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Auftritt des „Hundeflüsterers“ Cesar Millan in Frankfurt: PETA warnt vor unqualifiziertem Hundetrainer und seinen Tierqualmethoden

Frankfurt / Stuttgart, 4. Dezember 2015 – Von „flüstern“ keine Spur: Am Sonntagabend gastiert der umstrittene „Hundetrainer“ Cesar Millan im Rahmen seiner Deutschlandtournee mit der Show „Leader of the pack“ (engl., „Rudelführer“) in der Frankfurter Festhalle. Der selbsternannte „Hundeflüsterer“ wurde durch seine gleichnamige TV-Serie bekannt und will bei dem Liveauftritt zeigen, wie er angebliche Problemhunde zur Mustergültigkeit umerzieht. PETA Deutschland e.V. rät dringend davon ab, die Show zu besuchen oder Millans Trainingsmethoden gar anzuwenden. Der in Mexiko geborene Amerikaner spricht zwar von „Kommunikation und Verständnis“, doch seine Methode setzt vielmehr auf Unterdrückung und den Einsatz von „Hilfsmitteln“ wie den hierzulande tierschutzwidrigen Elektroschock- und Würgehalsbändern, um Hunde schnell gefügig zu machen. Die Tierrechtsorganisation appelliert an alle Hundehalter, nur seriöse Hundetrainer zu konsultieren, die mit positiver Bestärkung arbeiten und eine erfolgreich abgelegte Sachkundeprüfung vorweisen können.
„Millan unterdrückt ihm anvertraute Hunde oftmals gezielt mittels psychischer und oft sogar körperlicher Gewalt“, so Dörte Röhl, Tierärztin und Fachreferentin für Tierische Mitbewohner bei PETA Deutschland e.V. „Die Tiere gehorchen schließlich, weil sie schlichtweg Angst vor ihm haben.“
Millan selbst lieferte im September letzten Jahres in Hannover einen Beweis für seine mangelnde Fachkompetenz, als er die laut Tierschutzgesetz vorgeschriebene Sachkundeprüfung für Hundetrainer trotz Dolmetscher nicht bestand. Da er somit in Deutschland keine Hunde gewerbsmäßig für Dritte ausbilden oder die Ausbildung der Hunde durch den Tierhalter anleiten darf, musste er einen geprüften Hundetrainer für seine Shows in der Bundesrepublik engagieren.
 
Das Rangordnungsprinzip und die komplette Unterordnung der Hunde, auf denen Millans Trainingsmethoden basieren, werden in Fachkreisen längst als völlig rückständig betrachtet. Auch der Internationale Verband der Hundetrainer e.V. äußerte heftige Kritik an Millans Methoden, denn ein „Rudelführer“ zeichnet sich durch Souveränität und Vertrauenswürdigkeit aus; Bestrafung oder gar Gewaltanwendung zerstört jegliches Vertrauen. Professionelle Hundetrainer plädieren bereits seit Jahren für gewaltfreie Trainingsmethoden. Ständige Maßregelung und Bestrafung führen zu dauerhaftem Stress, Frustration und Verhaltensauffälligkeiten bei Hunden. Ähnlich wie bei menschlichen Opfern häuslicher Gewalt können auch solche misshandelten Hunde selbst zur Gefahr werden. In jedem Fall nimmt die Psyche der Hunde jedoch bleibenden Schaden. [1]

In Millans Fernsehshow ist zu sehen, wie er Hunde, die aggressives Verhalten zeigen, permanent provoziert, um sie dann in spektakulären Situationen zu unterwerfen. Einige der panischen Tiere werden unter anderem mit der Würgeleine stranguliert, bis sie sich schließlich völlig erschöpft zu Boden drücken lassen. Was er „entspannt“ nennt, ist für Hundekenner als völlige Apathie infolge der traumatischen Erfahrung ersichtlich. Der „Hundeflüsterer“ vertreibt sogar ein eigens konzipiertes Endloswürgehalsband, das eine „sensationelle Wirkung“ verspricht. Kein Wunder, schließlich wird der empfindliche Kehlkopf schmerzhaft eingeengt. Aufgrund heftiger Kritik wurde die Ausstrahlung seiner Serie in Amerika bereits 2012 von National Geographic eingestellt.

[1] Jonathan J. Cooper, Nina Cracknell, Jessica Hardiman, Hannah Wright, Daniel Mills (2014): The Welfare Consequences and Efficacy of Training Pet Dogs with Remote Electronic Training Collars in Comparison to Reward Based Training.

Weitere Informationen:
Teletakter.PETA.de
PETA.de/Beschwichtigungssignale
PETA.de/Tamar_Geller

Kontakt:
Jana Fuhrmann, +49 (0)711 860591-529, [email protected]