9 Gründe, warum Aquarium-Fische traurige „Haustiere“ sind

Aquarium Fische

Ein Gastblog von Nedelle Torrisi von PETA USA

Als ich etwa sieben Jahre alt war, flehte ich meine Eltern an, mir ein Aquarium in meinem Zimmer zu erlauben. Sie drucksten ewig herum, bis sie endlich nachgaben. Obwohl ich die Fische nach strengem Zeitplan gefüttert und ihr Aquarium regelmäßig sauber gemacht hatte, starben plötzlich alle drei im Abstand von jeweils einer Woche. Ich war tottraurig und mir dämmerte, dass ich keine Ahnung davon hatte, was ein Fisch wirklich braucht. Fische sind Tiere, die schon seit über 500 Millionen Jahren wissen, wie sie im Ozean überleben! Das ist eine wahnsinnig lange Zeit, in der sie sich entwickeln und an ihren Lebensraum anpassen konnten. Ein Lebensraum, der durch kein Aquarium ersetzt werden kann.

Im Folgenden erfahren Sie ein paar sehr interessante Tatsachen über Fische

1. Fische sind intelligent

Fische sind weitaus intelligenter als allgemein angenommen. Forscher haben herausgefunden, dass Fische sich untereinander erkennen und durch Hören Informationen sammeln. Sie sind in der Lage, sich an vergangene soziale Interaktionen mit Artgenossen zu erinnern, und sie zeigen ihre Zuneigung, indem sie sich aneinander reiben.
Dr. Sylvia Earle, eine der weltweit führenden Meeresbiologen, sagt:

„Ich würde genauso wenig einen Barsch wie einen Cocker Spaniel essen. Barsche sind gutmütige und neugierige Tiere. Fische allgemein sind sehr sensibel, haben ihre eigene Persönlichkeit und es tut ihnen weh, wenn sie verletzt werden.“

2. Fische spüren Schmerz

Fische haben ein sehr komplexes Nervensystem und reagieren in der gleichen Art auf Schmerz wie alle anderen Tiere auch: Ihre Atmung wird schneller, es kommt zu Muskelkontraktionen und sie versuchen zu fliehen. Dr. Donald Broom, wissenschaftlicher Berater der britischen Regierung, sagt, dass anatomisch, physiologisch und biologisch gesehen das Nervensystem von Fischen dem von Säugetieren extrem ähnlich sei. In diesem Video, das Joaquin Phoenix speziell für PETA kreiert hat, zeigt er Ihnen eindrucksvoll, wie Fische leiden können.

3. Fische sind vom Aussterben bedroht

Wenn Sie tropische Fische kaufen, kann es gut sein, dass Sie zum Aussterben einer Fischart beitragen. Denn jedes Jahr werden Tausende Milliarden Fische gefangen, um ein weltweites Hobby zu unterstützen. Manche Fischarten, wie beispielsweise der Banggai-Kardinalbarsch, gehören aufgrund von Überfischung inzwischen zu den bedrohten Tierarten. Und das nur, um die Hobby-Fisch-Industrie zu befriedigen.

4. Aquarienfische werden im Meer gefangen

Viele „Haustier-Fische“ wurden höchstwahrscheinlich aus ihrem natürlichen Lebensraum gerissen. Geschätzte 95 Prozent der Salzwasserfische in Zooläden stammen aus dem offenen Meer – zumeist aus den Gewässern rund um die Fidschi-Inseln, Indonesien, die Philippinen oder andere pazifische Inseln.

5. Fische sind keine Einzelgänger

Fische sind soziale Tiere, die in ihren kleinen Aquarien dahinsiechen. Fische verständigen sich, indem sie Laute in sehr niedrigen Frequenzen von sich geben. Auf diese Weise werben sie umeinander, warnen sich gegenseitig oder zeigen ihre Unterwerfung. Ein Verhaltensbiologe der Universität Bern sagt:

„Fische leben teilweise in den komplexesten sozialen Gefügen, die wir kennen. (…) Fische helfen einander. Sie gehen partnerschaftliche und reziproke Beziehungen ein.“
 

6. Fische sind mit uns verwandt

Wir stammen sehr wahrscheinlich von den Vorfahren der heutigen Fische ab. Fische sind die älteste Gruppe der Wirbeltiere. Viele der menschlichen Merkmale stammen von den Fischen – so zum Beispiel auch unser beweglicher Kiefer. Fische waren vor rund 550 Millionen Jahren die ersten Tiere, die rudimentäre Zähne, Schädelknochen und Wirbelsäulen hatten.

7. Aquarienfische stammen aus einer gierigen Industrie

Mit dem Kauf eines Süßwasserfisches unterstützen Sie eine gierige Industrie. Etwa 90 Prozent der Süßwasserfische stammt aus Fischfarmen. Goldfische etwa werden normalerweise in riesigen Behältern in Anlagen gezüchtet, die mehr als 250 Millionen Tiere im Jahr produzieren. Es wird geschätzt, dass in den USA jährlich tropische Fische im Wert von 200 bis 300 Millionen USD verkauft werden.

8. Eine Pflanze im Aquarium reicht nicht

Unwissen und Irrglaube sind die Gründe für schlechte und unfaire Bedingungen von Fischen. Viele Leute glauben beispielsweise, dass Kampffische selbst dann überleben, wenn sie nicht regelmäßig gefüttert werden, oder in einem Ökosystem, das nicht intakt ist, leben. Ihr Aquarium besteht manchmal aus nichts weiter als einer Vase mit einer Pflanze. Auf diese Weise sind die Fische zu einem öden und langweiligen Leben mit langsamem Hungertod verurteilt. In der Natur leben Kampffische in seichten, langsam fließenden Gewässern und Reisfeldern

Aquarium Fische

9. Fische werden Sie überraschen

Es gibt um die 30.000 Arten von Fischen. Sie repräsentieren also mehr als die Hälfte aller bekannten Wirbeltiere. Manche Fischarten können „fliegen“, andere klettern – und einige sind sogar in der Lage, ihr Geschlecht zu wechseln.

Was Sie tun können, um Fischen zu helfen

Bitte unterstützen Sie niemals Tierhändler und Zoo-Geschäfte, denn bei ihnen steht der Profit vor dem Wohl der Fische. Seriöse, lokale Hilfegruppen und Tierheime haben oft Fische, die ein neues Zuhause brauchen.

Falls Sie selbst oder Bekannte Fische zu Hause haben, dann überprüfen Sie bitte, ob die Wassertemperatur in den Wintermonaten fortwährend im richtigen Bereich liegt. Weiterhin brauchen Tiere, die nicht in Freiheit leben, ausreichend Wasservolumen, Temperaturkontrollen, Filtration, eine regelmäßige Reinigung der Aquarien und gut angereichertes Wasser. 
Sie können Ihren Fischen das Leben auch verschönern, indem Sie ihr Aquarium so gut wie möglich dem natürlichen Lebensraum der Tiere anpassen.

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Die Blogartikel zu den Themen Tierrechte und veganem Lifestyle sind von und mit den Mitarbeitern von PETA Deutschland e.V. und weiteren Co-Autoren.