschäftigen und würde dann schnell auf die Lösung kommen, dass man lieber vorbeugend die Schweinezucht stoppen sollte.

Was Sie tun können

Verbannen Sie Schnitzel und Schweinefleisch generell von Ihrem Teller und setzen Sie lieber auf vegane Alternativen. Auch Kühe, Hühner, Fische und andere Tiere möchten nicht gegessen werden – ernähren Sie sich daher bitte tierleidfrei. Wie das geht, zeigen wir Ihnen in unserem 30-tägigen Veganstart-Programm. Einfach anmelden, und Sie erhalten täglich eine Mail oder App-Benachrichtigung mit Tipps, Tricks und Rezepten.



(1) Niedersächsisches Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit: Afrikanische Schweinepest, https://tierseucheninfo.niedersachsen.de/startseite/aktuelles/afrikanische_schweinepest/afrikanische-schweinepest-21709.html, zuletzt eingesehen am 10.09.2019

(2) Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit: Tierseuchengeschehen, Afrikanische Schweinepest, https://www.fli.de/de/aktuelles/tierseuchengeschehen/afrikanische-schweinepest/, zuletzt eingesehen am 10.09.2019

(3) PETA Deutschland: Vogelgrippe kommt aus der agrarindustriellen Tierhaltung – Statement von PETA, /vogelgrippe-kommt-aus-der-agrarindustriellen-tierhaltung-statement-von-peta, zuletzt eingesehen am 10.09.2019