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Das sind die 10 wichtigsten Alternativen zu Wolle

 
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Stand November 2017

Tierische Wolle kratzt auf der Haut und am Gewissen

Wolle von Tieren wie Schafen, Alpakas oder Ziegen ist aufgrund der enormen Landnutzung und des hohen Wasserverbrauchs durch die Tierhaltung nicht nur aus Umweltsicht problematisch. Insbesondere die Schur ist für die Tiere enorm stressig und führt häufig zu blutigen Schnittwunden. Zudem ist Wolle für Allergiker oftmals heikel und kann sich selbst auf gesunder Haut kratzig anfühlen. Sie ist anfällig für Schimmel- und Mottenschäden, und wenn es mal richtig schmutzig wird, kann man Wollprodukte selten in die Waschmaschine werfen. Wer es dennoch wagt, nimmt bei dem empfindlichen Material Beschädigungen und Abnutzung in Kauf.


Pflanzliche und synthetische Wolle

Zum Glück gibt es eine Menge tierfreundlicher Alternativen zu Wolle. Dank innovativer Produktionsverfahren steht uns heute eine Vielzahl an pflanzlichen und synthetischen Textilfasern zur Verfügung – damit freuen nicht nur wir uns über neue Kleidung, sondern auch die Schafe! 
 


Wir haben die wichtigsten Wollalternativen zusammengestellt:


Bambus

Bambus lässt sich entweder zu Viskosefasern oder umweltfreundlichem Monocel verarbeiten und fühlt sich auf der Haut wie eine Mischung aus Seide und Kaschmir an, also leicht, strapazierfähig und atmungsaktiv. Im Vergleich zu Merinowolle sind die Fasern belastbarer, weicher und speichern keine Gerüche. Da sich Viskose- und Monocel eher kühl anfühlen, ist diese Wollalternative vor allem für sommerliche Stoffe geeignet.


Baumwolle

Baumwolle ist die bekannteste Alternative zu Wolle und macht etwa ein Drittel der weltweiten Faserproduktion aus. Baumwolle wird zu luftig leichten T-Shirts, aber auch zu strapazierbaren Stoffen wie Canvas oder Denim verarbeitet und imitiert angeraut die Haptik von Wolle. Ökologisch angebaut ist Baumwolle zudem eine umweltfreundliche Alternative zu vielen anderen Textilfasern. Positiv wirkt sich auch das Tragegefühl aus, da Baumwolle im Gegensatz zu tierischer Wolle sehr weich ist und die Haut weder reizt noch kratzt. 


Hanf

Hanf ist sehr robust und wächst schnell, daher kommt er häufig ohne die Verwendung von Pestiziden oder chemischen Düngemitteln aus und ist vollständig kompostierbar. Damit ist die Pflanze ideal für den ökologisch-veganen Anbau. Hanfwurzeln wachsen bis zu einem Meter in den Boden und verhindern dadurch Erosion und Nährstoffverluste. Die Textilfaser ähnelt vom Griff und Aussehen Leinen und ist sehr strapazierfähig. Zudem sind die Trageeigenschaften der Kleidungsstücke hervorragend, da Hanf von Natur aus hautfreundlich und antimikrobiell ist. 


Leinen/Flachs:

Leinen gilt als besonders umweltfreundlich, da beim Anbau und der Verarbeitung deutlich weniger Pestizide, Düngemittel, Wasser und Energie benötigt werden als bei vielen anderen Kulturpflanzen. Eine der besten Eigenschaften des Naturstoffes ist seine hohe Reißfestigkeit, wodurch Kleidungsstücke oftmals lange tragbar sind. Stoffe aus Leinen sind kühlend, trocknen sehr schnell und haben antiallergische Eigenschaften, weswegen sich auch Menschen mit empfindlicher Haut in Leinenkleidung wohl fühlen.


Lyocell/Tencel

Tencel ist eine Cellulosefaser, die aus dem natürlichen Rohstoff Eukalyptusholz hergestellt wird und aus nachhaltiger Forstwirtschaft stammt. Der Stoff unterscheidet sich von anderen synthetischen Fasern durch das besonders umweltfreundliche Lyocell- Herstellungsverfahren, das frei von toxischen Lösungsmitteln ist und wenig Wasser und Energie verbraucht. Zudem ist die Faser biologisch abbaubar und leicht zu recyceln. Durch unterschiedliche Webstile kann Tencel sowohl Wolle, Seide aber auch Wildleder imitieren und ist damit ein umweltfreundlicher Alleskönner.


