Circus Krone mit zahlreichen Wildtieren in Uelzen: PETA fordert endgültige Abgabe der Elefanten und Ende sämtlicher Tierdressuren

Uelzen / Stuttgart, 9. September 2019 – Ab Donnerstag gastiert Circus Krone in Uelzen. Im März gab der Zirkus zwar die fünf Elefanten an einen spanischen Tierpark. Doch aktuellen Aussagen eines Zirkussprechers zufolge sollen sie in die Manege zurückkehren [1]. PETA appelliert an Zirkusdirektorin Jana-Mandana Lacey-Krone, die Elefanten dauerhaft in „Rente“ zu schicken und auch die restlichen Tierdressuren einzustellen. Deutschlands größtes Zirkusunternehmen zwingt noch immer sensible Tiere – darunter auch Löwen und Tiger – zu unnatürlichen Tricks, während europaweit zunehmend Verbote für bestimmte Tierarten in Zirkusbetrieben verhängt werden.
 
„Circus Krone sollte endlich einsehen, dass die Zeiten der Tierdressuren vorbei sind, denn Tradition rechtfertigt kein Tierleid“, so Dr. Yvonne Würz, Biologin und Fachreferentin für Tiere in der Unterhaltungsbranche bei PETA. „Krone geht es angeblich um das Wohl der Tiere. Dann sollte der Zirkus konsequenterweise die Elefanten in dem spanischen Tierpark lassen und auch die Raubtiere und andere Tiere nicht mehr länger in der Manege zur Schau stellen.“
 
Tierleid bei Circus Krone
Videoaufnahmen und behördliche Dokumente bestätigen Jahr für Jahr gravierendes Tierleid bei Circus Krone. Videos auf PETA.de/CircusKrone zeigen nicht nur die Verhaltensstörungen der Elefanten, einiger Pferde und Löwen, sondern geben auch einen Einblick in den gewaltvollen Umgang mit vielen Tieren: Die Raubkatzen müssen Peitsche und Stock fürchten, wenn sie die eintönigen Tricks in der Manege verweigern. Veterinärbehörden, Staatsanwaltschaften und behördliche Gutachter stellten bei Circus Krone in den vergangenen Jahren wiederholt gravierende Missstände bei der Tierhaltung fest.

„Immer wieder zeigt das Zirkusunternehmen, wie rücksichtslos die Tiere bis zum Äußersten ausgebeutet werden“, so Würz. Erst im März starb Nashornbulle Tsavo, der bis zu seinem Tod trotz schwerer Erkrankung noch den Besuchern vorgeführt wurde. Ende 2017 starb Elefantenkuh Delhi kurz nach der Tournee. Anfang Juni 2018 entkam Elefantendame Kenia bei einem Gastspiel in Neuwied und lief über eine vielbefahrene Straße vorbei an Kindern durch ein Wohngebiet. Im Monat darauf stürzte ein Elefant bei einem Gastspiel in Osnabrück in den Zuschauerbereich.
 
Zukunft ohne Tierdressuren
Andere Zirkusgrößen machen es vor: Circus Roncalli verabschiedete sich bereits in den 90ern von Wildtierdressuren und ist seit 2018 gänzlich tierfrei. In 27 europäischen Ländern, beispielsweise Belgien, Österreich und den Niederlanden, sind bereits bestimmte oder alle Tierarten im Zirkus verboten. Die Bundestierärztekammer, der Bundesrat und zwei Drittel der Deutschen fordern seit Jahren ein Verbot von Wildtieren im Zirkus. Auch die Agrarminister der Länder bekräftigten erst kürzlich ihre Forderung an die Bundesregierung nach einer Regelung.

PETAs Motto lautet in Teilen: Tiere sind nicht dazu da, dass sie uns unterhalten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein: eine Weltanschauung, die den Menschen als allen anderen Lebewesen überlegen einstuft. PETA fordert ein grundsätzliches Verbot von Tieren im Zirkus, denn die Unterbringung in kleinen Gehegen, die ständigen Transporte sowie die von Gewalt und Zwang geprägte Dressur führen zu Verhaltensstörungen, Krankheiten und oftmals zu einem frühen Tod.

[1] Dommasch, G. (2019): Tierrechtler fordern das Ende der Dressur. In: Flensburger Tageblatt. Online abrufbar unter: https://www.shz.de/lokales/flensburger-tageblatt/tierrechtler-fordern-das-ende-der-dressur-id24734637.html. (22.07.2019).
 
Weitere Informationen:
PETA.de/CircusKrone
PETA.de/KroneChronik
PETA.de/Tierverbot-Zirkus
 
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