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Berlin mit veganer Verpflegung schneller klimaneutral – PETA appelliert an Regierenden Bürgermeister Müller, riesiges CO2-Einsparpotenzial zu nutzen

 
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Umweltfreundliche Verwaltung muss Ernährungsbereich mit einschließen

Stand Mai 2015
Berlin / Stuttgart, 26. Mai 2015 – Tierische Produkte sind der Klimakiller Nummer eins: Wie der Berliner Senat verkündete, will die Bundeshauptstadt bis 2050 klimaneutral sein. Dabei soll der Ausstoß von CO2 bis dahin im Vergleich zu 1990 um mindestens 85 Prozent gesenkt werden, die Verwaltungsorgane will die Stadt bereits bis 2030 entsprechend organisieren. Nun hat PETA Deutschland e.V. den Regierenden Bürgermeister Michael Müller in einem Schreiben dazu aufgefordert, die enormen Einsparungspotenziale bei Treibhausgasen durch die Wahl rein pflanzlicher Nahrungsmittel mit einzubeziehen. Denn seit Jahren bestätigen Studien, dass es die umwelt- und klimafreundlichste Entscheidung ist, Fleisch, Eier und Milchprodukte vom Speiseplan zu streichen. Die Tierrechtsorganisation appelliert an die Stadt, die Bürger in Informations- und Bildungskampagnen über die Vorteile der veganen Ernährung aufzuklären und auch die Verpflegung in behördlichen Kantinen sowie Empfänge und sonstige Veranstaltungen rein pflanzlich zu gestalten. Eine Antwort des Bürgermeisters steht bislang noch aus.
 
„Die Politik ignoriert den Ernährungsbereich als zentrale Stellschraube im Kampf gegen die globale Erwärmung hartnäckig. Das ist angesichts der drohenden Umweltfolgen absolut unverständlich“, so Anja Hägele, Managerin Fachreferate bei PETA Deutschland e.V. „Schließlich sollte die Hauptstadt auch in Sachen Klimaschutz eine Vorreiterrolle einnehmen. Jeder einzelne der rund 3,5 Millionen Berliner kann mit veganer Kost einen aktiven Beitrag für Mensch, Tier und Umwelt leisten.“
 
Berlin bietet eine breite Auswahl rein pflanzlicher Speisen und Getränke. Diesen Umstand sollte die Stadt als Vorteil nutzen und fördern sowie die Aufklärung der Einwohner vorantreiben, um das Ziel der Klimaneutralität schneller und effektiver zu verwirklichen.
 
Neben dem Bericht der Welternährungsorganisation (FAO) von 2006, der die Tierwirtschaft als Hauptverursacher der schlimmsten Umweltprobleme unserer Zeit benennt, stellte das Worldwatch-Institut 2009 fest, dass 51 % der vom Menschen verursachten Treibhausgase aus diesem Sektor stammen.
 
Zwar sind regionale und biologische Lebensmittel bereits ein guter Ansatz, doch es ist ausschlaggebend, ob Fleisch, Milch und Eier oder vegane Produkte auf dem Teller landen. Dies bestätigte beispielsweise 2007 das Öko-Institut Freiburg in einer Studie zum CO2-Fußabdruck von Lebensmitteln. Pflanzliche Erzeugnisse sind demnach wesentlich umweltfreundlicher als tierische Produkte: Allein ein Kilogramm Bio-Rindfleisch ist 90-mal belastender für das Klima als dieselbe Menge an konventionellem Gemüse. Bio-Butter ist 10-mal klimaschädlicher als nicht ökologisch hergestellte Margarine. Auch das deutsche Landwirtschaftsministerium (BMEL) kam in einem Bericht von 2008 zu dem Schluss, dass eine pflanzliche Ernährung über 40 % der Treibhausgasemissionen einsparen könnte. Das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) forderte 2010 in einer Studie dazu auf, den Verzehr von Fleisch- und Milchprodukten zu verringern. Denn dadurch könnte der landwirtschaftlich bedingte Ausstoß von Methan und Lachgas um mehr als 80 % reduziert und zukünftige Emissionen unter das Niveau von 1995 gesenkt werden.
 
PETA weist außerdem darauf hin, dass tierische Produkte sehr wasserintensiv sind. Während für die Produktion von einem Päckchen Kuhmilch 1.050 Liter und für die eines 150-g-Rindfleisch-Burgers 2.350 Liter Wasser benötigt werden, sind es bei der Herstellung der gleichen Menge Sojadrink bzw. eines Soja-Burgers nur 297 bzw. 158 Liter.
 
Die Tierrechtsorganisation vertritt die Ansicht, dass Tiere nicht dazu da sind, für die menschliche Ernährung ausgebeutet zu werden. Veganer führen nicht nur ein gesünderes Leben, jeder Einzelne bewahrt auch bis zu 50 Tiere pro Jahr vor dem Tod in Tierfabriken, Schlachthöfen oder Fischernetzen. Mit dem kostenlosen Veganstart-Programm von PETA gelingt der Umstieg auf eine rein pflanzliche Ernährung spielend leicht. PETA Deutschland e.V. ist die größte Interessenvertretung vegan lebender Menschen in Deutschland.
 
Quellen:
Food and Agriculture Organization (2006): Lifestock’s Long Shadow: Environmental Issues and Options. United Nations (UN), http://www.fao.org/docrep/010/a0701e/a0701e00.HTM (abgerufen am 12.05.2015)
 
Goodland R. and Anhang, J. (2009): Livestock and Climate Change: What if the key actors in climate change are ... cows, pigs, and chickens?. World Watch Magazine, 22 (06), http://www.worldwatch.org/node/6294 (abgerufen am 12.05.2015)
 
Fritsche, U. R., Eberle, U., Wiegmann, K. und Schmidt, K. (2007): Treibhausgasemissionen durch Erzeugung und Verarbeitung von Lebensmitteln – Arbeitspapier. Öko-Institut e.V., http://www.oeko.de/oekodoc/328/2007-011-de.pdf (abgerufen am 12.05.2015)
 
BMELV (2008): Bericht des BMELV für einen aktiven Klimaschutz der Agrar-, Forst- und Ernährungswirtschaft und zur Anpassung der Agrar- und Forstwirtschaft an den Klimawandel. Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, http://www.bmel.de/cae/servlet/contentblob/383152/publicationFile/22425/Klimaschutzbericht2008.pdf (abgerufen am 12.05.2015)
 
Popp, A., Lotze-Campen, H., Bodirsky, B. (2010): Food consumption, diet shifts and associated non-CO2 greenhouse gases from agricultural production. Global Environmental Change, 20: 451-462
 
Ercin, A. E., Aldaya, M. M., Hoekstra, A. Y. (2011): The water footprint of soy milk and soy burgers and equivalent animal products. Ecological Indicators, 18: 392−402
 
Weitere Informationen:
PETA.de/Klimaschutz
PETA.de/Umwelt
Veganstart.de
 
Kontakt:
Jana Fuhrmann, +49 (0)711 860591-529, JanaF@peta.de