Video: Bären-Dompteur in Zirkusvorstellung angegriffen

youtube.com / The Telegraph

Ein Bär, der im Zirkus auf seinen Hinterbeinen laufen und eine Schubkarre schieben musste, griff während der Vorführung einen Dompteur an. Der Vorfall ereignete sich in einem vollbesetzten russischen Zirkus und beweist erneut: Tiere sollten niemals gezwungen werden, sinnlose Kunststücke für Menschen vorzuführen.


Berichten zufolge soll sich der Angriff im russischen Anshlag Tent Circus während der Darbietung „Krummbein und die Schubkarre“ ereignet haben. In dem zum Zeitpunkt des Geschehens aufgenommenen Video hört man Kinder schreien und sieht, wie der Bär auf einen Dompteur losgeht und ein anderer Zirkusmitarbeiter auf ihn eintritt. Zwischen Manege und Zuschauerbereich befand sich keine Sicherheitsabgrenzung.
 

Berichten zufolge soll der Bär noch völlig aufgewühlt durch die Arena gelaufen sein, als man ihm bereits über einen Stab Elektroschocks verabreicht hatte.

Hätte der Anshlag Tent Circus von Anfang an das Richtige getan und ausschließlich talentierte menschliche Künstlerinnen und Künstler auftreten lassen, wäre es nie zu diesem tragischen Vorfall gekommen.

Die Öffentlichkeit wendet sich immer mehr von der Ausbeutung von Tieren zur menschlichen Unterhaltung ab. Trotzdem karren Betriebe wie dieser Zirkus weiterhin Tiere von Ort zu Ort, zwingen sie zu Auftritten unter grellen Lichtern und bei lauter Musik und pferchen sie ihr Leben lang in winzige Käfige.

Tiere sind nicht dazu da, Menschenmengen zu unterhalten.


Es ist kein Wunder, dass es dieser Bär einfach nicht mehr ausgehalten hat. Bären stehen im Zirkus während ihrer „Auftritte“ unter Dauerstress. Unter den Bedingungen im Zirkus werden sie häufig depressiv und entwickeln schwerwiegende psychische Probleme. All das ist jedoch nicht der Anfang ihres leidvollen Weges: Schon als Jungtiere werden sie ihrer Mutter entrissen, am Hals angebunden und gezwungen, verwirrende, unnatürliche Tricks vorzuführen.
 

Warum läuft der Bär in dem Video auf seinen Hinterbeinen?

Auf den Hinterbeinen zu laufen, ist für Bären ein unnatürliches Verhalten. Im Training zwingt man sie trotzdem häufig, stundenlang auf den Hinterbeinen zu stehen. Können sie das nicht, laufen sie Gefahr, sich selbst zu erwürgen bzw. aufzuhängen. Eine Ermittlung von PETA Asien deckte diese grausamen Trainingsmethoden in Zirkussen und Tiertrainingseinrichtungen im chinesischen Suzhou auf.
 

Solche Tierquälerei gibt es weltweit

Wir sollten jedoch nicht glauben, solche Tierquälerei finde nur in Russland und China statt. Auch in den USA müssen Tiere erniedrigende Kunststücke aufführen. Bei Castle's Bears müssen die Bärenschwestern Nanook und Tutter beispielsweise in lächerlichen Kostümen auftreten und einen Maulkorb tragen. An einer Leine zerrt man sie umher und zwingt sie bei Veranstaltungen des amerikanischen Zirkusunternehmens Shrine Circus zu Tricks, die aller Wahrscheinlichkeit nach für die Tiere mit Schmerzen verbunden sind.
 

Auch in Deutschland wurden noch bis vor wenigen Jahren Bären gezwungen, Roller zu fahren oder Handstand zu machen. Der letzte Bär in einem deutschen Zirkus, Braunbär Ben, wurde 2016 beschlagnahmt und in einen Bärenpark überführt. Auch wenn momentan hierzulande keine Bären im Zirkus auftreten müssen, ist ihre Haltung und Dressur weiterhin erlaubt. Im Gegensatz zu über 20 europäischen Ländern gibt es in Deutschland noch immer kein Verbot von Wildtieren in Zirkussen.
 

Was Sie tun können

  • Bitte besuchen Sie niemals einen Zirkus mit Tierdressuren und klären Sie auch Freunde und Familie über das Tierleid in Zirkussen auf.
  • Gerne schicken wir Ihnen ein kostenloses Demopaket mit Postern und Flyern, wenn in Ihrer Nähe ein Zirkus mit Wildtieren gastiert.

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PETA Team

Die Blogartikel zu den Themen Tierrechte und veganem Lifestyle sind von und mit den Mitarbeitern von PETA Deutschland e.V. und weiteren Co-Autoren.