Circus Krone: Einsamstes Nashorn der Welt gestorben

Circus Krone Nashorn
Am 5. März 2019 verstarb Nashornbulle Tsavo bei Circus Krone. Zuvor quälten ihn bereits längere Zeit Verdauungsprobleme, wodurch er innerhalb von zwei Monaten 300 Kilo verlor. Mit 45 Jahren wurde das Breitmaulnashorn nun von seinem traurigen Leben in Gefangenschaft erlöst. Tsavo war der letzte seiner Art, der in einem deutschen Reisezirkus zur Schau gestellt wurde.

Ein einsames Leben im Scheinwerferlicht

Fast sein ganzes Leben lang wurde Tsavo im Zirkus zu Unterhaltungszwecken benutzt, durch ganz Deutschland gekarrt und in der Manege vorgeführt. Aus wirtschaftlichen Gründen wurde er zu einem Leben in Einsamkeit und Isolation verdammt. Wie so oft in der Zirkusbranche üblich, musste er fast bis zum letzten Atemzug das Publikum unterhalten.
 
Circus Krone Nashorn
Tsavo kam 1978 vermutlich als Wildfang aus einem südafrikanischen Nationalpark nach Deutschland. Nachdem Circus Barum ihn jahrzehntelang zur Schau stellte, kam er 2008 zu Circus Krone. Meist hatte er im Krone-Zoo und auf Tournee nur wenige Quadratmeter „Auslauf“ auf asphaltierten Flächen zur Verfügung. Obwohl männliche Nashörner in freier Wildbahn eher Einzelgänger sind, finden sie in der Paarungszeit mit ihren Artgenossen zusammen. Dies wurde Tsavo verwehrt – er starb einsam.

Die Beinah-Katastrophe von 2010

Das Leben im Zirkus bedeutet großen Stress für die Tiere. Das helle Scheinwerferlicht, die vielen Menschen und die laute Musik beunruhigen sie, sodass es immer wieder zu Zwischenfällen kommt. Besonders Nashörner sind überaus schreckhafte Tiere. So wurde es auch Tsavo während einer Nachmittagsvorstellung im April 2010 zu viel und er versuchte panisch, die Manege zu verlassen. Dabei zertrampelte er die Umrandung der Manege und rannte nur wenige Zentimeter an den Zuschauern vorbei durch den Ausgang.

Wildtiere gehören nicht in den Zirkus

Dass Wildtiere nichts im Zirkus verloren haben, haben bereits viele europäische Länder erkannt. So sind beispielsweise in Belgien, Österreich, Griechenland und den Niederlanden bestimmte oder alle Tierarten im Zirkus nicht mehr erlaubt. In Deutschland hingegen werden weiterhin Giraffen, Löwen, Primaten und sogar Flusspferde in das Scheinwerferlicht gezwungen und so ständigem Stress ausgesetzt.


Besonders Circus Krone stand schon oft wegen Tierquälerei und miserablen Haltungsbedingungen in der Kritik. Der Betrieb missachtet seit Jahren immer wieder wichtige Tierschutzbestimmungen. Viele der Tiere zeigen schwere Verhaltensstörungen – nicht nur die Wildtiere, selbst einige Pferde.

Bitte verhindern Sie, dass sich Tsavos Schicksal wiederholt und unterschreiben Sie unsere Petition an die Bundesregierung für ein Tierverbot in Zirkussen.

Unsere Autoren

Friederike Huth

setzt sich als Editor und Coordinator im Online Marketing für die Rechte der Tiere ein.