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Beißvorfall in Jena zur Belustigung gefilmt: PETA fordert Einführung eines Hundeführerscheins in Thüringen

 
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Nachweis kann schwere Unfälle verhindern und ermöglicht Hunden ein tiergerechteres Leben

Stand Januar 2018
Jena / Stuttgart, 19. Januar 2018 – Verantwortungslose Hundehaltung: Einem Polizeibericht zufolge wurde vergangenen Dienstag gegen 16 Uhr der Hund einer 41-Jährigen auf dem Jägerberg von zwei Hunden angegriffen und verletzt. Statt einzuschreiten, lachten die Hundehalter; sie filmten den Vorfall und drohten der Frau, als sie sagte, sie werde die Polizei rufen. Die beiden etwa 40- bis 50-jährigen Männer trugen Arbeitskleidung, einer von ihnen zudem eine Pudelmütze, der andere eine Jacke mit einem bunten Aufnäher auf dem Rücken. Sie waren mit vier Hunden unterwegs, darunter ein Deutscher Schäferhund und vermutlich ein schwarzer Labrador. Hinweise nimmt die Jenaer Polizei unter 03641 811123 entgegen. Angesichts dieses Vorfalls fordert die Tierrechtsorganisation PETA die Einführung eines sogenannten Hundeführerscheins in Thüringen.
 
„Viele Halter können ihre Hunde nicht richtig einschätzen. Somit ist die wahre Ursache für Beißattacken bei ihnen zu suchen – nicht beim Tier. Da die Hunde offensichtlich nicht mit anderen Hunden verträglich sind, hätten sie gar nicht erst in die Nähe des Vierbeiners gelangen dürfen“, so Jana Hoger, Fachreferentin für tierische Mitbewohner bei PETA. „Dass die Hundehalter nicht einmal eingegriffen, sondern den Vorfall zur Belustigung sogar noch gefilmt haben, war verantwortungslos.“
 
Der Hundeführerschein sieht vor, dass künftige Halter bereits vor Aufnahme eines Hundes einen Theoriekurs absolvieren, bei dem sie das notwendige Fachwissen über eine tiergerechte Haltung und Aspekte wie Kommunikation und Bedürfnisse von Hunden erwerben. Anschließend an den theoretischen Kurs folgt für Halter und Hund ein gemeinsames obligatorisches Praxisseminar in einer Hundeschule. Ein solcher Nachweis kann sicherstellen, dass Hundehalter sachkundig mit ihrem Tier umgehen und die Signale ihres Vierbeiners richtig deuten. Eine funktionierende Kommunikation zwischen Hund und Halter ist unerlässlich, um Beißvorfälle zu verhindern. Zudem vermittelt das Training Kenntnisse über die Anforderungen der Hundehaltung, die für ein tiergerechtes Leben der Hunde unerlässlich sind.
 
Als erstes deutsches Bundesland hat Niedersachsen einen Sachkundenachweis für Hundehalter beschlossen – der allgemeine Hundeführerschein ist dort seit Juli 2013 verpflichtend. Wer in München nach dem 1. Mai 2014 einen Hundeführerschein absolviert hat, kann sich ein Jahr lang von der Hundesteuer befreien lassen. In Mannheim gilt eine zweijährige Steuerbefreiung für alle Hunde, deren Halter den Hundeführerschein nach dem 1. Januar 2016 erworben haben. Wer in Berlin seit dem 1. Januar 2017 einen Hund neu aufgenommen hat, ist dazu aufgefordert, sich die notwendige Sachkunde anzueignen.
 
Die Einführung eines Hundeführerscheins hat einen weiteren Vorteil: Sie kann Menschen, die sich noch nicht ausführlich mit dem Thema Hundehaltung auseinandergesetzt haben, von einem eventuellen Impulskauf abhalten. Jedes Jahr landen 80.000 Hunde in deutschen Tierheimen, darunter sehr viele Tiere, die unüberlegt „angeschafft“ wurden.
 
PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten, wir an ihnen experimentieren oder sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten.
 
Weitere Informationen:
PETA.de/Hundefuehrerschein
 
Kontakt:
Katharina Wicke, +49 711 860591-535, KatharinaW@peta.de