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Bei Kölner Rosenmontagszug gestürztes Pferd Querida war krank – PETA kritisiert Festkomitee scharf und fordert Pferdeverbot bei Karnevalsumzügen

 
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Stand November 2017
Köln / Stuttgart, 9. November 2017 – Das beim Kölner Rosenmontagszug 2017 gestürzte Pferd Querida litt unter einer chronischen Erkrankung und hätte nicht stundenlang im Straßenkarneval eingesetzt werden dürfen. Gestern informierte PETA die Oberbürgermeisterin Henriette Reker und die Kölner Stadtratsfraktionen über den Sachverhalt. Die Tierrechtsorganisation kritisiert das Festkomitee des Kölner Karnevals scharf, denn die Erkrankung war den Verantwortlichen bekannt. Zwar beruft sich das Komitee auf die Freigabe eines Tierarztes, jedoch ist es gemäß der „Richtlinie zur Teilnahme von Pferden am Rosenmontagszug“ generell untersagt, kranke Tiere mitzuführen. PETAs Ansicht nach war der Einsatz des Tieres sowohl hinsichtlich möglicher Gefahren als auch aus Tierschutzgründen unverantwortlich. Daher appelliert die Tierrechtsorganisation erneut an die Kölner Politiker, Pferde bei Karnevalsveranstaltungen nicht mehr zuzulassen.
 
„Die Richtlinie für Pferde beim Kölner Karneval ist nicht das Papier wert, auf dem sie gedruckt ist. Das Festkomitee hat sich bei einem chronisch kranken Tier über die eigene Richtlinie hinweggesetzt. Nur ein Pferdeverbot kann den Tierschutz garantieren“, so Peter Höffken, Fachreferent für Tiere in der Unterhaltungsbranche bei PETA.
 
Beim vergangenen Rosenmontagszug in Köln war Querida nach stundenlangem Einsatz gegen 16 Uhr plötzlich zusammengebrochen und liegen geblieben, bis sie von einem Transporter in eine Pferdeklinik gebracht wurde. Gegen die offiziell verbreitete Version eines „Ausrutschens“ auf dem Asphalt sprechen neben der chronischen Erkrankung das laut Reitercorps-Führer Hellmut Schüßler langsame Heruntergehen mit dem Hinterteil sowie die erfolglosen Versuche, Querida durch Zerren am Zaumzeug zum Aufstehen zu bewegen.
 
Querida leidet an der sogenannten Schale, einer Art chronischen Knochen- und Gelenkerkrankung. Betroffene Pferde sollten möglichst nicht auf harten Böden laufen; zudem sind hohe Leistungen und Strapazen zu vermeiden, da die Sturzgefahr mit zunehmender Belastung steigt. PETA hatte zunächst von einem Whistleblower von der Erkrankung des Tieres erfahren. Queridas Sturzanfälligkeit soll bereits seit Jahren bekannt sein.
 
Pferde sind Fluchttiere und sehr schreckhaft. Laute Musik, fliegende Süßigkeiten und ausgelassene Menschenmassen setzen die sensiblen Tiere bei Karnevalsumzügen anhaltend hohem Stress aus. Fast jedes Jahr werden Menschen und Tiere bei derartigen Veranstaltungen zum Teil schwer verletzt. Auch bei trainierten Pferden können bereits geringe Störungen den Fluchtinstinkt auslösen. In Bonn gingen Pferde vor einer Kutsche durch, wodurch mehrere Teilnehmer des Rosenmontagszuges verletzt wurden. In Eschweiler bei Aachen sorgte die Mitführung eines aus dem Mundwinkel blutenden Pferdes für öffentliche Kritik. Zahlreiche weitere Vorfälle wurden von Besuchern der Umzüge im Rheinland an Behörden, Politiker und PETA gemeldet. Bonner und Kölner Medien berichteten, dass Pferde zumindest bei den Umzügen der Vorjahre sediert wurden, um die Stressbelastung auszuhalten – obwohl die Verantwortlichen dies stets abgestritten haben.
 
In zahlreichen Städten sind Pferde bei Karnevalsumzügen aufgrund einschlägiger Erfahrungen mittlerweile verboten oder nur eingeschränkt erlaubt. Neben dem Einsatz der Pferde während der Karnevalsumzüge kritisiert PETA auch die tierschutzwidrigen Trainingsmethoden, mit denen die sensiblen Tiere im Vorfeld „desensibilisiert“ werden. Dazu gehören neben lauter Musik auch das wiederholte Hervorrufen von Schreck- und Angstzuständen, etwa durch Knallgeräusche, sowie der Einsatz spezieller schmerzhafter Gebisse.

Weitere Informationen:
PETA.de
 
Video von Querida am Boden:
Veganblog.de/Unterhaltung/Pferd-kollabiert-Koelner-Rosenmontagszug/ 

Kontakt:
Judith Stich, +49 30 6832666-04, JudithS@peta.de