China: Vielleicht bald weniger Tierversuche?

Kaninchenhaltung

Die staatliche Behörde für die Zulassung von Medizinprodukten in China (NMPA) hat einen Entwurf für neue Bestimmungen bezüglich der Durchführung von Tierversuchen vorgelegt. Die Verabschiedung des neuen Gesetzes könnte zahlreiche grausame und zudem nutzlose Tierversuche, die derzeit in China erforderlich sind, vermeiden und somit Tausenden Tieren Leid und Tod ersparen.

Noch handelt es sich bei dem Schriftstück lediglich um einen Entwurf – doch sollte dieser angenommen werden, würde er im Hinblick auf die Durchführung von Tierversuchen in China alles verändern: Unternehmen, die Kosmetika der Kategorie „Non-Special Use“ als Importware in China verkaufen, wären dann nicht mehr zu Tierversuchen gezwungen. Bei den betreffenden Produkten handelt es sich beispielsweise um handelsübliche Shampoos, Duschgels, Lippenstifte und Cremes.

Aktuell verlangt die chinesische Regierung für jedes importierte Kosmetikprodukt Tierversuchesowohl in der Kategorie „Special Use“ als auch „Non-Special Use“. Ebenso verhält es sich mit jedem Kosmetikprodukt der Kategorie „Special Use“ – ganz gleich, ob importiert oder in China produziert.

Die vorgeschlagenen neuen Maßnahmen würden dazu führen, dass für importierte „Non-Special Use“-Kosmetika die gleichen Bedingungen gelten wie für solche, die in China produziert werden. Wir sind vorsichtig optimistisch und werden die Entwicklungen verfolgen, um unsere Unterstützer auf dem Laufenden zu halten.

Positive Entwicklungen in China nehmen zu

Erst vor Kurzem hat die chinesische Regierung zwei weitere tierfreie Testmethoden für Kosmetika in China bewilligt. Diesen bedeutsamen Fortschritt verdanken wir der bahnbrechenden Arbeit der Wissenschaftler am Institute for In Vitro Sciences (IIVS).
Bereits 2012 hatte PETA aufgedeckt, dass mehrere zuvor tierversuchsfreie Unternehmen die chinesische Regierung klammheimlich dafür bezahlten, ihre Produkte im Tierversuch zu testen. Damals wurden für alle in China verkauften Kosmetika Tierversuche verlangt. PETA setzte sich umgehend mit den Experten des IIVS in Verbindung und stellte dem Institut die nötigen Gelder zur Verfügung, damit sie ihre Arbeit in China in Angriff nehmen, chinesische Wissenschaftler ausbilden und die Behörden über moderne tierfreie Forschungsmethoden informieren konnten.

Seit PETAs Enthüllung und der wissenschaftlichen Arbeit durch das IIVS und andere Unternehmen beginnt die chinesische Regierung nach und nach, die Ergebnisse aus tierfreien Versuchen zu akzeptieren.

Was Sie tun können

Kein Tier sollte jemals vergiftet oder verstümmelt werden – schon gar nicht für ein Konsumprodukt. Indem Sie tierversuchsfreie Produkte kaufen, ersparen Sie Kaninchen, Meerschweinchen, Mäusen, Ratten und anderen Tieren Leid und Tod im Labor.

Sie möchten wissen, welche Produkte wirklich tierversuchsfrei sind? PETAs Liste für tierversuchsfreie Kosmetik enthält mehr als 400 Unternehmen und Marken, die keine Tierversuche durchführen oder durchführen lassen – egal, in welchem Land.