Aus purer Nachlässigkeit: Affen im Versuchslabor verbrüht und verstümmelt

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Das Leid von Tieren im Labor kennt scheinbar keine Grenzen. Experimentatoren verstümmeln und quälen die Tiere. Doch ein Großteil des Tierleids entsteht auch durch pure Nachlässigkeit: Zum Beispiel, wenn Tiere in Käfigen verbrüht werden.


Richtig gehört! Denn Laborkäfige werden häufig mit leistungsstarken Käfigreinigungsmaschinen gesäubert, die mit hohem Druck und heißem Wasser arbeiten. Menschen, die vorgeben, für die komplexesten gesundheitlichen Problematiken eine Lösung finden zu wollen, schaffen es nicht einmal, Tiere vor der Reinigung aus dem Käfig zu nehmen.
 
Können Sie sich vorstellen, wie schrecklich es sein muss, in einer Maschine wie dieser gefangen zu sein?
 

Leider kommt genau das häufig in Versuchslaboren vor. Hier einige Beispiele:

  • Bei dem Tiernahrungshersteller Nestle Purina Global Resources Inc. wurde ein Kater namens Tyson getötet. Mitarbeiter hatten ihn während der Reinigung in seinem Käfig gelassen.
  • An einem Krebsforschungszentrum der Universität von Texas ließ man einen Nachtaffen einfach in seinem Käfig, während dieser von einem Hochdruckreiniger mit heißem Wasser gesäubert wurde. Ein Bericht zeigte später, dass der Körper des Affen derart verstümmelt war, dass sich keine genaue Todesursache mehr feststellen ließ.
  • In einem Labor im US-Bundesstaat Washington wurde ein Makak in seinem Käfig quasi zu Tode gebrüht. Mitarbeiter hatten den Käfig bei 80 Grad 20 Minuten lang in eine riesige Reinigungsmaschine gestellt.
  • Mitarbeiter des Pharmariesen Bristol-Myers Squibb ließen eine Ratte und einen Affen in ihren Käfigen, während diese den Waschvorgang durchliefen.
  • Eines der größten Versuchslabore der USA sind die Charles River Laboratories. Dort ließ man einen Affen in seinem Käfig sitzen und schleuste ihn durch die brühend heiße Käfigreinigungsmaschine.
  • Im Jahr 1996 durchlief in einem Primatenforschungszentrum ein Totenkopfäffchen die heiße, tödliche Maschine. 2010 saßen noch drei Affen in ihrem Käfig. Kurz bevor die Maschine eingeschaltet wurde, entdeckte man die Tiere.
  • Eine ganze Seidenaffenfamilie wurde in ihrer Nistbox tot aufgefunden, nachdem diese eine Reinigungsmaschine durchlaufen hatte.
  • Und selbst in hoch angesehenen Einrichtungen passieren solch tödliche Fehler: An der Harvard Medical School, der Princeton University und auch an der Vanderbilt University wurden schon Tiere in ihren Käfigen durch die Hochleistungs-Reinigungsmaschinen geschickt.

Minimalanforderungen sind schon zu viel

Dabei ist die Prüfung eines Käfigs vor der Reinigung wohl das absolute Minimum, das man von einem Labormitarbeiter oder einer Mitarbeiterin verlangen kann. Die meisten dieser Labore erhielten lediglich eine Verwarnung der Behörden. Somit werden solche schrecklichen Vorfälle auch nicht ernst genommen und können sich jederzeit wiederholen.

Ein albtraumhafter Tod

Diese Tiere wurden in den Reinigungsmaschinen regelrecht verstümmelt. Wahrscheinlich schrien sie vor Schmerz und versuchten verzweifelt, zu entkommen – genau wie wir es tun würden. Denn wie wir sind diese Tiere fühlende Lebewesen, kein Laborequipment. Sie wollen ihren natürlichen Verhaltensweisen nachkommen, bei ihrer Familie leben und sich frei bewegen. Doch stattdessen erfahren sie nur Qualen und Gefangenschaft.

Tierversuche: unnötig und gefährlich

Studien haben gezeigt, dass Tierversuche nicht dazu geeignet sind, menschliche Reaktionen auf Krankheiten oder Medikamente präzise vorauszusagen.


Rund 95 Prozent aller neuen Medikamente fallen in klinischen Versuchen durch, nachdem sie im Tierversuch bestanden haben. In der Vergangenheit gab es immer wieder Medikamentenkatastrophen, weil Medikamente, die im Tierversuch als gut und wirkungsvoll befunden wurden, beim Menschen eine andere Wirkung gezeigt haben. Eines der bekanntesten Beispiele ist die Contergan-Katastrophe in den 1960er Jahren.

Es ist längst überfällig, dass wir uns von Tierversuchen abwenden und uns tierfreien Methoden zuwenden. In vielen Bereichen gibt es zahlreiche Alternativmethoden. Einige sind bereits erfolgreich im Einsatz, andere weit entwickelt, aber teils erhalten vielversprechende Methoden keine oder nicht ausreichend Fördergelder, um präzisiert zu werden. Denn während Tierversuche mit mehreren Milliarden Euro gefördert werden, bekommen tierfreie Alternativen nur wenige Millionen Euro Unterstützung.

Was Sie tun können

Bitte helfen Sie uns, Tierversuchen ein für alle Mal ein Ende zu bereiten. Fordern Sie mit unserer Petition die EU auf, einen Zulassungsstopp für Tierversuche zu unterstützen. Achten Sie beim Einkauf darauf, nur Produkte zu wählen, die nicht an Tieren getestet wurden.

Unsere Autoren

Nadja Winter

ist Politikwissenschaftlerin, Brotliebhaberin und Hundehaareinsammlerin.