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Aufgedeckt: Kriminelles Ehepaar aus Herzberg handelt und züchtet trotz Tierhalte- und Betreuungsverbot weiter Pferde und Kaninchen

PETA erstattet Strafanzeige und fordert Behörden zum Einschreiten auf
 
Herzberg (Elster) / Stuttgart, 17. Oktober 2020 – Wiederholungstäter in Sachen Tierquälerei: Zusammen mit der Tierschutzdetektivin Judith Pein von „hundkatzemaus“ hat PETA eine illegale Tierhaltung in Herzberg aufgedeckt. Ein Ehepaar spielt seit 2012 ein Versteckspiel mit den Behörden: Trotz eines damals auferlegten Tierhalte- und Betreuungsverbots wechselt das Paar regelmäßig seinen Wohnsitz und zieht in verschiedenen Bundesländern von Landkreis zu Landkreis, um weiterhin Tiere halten und verkaufen zu können. Über Whistleblower-Hinweise wurde PETA auf den Fall aufmerksam. Als das Ermittlerteam den Hof besuchte, fand es zahlreiche unter tierschutzwidrigen Bedingungen gehaltene Tiere vor: Ein Pferd litt an einer schweren, unzureichend behandelten Augenentzündung. Eine Hündin war in einem dunklen Verlies in einer Scheune ohne Tageslicht eingesperrt. Alle der etwa 50 Kaninchen mussten in kleinen, dunklen Käfigen ausharren. Einige von ihnen waren von lebensbedrohlichen Darmparasiten befallen und augenscheinlich todkrank. Das Ehepaar gab zu, die Behörden zu täuschen. PETA erstattete im August bei der Staatsanwaltschaft Cottbus Strafanzeige gegen das Ehepaar und fordert von den Behörden, die verbleibenden Tiere umgehend zu beschlagnahmen.
 
„Der Anblick auf dem Gelände war grauenvoll, überall waren leidende Lebewesen zu finden, die dringend medizinische Hilfe benötigten“, so Jana Hoger, Fachreferentin für tierische Mitbewohner bei PETA. „Das Ehepaar profitiert seit Jahren vom Leid der Tiere. Immer wieder flüchteten die beiden in einen anderen Landkreis, um ihre kriminellen Machenschaften dort in Ruhe fortsetzen zu können. Die Tiere wurden versteckt und die Behörden auf dreiste Art und Weise getäuscht. Dieses makabre Spiel muss endlich ein Ende haben.“

Die Ermittler kauften zwei Kaninchen frei, da sie umgehend medizinische Versorgung benötigten. Eines der beiden Tiere war jedoch bereits so schwer erkrankt und abgemagert, dass es kurze Zeit später in einer Tierarztpraxis starb. Das Team hat alle gesammelten Beweise über die gesetzeswidrige Tierhaltung an das zuständige Veterinäramt Elbe-Elster weitergeleitet. Kurz darauf kontrollierte die Behörde die Haltung der Tiere und behandelte in diesem Zuge auch gleich mehrere erkrankte Tiere.
 
Von Ehepaar gehaltene Tiere bereits zweimal beschlagnahmt
PETA geht davon aus, dass das Veterinäramt die Tiere bald beschlagnahmen wird. Es wäre nicht das erste Mal: Im Jahr 2012 wurden verschiedene Tiere des einschlägig vorbestraften Paars aufgrund tierschutzwidriger Haltungsbedingungen vom Veterinäramt Osterode beschlagnahmt und ein allgemeines Tierhalte- und Betreuungsverbot auferlegt. Die Eheleute ließen sich daraufhin in einem anderen Landkreis nieder. 2019 beschlagnahmte das dortige Veterinäramt Herzberg/Elster rund 45 Tiere, die sich in mäßigem bis schlechtem Zustand befanden. Einige von ihnen benötigten auch damals intensive medizinische Versorgung. 
 
PETA ruft vor diesem Hintergrund sowie grundsätzlich dazu auf, Tiere niemals beim Züchter zu kaufen, sondern einem der vielen Bewohner von Deutschlands Tierheimen ein Zuhause zu schenken.
 
PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Weltanschauung, die den Menschen als allen anderen Lebewesen überlegen einstuft.
 


Einige der auf dem Hof vorgefundenen kranken Tiere. / © PETA Deutschland e.V.
 
Diese und weitere Fotos finden Sie hier zum Download.
 
Weitere Informationen:
PETA.de/Ehepaar-Illegale-Tierhaltung
 
Pressekontakt:
Sophie Burke, +49 711 860591-528, [email protected]