Circus Krone mit zahlreichen Wildtieren in Frankfurt: PETA fordert endgültige Abgabe der Elefanten und Ende sämtlicher Wildtierdressuren

Frankfurt am Main / Stuttgart, 20. Mai 2019 – Ab Donnerstag gastiert Circus Krone in Frankfurt. Im März gab der Zirkus die fünf Elefanten an einen spanischen Tierpark. Drei von ihnen sollen laut dem Zirkus jedoch voraussichtlich nach der gemeinsamen Eingewöhnung in die Manege zurückkehren. PETA appelliert an Zirkusdirektorin Jana-Mandana Lacey-Krone, ausnahmslos alle Elefanten in „Rente“ zu schicken und auch die restlichen Wildtierdressuren einzustellen. Deutschlands größtes Zirkusunternehmen zwingt noch immer sensible Wildtiere – darunter auch Löwen und Tiger – zu unnatürlichen Tricks, während europaweit zunehmend Wildtierverbote für Zirkusse verhängt werden.
 
„Circus Krone sollte endlich einsehen, dass die Zeiten der Wildtierdressuren vorbei sind, denn Tradition rechtfertigt keine Tierquälerei“, so Dr. Yvonne Würz, Biologin und Fachreferentin für Tiere in der Unterhaltungsbranche bei PETA. „Krone geht es angeblich um das Wohl der Tiere. Dann sollte der Zirkus konsequenterweise alle Elefanten in dem spanischen Tierpark lassen und auch die Raubtiere nicht mehr länger in der Manege zur Schau stellen.“

Tierleid bei Circus Krone
Videoaufnahmen und behördliche Dokumente bestätigen Jahr für Jahr gravierendes Tierleid bei Circus Krone. Ein Video zeigt nicht nur die Verhaltensstörungen der Elefanten, einiger Pferde und Löwen, sondern gibt auch einen Einblick in den gewaltvollen Umgang mit vielen Tieren: Die Elefanten werden jede Nacht an zwei Beinen fixiert und mit dem Elefantenhaken – einem Stock mit spitzem Metallhaken – gequält, damit sie gehorchen. Die Raubkatzen müssen Peitsche und Stock fürchten, wenn sie die eintönigen Tricks in der Manege verweigern. Veterinärbehörden, Staatsanwaltschaften und behördliche Gutachter stellten bei Circus Krone in den vergangenen Jahren wiederholt gravierende Missstände bei der Tierhaltung fest. Auf ihrer Internetseite PETA.de/CircusKrone hat die Tierschutzorganisation Auszüge davon veröffentlicht.

„Immer wieder zeigt das Zirkusunternehmen, wie rücksichtslos die Tiere bis zum Äußersten ausgebeutet werden“, so Würz. Erst im März starb Nashornbulle Tsavo, der bis zu seinem Tod trotz schwerer Erkrankung noch den Besuchern vorgeführt wurde. Ende 2017 starb Elefantenkuh Delhi kurz nach der Tournee. Anfang Juni 2018 entkam Elefantendame Kenia bei einem Gastspiel in Neuwied und lief über eine vielbefahrene Straße vorbei an Kindern durch ein Wohngebiet. Im Monat darauf stürzte ein Elefant bei einem Gastspiel in Osnabrück in den Zuschauerbereich.
 
Zukunft ohne Tierdressuren
Andere Zirkusgrößen machen es vor: Der Ringling Bros. and Barnum & Bailey Circus, der ehemals größte Zirkus in den USA, stellte den Betrieb nach jahrzehntelangen Protesten von Tierschützern und aufgrund rückläufiger Besucherzahlen 2017 ein. Circus Roncalli verabschiedete sich bereits in den 90ern von Wildtierdressuren und ist seit 2018 gänzlich tierfrei. In 27 europäischen Ländern, beispielsweise Belgien, Österreich und den Niederlanden, sind bereits bestimmte oder alle Tierarten im Zirkus verboten. Die Bundestierärztekammer, der Bundesrat und zwei Drittel der Deutschen fordern seit Jahren ein Verbot von Wildtieren im Zirkus. Auch die Agrarressorts der Länder bekräftigten erst kürzlich ihre Forderung an die Bundesregierung nach einer Regelung.

PETAs Motto lautet in Teilen: Tiere sind nicht dazu da, dass sie uns unterhalten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein: eine Weltanschauung, die den Menschen als allen anderen Lebewesen überlegen einstuft. PETA fordert ein grundsätzliches Verbot von Tieren im Zirkus, denn die Unterbringung in kleinen Gehegen, die ständigen Transporte sowie die von Gewalt und Zwang geprägte Dressur führen zu Verhaltensstörungen, Krankheiten und oftmals zu einem frühen Tod.
 
Weitere Informationen:
PETA.de/CircusKrone
PETA.de/KroneChronik
PETA.de/Tierverbot-Zirkus
 
Link zum Video: Tierquälerei bei Circus Krone
 
Kontakt:
Lisa Kienzle, +49 711 860591-536, [email protected]