Bringt Playmobil bald Spielzeugset „Mein erster Schlachthof“ heraus?

Wer kennt sie nicht, die süßen Spielzeugsets von Playmobil? Doch was so süß anmutet, entspricht leider oft nicht der traurigen Realität. Deshalb hat PETA UK das Unternehmen letzten Monat aufgefordert, die glücklich wirkenden Tiere aus einem Bauernhof-Set zu entfernen. Denn ihre Darstellung ist meilenwert entfernt von den Qualen, dem Leid und der Gewalt, denen Tiere in echten landwirtschaftlichen Betrieben ausgesetzt sind.
 

Alternativ-Vorschlag: Schlachthof

Bislang blieb die Forderung unbeantwortet. Deshalb hat PETA UK Playmobil einen kreativen Vorschlag für ein neues Spielzeugset unterbreitet: „Mein erster Schlachthof“. Mit diesem Set könnten Kinder erfahren, was beispielsweise in der Milchindustrie wirklich mit Kühen geschieht.
 
Dieses Set könnte Playmobil schon bald herausbringen.
Wenn Kühe für die Milchindustrie nicht mehr genug Milch produzieren, oder aus anderen Gründen, wie einer Krankheit, unwirtschaftlich werden, landen sie im Schlachthof. Deshalb enthält das von unseren Kolleginnen und Kollegen vorgeschlagene Set zwei Kühe, die kopfüber aufgehängt und per Kehlschnitt getötet wurden. Und da männliche Kälber für die Milchindustrie meist nutzlos sind, findet sich in dem Set außerdem ein Kalb, das in einer Schubkarre entsorgt wird.

 

Was Playmobil Kindern verschweigt

Die Milchproduktion ist ein grausames Geschäft. Kühe werden künstlich befruchtet und so immer wieder geschwängert. Ihre Babys werden ihnen bald nach der Geburt weggenommen, damit die Milch, die eigentlich für ihre Kinder gedacht ist, verkauft werden kann. Diese Trennung traumatisiert Mutter und Kind. Die Mütter rufen teils tagelang verzweifelt nach ihren Babys.

Mutterkuh und Kalb werden kurz nach der Geburt getrennt.
Männliche Kälber gelten als „Nebenprodukte“, die kaum einen kommerziellen Wert haben. Deshalb werden sie oft an die Mast verkauft und häufig durch ganz Europa transportiert. Nach wenigen Monaten sterben sie einen qualvollen Tod im Schlachthaus. Immer wieder ist jedoch auch die Rede davon, dass diese Bullenkälber für die Mast nicht rentabel sind; deshalb werden sie von manchen Landwirten illegalerweise vernachlässigt oder gleich getötet. Weibliche Kälber müssen den gleichen Teufelskreis von ständigen Schwangerschaften und Trennung von ihren Babys durchlaufen, den schon ihre Mütter ertragen. Der Körper weiblicher Kühe wird immer wieder an seine Grenzen getrieben, um so viel Milch wie möglich aus ihm herauszupressen.
 

Was Sie tun können

Playmobil mag die Augen vor dem Leid der Tiere verschließen – doch wir alle können täglich die Entscheidung treffen, keine Tierquälerei mehr zu unterstützen. Bei der vielfältigen Auswahl, die Supermärkte und Restaurants mittlerweile bieten, war der Umstieg auf eine vegane Ernährung nie einfacher. Unterstützung bekommen Sie außerdem in unserem kostenlosen Veganstart-Programm. Melden Sie sich noch heute an und erzählen Sie auch Ihrem Freundeskreis davon.

Unsere Autoren

Nadja Winter

ist Politikwissenschaftlerin, Brotliebhaberin und Hundehaareinsammlerin.