Anbindehaltung: Diese Kühe starren den ganzen Tag auf eine Wand

Kuehe Anbindehaltung

Erst kürzlich berichteten wir von vernachlässigten Rindern beim „Bauern nebenan“. Dass diese Fälle systembedingt sind, zeigt ein weiterer Fall von Rindern in der Anbindehaltung.

Laut Meldung gehört die Tierhaltung zu einem beliebten Gasthof im baden-württembergischen Dörzbach.

Ein Leben im kotverdreckten, dunklen Stall

Die Kühe leben vermutlich das ganze Jahr über in einem dunklen und mit Fäkalien verdreckten Stall. Angebunden mit dem Blick auf eine Wand. Ihre Kälber werden ihnen weggenommen und in den hinteren Teil des Stalles verfrachtet. Ob sie illegalerweise auch angebunden wurden, konnte anhand der Bilder nicht beurteilt werden.

Kuehe Anbindehaltung
Die Kuhmütter sind offenbar so eng an der Wand fixiert, dass das Aufstehen und Abliegen sehr beschwerlich sein muss. Zudem scheint der Platz pro Liegefläche sehr eng bemessen zu sein.

PETA hat das zuständige Veterinäramt über die Haltung informiert und zeitnah die Rückmeldung bekommen, dass eine Kontrolle stattfand und dass entsprechende Maßnahmen zur Verbesserung der Haltung eingeleitet wurden.
 
Kuehe Kaelber Anbindehaltung

Anbindehaltung bleibt erlaubt

Doch leider sind auch dem engagiertesten Veterinäramt die Hände gebunden, denn die ganzjährige Anbindehaltung ist nach wie vor erlaubt! Obwohl von vielen Seiten ein Verbot dieser Tierquälerei gefordert wird, spricht sich die als lobbynah bekannte Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) gegen ein Verbot dieser Haltung aus. Und auch das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg mit Landwirtschaftsminister Peter Hauk (CDU) befürwortet gemeinsam mit Bayern die Fortführung der Anbindehaltung – und lehnt eine Übergangsfrist ab. Dies hat ausschließlich wirtschaftliche Gründe und soll vor allem kleine Betriebe vor hohen Umbaukosten schützen.

Kühe brauchen Bewegung

Tiere können auch in kleinen bäuerlichen Betrieben leiden – sogar in Biobetrieben ist die Anbindehaltung möglich. In diesem Fall steht der Schutz der Betriebe einmal mehr über dem Schutz der Tiere – und das darf im Jahr 2019 einfach nicht sein.

Lesen Sie, wie dramatisch sich eine Haltung in ständiger Anbindung auf die sensiblen Kühe auswirkt.

Was Sie tun können

Ganz gleich welche Haltungsform: Für Milch und Milchprodukte leiden Kühe und ihre Kälber unsäglich. Und früher oder später werden sie alle im Schlachthaus getötet. Bitte greifen Sie im Supermarkt einfach zu pflanzlichen Alternativen – denn dafür muss kein Tier ein trostloses Leben im Stall verbringen.

Unsere Autoren

Lisa Kainz

ist Fachreferentin für Tiere in der Ernährungsindustrie. Sie hat Agrarwissenschaften studiert und will sich nun für alle Tiere stark machen, egal ob sie muhen, grunzen, gackern, bellen oder miauen.