Arachnophobie: Ein Artikel für alle Menschen mit Spinnenphobie

cbckchristine
Meine Familie wird wahrscheinlich lachen, dass gerade ich einen Artikel über Spinnenphobie schreibe. So war ich immer die Erste, die kreischend auf einen Stuhl gesprungen ist, wenn eine Spinne in der Nähe war. Auch heute leide ich noch unter der Angst vor Spinnen, fachsprachlich Arachnophobie genannt. Wenn ich mich einer Spinne nähere, überfällt mich ein heftiges Kribbeln, das im Nacken anfängt und sich über meinen ganzen Körper ausbreitet. Teilweise in Kombination mit Atemnot und Panik.

Warum also schreibe ich einen Artikel zu diesem Thema?

Weil ich Menschen mit Spinnenangst sehr gut verstehe. Ich weiß, dass man in Momenten, wo das Gehirn von Panik betäubt ist, kurz den Impuls verspüren kann, einen Staubsauger zu holen. Ja, auch als Tierfreund. Ich weiß, dass es nicht hilft, wenn jemand sagt „Was stellst du dich denn so an? Sie tut dir doch nichts!“ oder „Nimm doch einfach ein Glas und fang sie ein“. Diese Angst ist völlig irrational, hat nichts mit logischem Denken zu tun. Gerade deshalb ist es wichtig, dass man sich im Vorfeld informiert, wie man den ungewollten Gast wieder „loswird”, ohne dass er Schaden nimmt. Denn der Spinnengast kann am allerwenigsten für unsere Angst und hat es nicht verdient, getötet zu werden.
 

Woher kommt diese Angst?

Früher schob man die Spinnenangst auf den Urinstinkt. Denn für unsere Vorfahren war es überlebenswichtig, sich von giftigen Spinnen fernzuhalten. Heute ist diese Theorie bereits widerlegt, denn warum fürchten wir uns dann nicht im gleichen Maße vor Bienen oder Wespen? Wenn es an den vielen Beinen liegen würde, warum fürchten wir uns dann nicht vor Tausendfüßlern? Wenn es an den unvorhersehbaren Bewegungen liegen würde, warum haben wir dann nicht das gleiche Gefühl bei allen anderen Tieren, die sich derart unberechenbar und schnell bewegen?

Sie sehen: Ein spannendes Thema, und bis heute gibt es keine klare Antwort darauf, woher die Arachnophobie kommt. Interessanterweise kenne ich diese Gefühlsmischung aus Angst und Ekel nur von Spinnen.
 
Spinnenphobie Arachnophobie

So überleben Sie das nächste Zusammentreffen mit einer Spinne

Das Allerwichtigste: Entspannen Sie sich, so gut es geht. Atmen Sie ruhig und tief in den Bauch, lassen Sie Ihre Schultern hängen, entspannen Sie Ihren Kiefer und alle Muskeln, die Ihnen besonders verkrampft vorkommen. Denn wer entspannt ist, kann erst gar nicht in Panik geraten! Machen Sie sich bewusst, dass das Leben dieses kleinen, unschuldigen Geschöpfes in Ihren Händen liegt. Dass es, auch wenn es ganz anders aussieht als Sie, genauso ein Recht auf Leben und Unversehrtheit hat und Sie die Verantwortung dafür tragen.

Wenn Ihnen bei der Vorstellung, ein Glas über die Spinne zu stülpen, ein Schauer über den Rücken läuft (so ist es bei mir, weil ich müsste mich ja in die Nähe der Spinne begeben), empfehle ich diesen Spinnenfänger. Er hat einen ganz langen Arm und hält den Krabbelfreund auf sicherem Abstand. Zuerst sollten Sie die Haus- oder Balkontüre weit öffnen. Wenn Sie die Spinne gefangen haben, tragen Sie sie möglichst weit weg von Ihrem eigenen Zuhause. Sonst ist sie am nächsten Tag schon wieder da.



Eine Alternative ist der Insektenfänger Snapy, der bei winzig kleinen Spinnen hilfreich sein könnte. Probieren Sie es einfach mal aus und üben Sie für den Ernstfall.
 

Was tun, wenn auch das nicht klappt?

Dann suchen Sie sich einen Freund oder eine Freundin, der/die zu jeder Tages- und Nachtzeit bereitsteht, um die Spinne behutsam nach draußen zu bringen (Hallo, Thomas!).

Wenn Sie keine anderen Menschen mögen oder mit anderen Arachnophoben zusammenleben, empfehle ich Ihnen eine Wohnung in einem der oberen Stockwerke. Da findet man nämlich weitaus weniger Spinnen vor als im Erdgeschoss. Am besten noch mit Fliegengittern an allen Türen und Fenstern.

Wenn Ihre Angst so stark ist, dass Sie sich nicht mehr in den Keller trauen oder bei jeder Gartenparty absagen müssen, dann überlegen Sie sich, ob eine Therapie sinnvoll wäre. Denn Spinnenangst hin oder her – Ihr Leben komplett einschränken sollte sie nicht, dafür ist es zu kurz.

Seien Sie geduldig mit sich selbst. Viele Menschen haben diese Angst bereits in den Griff bekommen, warum also nicht auch Sie? Diese Spinne hier ist sogar richtig süß.
 

Unsere Autoren

Isabella Lynley

Als Content Producer kämpft Isabella Lynley für die Rechte ALLER Tiere.