Warum PETA bei Unfällen mit Tiertransportern Anzeige erstattet

Kuh Tiertransportfighting for animals.photography

PETA hat 2013 damit begonnen, Unfälle mit Tieren aufzugreifen und in den Fällen, in denen Tiere sterben, Strafanzeigen zu erstatten.

Die Intention hinter diesen Anzeigen

Für PETA ist klar: Schonende Tiertransporte gibt es nicht. Bei Unfällen sterben Schweine, Rinder oder Hühner qualvoll und langsam. Körperteile werden eingequetscht oder brechen. Die empfindsamen Tiere geraten in Panik, erleiden Kreislaufzusammenbrüche oder Herzinfarkte.

Tiertransporte werden ausschließlich unter Berücksichtigung ökonomischer Kriterien durchgeführt. Es wird kreuz und quer durch Deutschland oder Europa gefahren, nur um den kostengünstigsten Schlachtbetrieb zu erreichen. Dumpinglöhne in deutschen Schlachthöfen verstärken den Sog von Tiertransporten nach Deutschland.

Häufig kippen die Transporter um, weil die Fahrer zu schnell in Kurven fahren, in Sekundenschlaf verfallen oder die Transporter mit zu vielen Tieren überladen werden. Dieses fahrlässige Verhalten, das zum Tod von hunderten oder gar tausenden Tieren führen kann, muss künftig strafrechtlich verfolgt werden. Denn Tiere sollen endlich als das wahrgenommen werden, was sie sind: fühlende Lebewesen.

Erhebliche Mängel bei vielen Transporten

Bei einer Kontrolle von Tiertransportern durch Behörden in der Massentierhaltungsregion Oldenburg/Diepholz wurden 72 % der Transporte beanstandet. Häufigste Mängel: keine ausreichende Sachkunde bei den Fahrern, viel zu lange Zeiten ohne Wasserversorgung, Überladung, Unterschreitung der Mindeststellflächen.

Wir gehen daher von systematischen Verstößen gegen die ohnehin laschen Auflagen in der Tierschutztransportverordnung aus. Für die Tiere bedeutet dies eine erhöhte Unfallgefahr und ein größeres Risiko, zusätzliche Schmerzen, wie Knochenbrüche und Quetschungen, zu erleiden sowie einen langsamen Tod zu sterben.

Einige Beispiele

„Lenkzeitüberschreitung von ca. 4 Stunden“ stellte die Staatsanwaltschaft Kassel bei einem Fahrer fest, der einen Unfall verursachte, bei dem ein Großteil der 5.000 Hühner ums Leben kam (Staatsanwaltschaft Kassel, Az.: 1616 Js 1305/15).

Die „Überladung des Viehtransporters“ war neben einem Lenkfehler Ursache für einen weiteren Unfall, bei dem 27 Schweine qualvoll starben – eine Ordnungswidrigkeit, die mit 300 Euro Bußgeld geahndet wurde (Staatsanwaltschaft Oldenburg, Az.: NZS 1102 Js 66767/14). Bei Überladungen ist die Statik eines LKWs gestört. Zusammen mit Unaufmerksamkeiten, wie etwa dem Übersehen eines Grabens, kommt es schnell zu einem Unfall. Diesen bezahlen – außer dem von den Versicherungen abgedeckten monetären Schaden – fast nur die Tiere mit schwersten Verletzungen, Schäden, Leid und ihrem Tod.

Eine Geldbuße von 1.000 Euro mussten Verantwortliche eines Tiertransports zahlen, bei dem 55 Ferkel ums Leben kamen, weil bei heißem Wetter nicht genügend Kühlung und Wasser zur Verfügung standen (Staatsanwaltschaft Schwerin, Az.: 132 Js 21398/13).

Und die Staatsanwaltschaft Trier spricht bei einem Transportunfall, bei dem 20 Kälber schwer verletzt und notgetötet werden mussten, von „bewusst fahrlässig“ – also keiner Straftat, sondern einer Ordnungswidrigkeit (Staatsanwaltschaft Trier, Az.: 8044 Js 66/15).

Was die Strafanzeigen bewirken können

Wir sind der Auffassung, dass die teils extremen Mängel sowie die besonderen Fahrlässigkeiten und Sorglosigkeiten bei Tiertransporten als bedingter Vorsatz zu werten sind und somit auch als Straftaten verfolgt werden sollten. Mit den Strafanzeigen wollen wir dem Problem entgegenwirken, dass Fahrer von Tiertransportern bislang nur mit Ordnungswidrigkeiten bestraft werden, was ein kalkulierbares Risiko für die Transportunternehmen darstellt. Das Transportgewerbe für Tiere handelt jedoch vielfach nicht „bewusst fahrlässig“, sondern bedingt vorsätzlich, in jedem Fall grob fahrlässig.

Was Sie tun können

Auch ohne Transport leiden Rinder, Schweine und Hühner in engen und kotverdreckten Ställen, in denen sie ihre arttypischen Verhaltensweisen kaum ausüben können. Probieren Sie unser kostenloses Veganstart-Programm aus.