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Nach Wildtierverbot in den Niederlanden: Circus Belly-Wien tourt mit Elefanten nach Bad Vilbel

 
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PETA kritisiert tierschutzwidrige Show

Stand März 2017
Bad Vilbel / Stuttgart, 20. März 2017 – Ab Mittwoch gastiert Circus Belly-Wien mit drei Asiatischen Elefanten und anderen Tieren in Bad Vilbel. In den vergangenen Jahren wurden die wild gefangenen Elefantendamen überwiegend in den Niederlanden vorgeführt. Doch seit das Nachbarland 2015 aus Tierschutzgründen ein Wildtierverbot für Zirkusse beschlossen hat, weichen die Wildtierdompteure verstärkt nach Deutschland aus. Denn obwohl der Bundesrat in seiner Entschließung 2016 detailliert begründete, warum Tierarten wie Elefanten in reisenden Betrieben erheblichem Leid ausgesetzt sind, gibt es in Deutschland noch immer keine Beschränkungen bei den erlaubten Tierarten. Die Tierrechtsorganisation PETA kritisiert die örtlichen Behörden für die Zulassung der tierschutzwidrigen Wildtiervorführung und fordert die Kommunalpolitiker von Bad Vilbel auf, zur Gefahrenabwehr sowie aus Tierschutzgründen ein kommunales Zirkuswildtierverbot zu beschließen. Vorbild dafür sind Städte wie Stuttgart, Düsseldorf oder Schwerin.
 
„Viele Länder haben Wildtiere im Zirkus bereits verboten. Wegen der Tierschutzversäumnisse der Bundesregierung gehört Deutschland jetzt zu den Schlusslichtern beim Schutz von Tieren im Zirkus“, sagt Peter Höffken, Fachreferent für Tiere in der Unterhaltungsbranche bei PETA.
 
Circus Belly-Wien fiel in der Vergangenheit durch seine tierschutzwidrige Tierhaltung und Gewalttätigkeiten auf. 2016 wurde eine Irlandtournee nach wenigen Wochen abgebrochen, nachdem der Zirkus mit Gewalt gegen Tierschützer und Polizisten vorging und deshalb ins Visier von Ermittlungen der irischen Behörden geriet [1].
 
Elefanten werden im Zirkus mit dem sogenannten Elefantenhaken – einem Stock mit einem spitzen Metallwiderhaken – gefügig gemacht. Nachts sind die sensiblen Rüsseltiere üblicherweise an zwei Beinen im Stallzelt angekettet. Durch die mangelhaften Haltungsbedingungen leiden Elefanten in Zirkusbetrieben an Verhaltensstörungen, z. B. an dem für Elefanten im Zirkus typischen „Weben“. Dabei schwingen die Tiere mit Kopf und Rüssel hin und her. Diese Verhaltensstereotypie ist ein Anzeichen für schweres seelisches Leiden.
 
PETA fordert ein grundsätzliches Verbot von Tieren im Zirkus, denn die Unterbringung in kleinen Gehegen, die ständigen Transporte sowie die von Gewalt und Zwang geprägte Dressur führen zu Verhaltensstörungen, Krankheiten und oftmals zu einem frühen Tod. Bezüglich exotischer Wildtierarten wie Elefanten, Tiger oder Affen sprechen sich auch die Bundestierärztekammer sowie der Bundesrat für ein Verbot aus, ebenso wie die Mehrheit der Bevölkerung in Deutschland. Einer repräsentativen forsa-Umfrage vom Mai 2014 zufolge vertreten 82 Prozent der Deutschen die Auffassung, dass Wildtiere nicht artgerecht im Zirkus gehalten werden können. 19 europäische Länder, darunter Belgien, Österreich, die Niederlande und Griechenland, haben bereits bestimmte oder alle Tierarten im Zirkus verboten.
 
[1] www.independent.ie/irish-news/in-pictures-people-hospitalised-and-six-arrested-after-mini-riot-at-circus-in-dublin-34567229.html.
 
Weitere Informationen:
PETA.de/Wildtierdressur
PETA.de/Tierverbot-Zirkus

Kontakt:
Jana Fuhrmann, +49 (0)711 860591-529, JanaF@peta.de