Modal

Modal ist eine Viskosefaser, die vorwiegend aus dem Holzzellstoff nachhaltig angebauter Buchen gewonnen wird und sich durch eine energie- und ressourcenschonende Produktion auszeichnet. Das Modal-Gewebe ist sehr weich und glatt, mit einem mittleren bis hohen Glanz. Die Faser ist rund 50 Prozent saugfähiger als Baumwolle und trocknet leicht. Besonders erfreulich ist die Tatsache, dass Kleidung aus Modal nicht gebügelt werden muss und ihre Form und Farbe auch nach mehrmaligem Waschen beibehält. 


Kunststoff

Kunststoffe wie Polyester oder Polyacryl werden chemisch hergestellt und können daher viele unterschiedliche Stoffarten nachahmen. Vor allem Polyesterfleece hält dank seiner bauschigen Fasern kuschelig warm und trocknet sehr schnell. Es eignet sich daher besonders gut für Wintermäntel. Trotz des Grundstoffes Erdöl wird Polyester in Umweltbenchmarks wie Made By als nachhaltiger eingestuft als Wolle. Dies liegt daran, dass Wolle durch die massive Tierzucht Umweltprobleme mit sich bringt, unter anderem die Verschmutzung von Gewässern durch den verbreiteten Einsatz hochgiftiger Chemiebäder in der konventionellen Schafzucht. 


rPET

“rPET” steht für recyceltes Polyethylene Terephthalate (PET). rPET gehört zur Familie der Polyester und bezeichnet einen aus Plastikflaschen gewonnenen, recycelten Kunststoff, aus dem beispielsweise kuscheliges Polyesterflanell hergestellt werden kann. rPET hat einen um fast 90 Prozent geringen CO2-Fußabdruck als etwa Nylon, einen 75 Prozent kleineren CO2-Fußabdruck als neues Polyester und sogar 50 Prozent weniger Emissionen als Bio-Baumwolle.


SeaCell:

SeaCell-Fasern verbinden Zellulose mit Algen. Getrockneter Seetang wird grob zerkleinert, gemahlen und mit Zellulosefasern vermischt. Die Braunalgen sind reich an Mineralien und Spurenelementen. Sie können auf der Haut entzündungshemmend wirken und Juckreiz lindern. Die poröse Struktur der SeaCell-Textilfasern fördert die Feuchtigkeitsaufnahme und -abgabe, was die Faser auf der Haut im Winter warm und im Sommer kühl hält. Zudem wird SeaCell mit dem Lyocell-Verfahren hergestellt und ist somit deutlich umweltfreundlicher als herkömmliche Viskose-Fasern.


Sojaseide

Sojafasern sind ein Nebenprodukt der Sojabohnen-Verarbeitung. Sie sind weich und glänzend wie Seide, haltbar wie Baumwolle und warm wie Kaschmir. Sojafasern verfolgen einen einzigartigen „Cradle-To-Cradle“-Ansatz und sind komplett biologisch abbaubar. Im Gegensatz zu Wolle kann Sojaseide bedenkenlos in der Waschmaschine gewaschen werden, ohne dabei zu schrumpfen oder an Qualität zu verlieren. Zudem soll die Sojaproteinfaser ihre feuchtigkeitsspendenden Aminosäuren über die Kleidung an die Haut abgeben.


Worauf Sie beim Einkauf achten sollten

Pflanzliche und synthetische Textilfasern sind oftmals vielseitig, qualitativ hochwertig und frei von Tierquälerei. Um Kleidung, Möbel und Accessoires ohne Wolle und andere tierische Materialien zu finden, empfehlen wir, beim Einkauf immer einen Blick auf das Etikett oder die Produktbeschreibung zu werfen. Fragen Sie im Zweifelsfall per E-Mail oder Anruf beim Hersteller nach und entscheiden Sie sich für vegane Produkte. In unserem PETA-Shoppingguide finden Sie zudem eine große Auswahl an tierfreier Kleidung zum Wohle der Schafe!