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Animal Hoarding und Behördenversagen in Timmendorfer Strand

 
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Viele Tiere leiden seit Jahren – das Veterinäramt sieht weg

Stand Oktober 2017
Update Oktober 2017

Die Staatsanwaltschaft Lübeck teilt nach umfangreichen Ermittlungen mit Bescheid v. 23.10.2017 mit, dass sich die von PETA angezeigten Vorwürfe gegen die Tierhalterin im wesentlichen bestätigt haben, bereits mehrere Auflagen erteilt und Maßnahmen nach § 16a TierSchG eingeleitet wurden und vor allem die Meerschweinchen-Haltung kritisierungswürdig ist. Darüber hinaus hat die Staatsanwaltschaft Lübeck einen Strafbefehl gegen die Tierhalterin beim zuständigen Amtsgericht beantragt. 
(Az.: 773 Js 16951/16)


Eine sogenannte Animal Hoarderin hält in Timmendorfer Strand zahlreiche Meerschweinchen, Kaninchen, einige Enten, Ziegen und Pferde unter tierschutzwidrigen Bedingungen in einem alten, verdreckten Stall auf einem vermüllten Grundstück.
Offene Wunden und überlange Krallen bei einem Kaninchen.
Die Tiere werden weder ausreichend gepflegt noch versorgt und fristen unter unhygienischen Bedingungen ihr Dasein – in kleinen Käfigen voller Exkremente. Viele Tiere sind bereits krank. Einige Meerschweinchen haben aufgrund der fehlenden Pflege bereits so lange Krallen, dass diese sich korkenzieherförmig kringeln. Kaninchen haben offene Wunden an den Hinterbeinen aufgrund des andauernden Sitzens auf urindurchtränktem Untergrund. Die Kleintiere leiden an Durchfall und Parasiten.
 
Die linke Ziege ist hochgradig abgemagert, die Tiere leiden Hunger.
Als Futterraufe für die Pferde dient ein alter Einkaufswagen, der nur selten gefüllt ist. Die Tiere leiden an Hunger, stehen im kotigen Matsch. Es gibt zahlreiche Verletzungsgefahren auf der Weide. Zwei Ziegen sind extrem abgemagert. Eine Ziege hat starke Schmerzen, zittert und humpelt. Aus einem ihrer Hufe läuft eine blutig-eitrige Flüssigkeit ab. In einem kleinen dunklen Gartenhäuschen vor ihrem Wohnhaus hält die Tiersammlerin noch weitere Kleintiere in übereinandergestapelten Käfigen. Die Meerschweinchen, die man durch das trübe Fenster im Halbdunkeln erkennen kann, sehen krank aus.

Die Tiere leiden, doch das Veterinäramt bleibt stur

Zeugen kennen diese Zustände bereits seit 2011 und haben seitdem immer wieder das Veterinäramt des Kreises Ostholstein alarmiert. Doch nichts passierte. Strafanzeigen und Dienstaufsichtsbeschwerden wurden abgeschmettert. Einzig eine Stute ließ das Veterinäramt im Herbst vergangenen Jahres in einem völlig desolaten Zustand abtransportieren. Sie soll zwei Wochen später eingeschläfert worden sein.
Die Tiere leiden in ihren Käfigen ohne adäquate Versorgung.
Im Dezember 2015 dokumentierte eine weitere Zeugin die tierschutzwidrigen Verhältnisse und alarmierte erneut das Veterinäramt. Es herrschte dringender Handlungsbedarf! Doch der Amtsveterinär kam nicht. Begründung: Er hatte die Tierhaltung nur einen Tag zuvor begutachtet und für in Ordnung befunden; wenn Missstände bestünden, würden diese beseitigt werden.
Kopfverletzung bei einer Ente.

PETA erstattet Strafanzeige

Zeugen vor Ort jedoch bestätigen, dass sich die Zustände offenbar immer weiter verschlechtern. Etwa 20 Meerschweinchen und Kaninchen sollen mittlerweile in der „Obhut“ der Tiersammlerin gestorben sein. Eine Ziege wurde vor kurzem eingeschläfert. Auf dem Gelände befindet sich zudem mehr Müll als zuvor, und die zwei verbliebenen Pferde warten noch immer auf ihr täglich benötigtes Raufutter. Aufgrund der unhaltbaren Zustände hat PETA nun Strafanzeige gegen die Tierhalterin und die seit Jahren untätigen Amtsveterinäre des Kreises Ostholstein in Eutin erstattet.

Was Sie tun können

Gerne können Sie sich direkt an das Ministerium wenden und sich für die Tiere stark machen! Schreiben Sie eine freundliche E-Mail über dieses Formular.
 
Falls Sie einen weiteren Fall von Tierquälerei beobachten, finden Sie hier wertvolle Tipps, was Sie selbst tun können. Alternativ können Sie uns den Fall hier melden.
In vielen Fällen können wir den Tieren helfen, dank Ihrer Unterstützung.