Misshandelt und beinahe getötet: Hündin Corbita und ihr Welpe Ben

Update: Gute Neuigkeiten von Ben

Corbitas Sohn Ben geht es mittlerweile großartig. Er verbringt viel Zeit zusammen mit seinem neuen besten Freund „Foxy“ und hat sich von der grausamen Erfahrung gut erholt.

Originaltext

Vor wenigen Tagen erreichte uns ein Hilferuf aus einem 60 Kilometer entfernten Dorf in Rumänien. Eine Dorfbewohnerin erzählte uns, dass ihr Nachbar mit einer Axt auf seine Hündin einschlägt und diese blutend in seinem Hinterhof liegt. Auch die Welpen der Hündin wolle er töten.

Wir unterbrachen sofort unsere Arbeit und machten uns auf den Weg in das abgelegene Dorf – auch wenn wir keine Hoffnung hatten, dass die Hündin und ihre Welpen bei unserer Ankunft noch leben würden. Noch auf der Fahrt informierten wir die lokale Polizeibehörde und baten sie, uns zu helfen. Doch als wir in dem Dorf ankamen, war die Hündin auf dem Hof des Täters nicht mehr aufzufinden. Sie war verschwunden.

Welpen in Plastiktüten gefunden

Wir wussten nicht, ob es ihr gelungen war, vor dem Mann zu flüchten und sich zu verstecken, oder ob der Täter sie irgendwohin weggeschafft hatte. Wir suchten stundenlang im ganzen Dorf nach ihr. Vergebens.

Auf dem Grundstück des Mannes fanden wir eine Plastiktüte. Darin befanden sich vier Welpen – drei von ihnen waren tot. Einer atmete noch, leise. Seine Augen waren noch geschlossen – er war erst wenige Tage alt.

Gheorghe, der Täter, bestritt nicht, dass er die Tiere getötet hatte, aber er hielt das, was er getan hatte, für „gerechtfertigt“. Er befand die Hündin für „schuldig“, weil sie die Welpen zur Welt gebracht hatte.

In Plastikbeutel gesteckt und auf die Haustreppe geschlagen

Weiter erzählte er uns, dass er die Welpen in den Plastikbeutel gesteckt und nacheinander auf die Haustreppe geschlagen hatte, um sie zu töten. Wie der vierte Welpe diese grausame Tat überlebt hat, wissen wir nicht.

Gheorghe, der im ganzen Dorf als besonders gewalttätiger Mann bekannt ist, gab zu, so lange mit einer Axt auf die Mutterhündin eingeschlagen zu haben, bis er von der Dorfbewohnerin (die uns angerufen hatte) gestoppt wurde.

Sie hatte die lauten, verzweifelten Schreie der Hündin gehört und war sofort eingeschritten. Eine mutige Frau, die sich gegen einen primitiven, aggressiven Mann stellt und damit im Dorf in Verruf gerät, weil sie für so eine „Kleinigkeit“ den Tierschutz ruft.

Weil der Welpe dringend Hilfe und Nahrung brauchte, machten wir uns mit ihm auf den Weg in die Klinik und stellten uns darauf ein, dass wir ihm nun seine Mama ersetzen müssen. Wir waren in Sorge, ob er es schaffen würde. „Ben“ war erst wenige Tage alt und sichtlich in einem Schockzustand.

Am nächsten Tag fuhren wir noch einmal zurück, um nach der Hündin zu suchen. Sollte sie noch leben, wäre sie dringend auf Hilfe angewiesen. Und wir fanden sie – schwer verletzt und entstellt, direkt neben dem Hof ​​des Täters.

Hündin kam zurück

Sie wusste nicht, dass derselbe Mann, der mit der Axt auf sie eingeschlagen hatte, auch fast alle ihrer Welpen getötet hatte. Uns übermannte nach so viel Schmerz eine unglaubliche Freude darüber, dass sie nicht tot war und wir sie endlich gefunden hatten.

Wir brachten sie sofort in die Tierarztpraxis und ließen alle notwendigen Untersuchungen durchführen.

„Corbita“ hatte ein großes Hämatom am Kopf, das ihr rechtes Auge nach außen drückte.

Zwei rostige Nägel tief im Kopf

Der Täter hatte sie mit der Axt schwer verletzt. Ihre Schmerzen waren unvorstellbar. Wir fingen sofort mit der Behandlung an.

Bereits am gleichen Abend brachten wir ihren kleinen Welpen Ben zu ihr. Die Freude über Ben war jedoch auch von Traurigkeit überschattet. Corbita setzte sich, stand auf, roch an dem Welpen, roch herum, stand wieder auf und sah sich um – ihr Blick war fragend.

Wo waren ihre anderen Welpen?

Das ganze Team litt mit Corbita – wir ließen sie keine Minute aus den Augen und schenkten ihr unsere Liebe. Wir konnten ihr nicht erklären, warum wir den anderen Welpen nicht mehr helfen konnten.

Corbita und Ben werden nun ein neues Leben beginnen. Ein wundervolles Leben.

In Fällen wie diesem, die uns so große Schmerzen bereiten, versuchen wir uns trotzdem darüber zu freuen, dass wir helfen konnten, auch wenn eine unendliche Traurigkeit bleibt. Die Vergangenheit lässt sich nicht ändern – aber mit kontinuierlicher Aufklärung im ganzen Land, Bildungsprogrammen und flächendeckenden Kastrationskampagnen können wir es schaffen, die Zukunft tausender Tiere auf lange Sicht zu verändern.

Im vorliegenden Fall extremer Grausamkeit werden wir alle rechtlichen Schritte gegen den Täter einleiten.

Was Sie tun können

Rumänien ist das Land mit den meisten heimatlosen Hunden in ganz Europa. Tausende von ihnen werden Jahr für Jahr von Hundefängern gefangen und in städtischen Tierheimen und Tötungsstationen untergebracht. Um dieses Leid zu verringern, haben wir gemeinsam mit unserem Partner Eduxanima ein großes Kastrations- und Bildungsprogramm vor Ort ins Leben gerufen.

Mit einer mobilen Kastrationskampagne können wir jedes Jahr über 8.000 Tieren helfen. Mithilfe von Kastration und Registrierung sorgen wir für eine nachhaltige Populationskontrolle von Hunden und Katzen. Durch Spenden von Laufleinen und Nahrung und mit medizinischer Versorgung hilft unser Team Hunden, die auf der Straße leben, und jenen, die zwar ein Zuhause haben, aber im Freien gehalten werden.

Kinder lernen im Tierschutzunterricht an Schulen, wie wichtig es ist, Mitgefühl und Empathie für alle Lebewesen zu entwickeln. Durch Gespräche mit Politikern und lokalen Bürgermeistern wird die Kampagne auf viele weitere Orte in Rumänien ausgeweitet, denn nur so lässt sich das Leid tausender Tiere langfristig verringern. Wo immer Hilfe benötigt wird, helfen wir mit allen uns zur Verfügung stehenden Möglichkeiten und Kräften.

Bitte unterstützen Sie uns mit Ihrer Spende, damit wir das Kastrationsprojekt in Rumänien weiter ausbauen können.